Im Bad besser Dampfsperre?

17.12.2016 Janesey



Wir sanieren gerade unser Badezimmer. Es hat (neben zwei Innenwänden und einer Außenwand, bei der wir die Steine mir Lehm verputzen) eine Dachschräge. Auf den Dachbalken ist 80mm Holzdämmplatte (hart). Zwischen die Balken soll Seegrass. Innen soll dann mit Gipsplatten (unten 9,5braun, drauf 12,5grün) verkleidet werden.
Was sollten wir unter den Gips machen (oder zwischen die beiden Gipsschiten?): Sperre, Bremse oder ist gar nichts nötig?
Danke für eure Meinungen!
Janesey



Innendämmung



An die Schräge zuerst einmal Direktabhänger oder Sparrenexpander. Dann kommt die Traglattung im Systemraster (zu finden in den Bauanleitungen der Trockenbauhersteller). Dann die Dämmung aus flexiblen Dämmmatten, fugenlos verlegt. Ob Seegras die ideale Dämmung ist lasse ich mal aus. Dann eine Dampfbremse oder Dampfsperre, luftdicht eingebaut. Problemstellen sind die Anschlüsse zu den benachbarten Bauteilen.
Dann erfolgt die Beplankung mit versetzten Fugen, auch die erste Fugenlage verspachteln!
Für die Giebelwand bietet sich Rigitherm oder Wedi vollflächig aufgeklebt an.



Dampfbremse oder Dampfsperre im Bad?



Am Giebel soll das Fachwerk sichtbar sein, daher nur die Verputzung der Steine mit Lehm.
Das die alten Balken in der Dicke angeglichen werden (und somit ein Hohlraum von 12 cm entsteht) ist klar.
Ich habe mich blos gefragt, ob eine DampfSPERRE im Bad angebrachter ist. Das sonstige Dach ist mit einer Dampfbremse versehen.
Hatte auch schon mal gelesen, dass bei Seegras gar nichts notwendig sei. Das ist bei uns übrigens gestopft, keine Matten.
Danke und viele Grüße



Badausbau



Wenn Sie sich für solche Lösungen entscheiden dann müssen Sie auch mit den Konsequenzen leben.



-bremse oder -sperre, was ist besser im Bad?



Was meinen Sie damit?



Badausbau



Ich mache solche Vorschläge nicht aus Gefühl sondern auf der Basis meiner beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse.
Ihre Entscheidung für Seegras scheint mir eher vom Gefühl (und ein paar Werbeprospekten) als der Realität zu entsprechen.
An Dachschrägen sind Stopfdämmungen von unten praktisch nicht einbaubar, sie halten nicht in den Sparrenfeldern. Deshalb werden Sie VON OBEN bei Dachschrägen eingesetzt und auch hier halte ich diese Art für mangelhaft; Stärke und eingebrachte Masse hängen vom Gefühl des Einbauenden ab.
Bei flexiblen Dämmmatten sind Rohdichte und Stärke materialseitig vorgegeben, die Matten bzw. Dämmkeile lassen sich leicht in die Sparrenfelder klemmen.
Dann ist das Seegras recht teuer, ich habe Preise zwischen 25 und 35 € für eine Dämmstärke von 140 mm gefunden. Eine Dämmatte von Unger- Diffutherm mit gleichem bzw. besserem Dämmwert und 140 mm Stärke kostet z.B. etwa 17,- € pro m².
Bei den ca. 60-80 mm Dämmstärke die bei Ihnen noch fehlen können Sie sogar Mineralwolle- Dämmkeile verwenden, die sind noch kostengünstiger.
Bei Fachwerk- Außenmauern werden die Innenflächen generell verputzt um Winddichtigkeit zu sichern. Bei Sichtfachwerk oder unggedämmten Fachwerk mit hinterlüfteter Bekleidung hat so eine unverputzte Wand noch größere Probleme was Kondensatausfall betrifft. Im Bad ist das der schlimmste Fall den man sich vorstellen kann.



OK, danke für ihre Erläuterung.



Mit dem Seegras haben wir bzgl. Allergien und Schimmel/ Brandversuchen gute Erfahrungen gemacht. Auch das ganze Dach haben wir von unten her damit verstopft. Hat gut geklappt und wir sind soweit mit dem Ergebnis zufrieden.
Bei der Außenwand wurde uns Lehm empfohlen, die Wand soll später noch von Außen mit Holzdämmung gedämmt werden. Wie sich das mit dieser Außenwand dann langfristig verhält, müssen wir dann sehen.

Meine Frage war eben vor allem, ob man im Bad eine Dampfsperre einer Dampfbremse vorziehen sollte. Ob das Seegras da jetzt ausschlaggebend ist, weiß ich nicht, wollte es eben der Vollständigkeit halber erwähnen, genauso wie die anderen Wände.

Glas- oder Steinwolle kommt uns übrigens nicht (mehr) ins Haus.



Dämmung



"Glas- oder Steinwolle kommt uns übrigens nicht (mehr) ins Haus."
Auch wieder eine Entscheidung die vom Gefühl getragen wird und nicht von objektiven Kriterien im Einzelfall.

"Mit dem Seegras haben wir bzgl. Allergien und Schimmel/ Brandversuchen gute Erfahrungen gemacht."
Da würde mich mal interessieren wie Ihre Brandversuche abgelaufen sind. Seegras ist in der Klasse B eingestuft, da ändern auch Ihre "Brandversuche" nichts.
Holzfaserdämmstoffe verhalten sich, was Dämmwirkung, Brandverhalten, Schimmelresistenz und allergenes Verhalten betrifft, nicht anders als Seegras; vorausgesetzt das Seegras wurde ordentlich aufbereitet.
Es gibt kein objektives Argument, dieses Material z.B. einem Stopfhanf vorzuziehen. Im vorliegenden Fall ist es gar nicht einsetzbar da nicht einbaufähig.

Was die Frage: "Dampfbremse oder Dampfsperre" betrifft auch hier spielen die objektiven Kriterien vor Ort eine Rolle.
Schon die Frage ist in sich nicht eindeutig, es gibt verschiedene Typen von Dampfbremsen mit verschiedenen Wirkprinzipien für verschiedene Einsatzbereiche. Dampfbremsen sind hier einsetzbar, genauso wie eine Dampfsperre da der Dachaufbau nach außen hin diffusionsoffer als im Innenbereich ist.
Nicht das Material an sich, die Verarbeitung spielt hier die entscheidende Rolle. Es nützt nichts irgendeine hochintelligente und wundersame Folie zu verwenden wenn die nicht luftdicht verbaut wird. Wenn Dampfbremsen dann noch von Kaltluft hinterströmt werden gibt es eine Schimmelzucht auf der äußeren Oberfläche.
Ich würde in einem Bad bei dieser Lage im Gebäude und bei diesem Dachaufbau eine Dampfsperre vorziehen.