Horizontalsperre Anschluss

15.11.2015 ede-petede



Guten Abend Fachwerk Community,

Ich habe begonnen das Wohnzimmer im EG wieder auf Vordermann zu bringen. Nachdem wir jahrelang Probleme mit feuchten Wänden innen an den Außenmauern hatten, habe ich nun die Tapeten abgerissen und in der "schlimmsten" Ecke einmal ein Foto für euch gemacht.

Man hat deutlich gesehen, dass der Vorbesitzer versucht hat, die Feuchte Stelle mit Gips zu flicken. Offensichtlich war das ein grober Fehler. Um nun die Wand dauerhaft trocken zu halten, würde ich gerne wissen, wie ich nun vorgehen sollte.

Es handelt sich um einen ungenutzten, feuchten Bruchstein-Keller, auf dem eine Bitumen Horizontalsperre aufgebracht ist, darauf dann die Mauern des EG.
Ich gehe stark davon aus, dass die Wand lediglich durch den aufgebrachten Putz nach oben feucht geworden ist. man konnte den Sockel"putz" praktisch am Stück mit der Hand heraus nehmen.

Habt ihr Vorschläge, wie ich nun vorgehen sollte, um den Bereich der Horizontalsperre vernünftig wieder herzustellen? Auch die notwendigen Materialen dafür wären ganz interessant



Hier ein noch...



....ein Foto vom nächsten Tag. Es ist alles absolut ausgetrocknet.



Feuchtigkeit



Du schreibst einmal von Wohnzimmer, dann von einem feuchten ungenutzten Keller???
Gipsputz komplett entfernen.
Sonstigen Putz entfernen, der evt die Horizontalsperre überdeckt.
Losen Putz bzw Hohlstellen ohnehin entfernen.
Das ermöglicht eine wesentlich bessere Austrocknung.

Wie sind die Verhältnisse außen?
Wie hoch ist der Keller in den Boden eingebunden-
auf welcher Höhe befindet sich der EG-Boden?

Bilder von außen sind hilfreich

Andreas Teich



Bisschen genauer..



war vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt.

Das Wohnzimmer ist im EG, die Bruchsteinmauer(Keller) darunter. Der Keller ist von innen feucht, mit Ablaufrinnen und wird nicht genutzt und das soll auch so bleiben.

Habe jetzt rundherum an beiden Außenmauern innen den Putz im Sockelbereich entfernt. Es ist durchgängig die Horizontalsperre sichtbar.

Der EG Boden befindet sich ca 40cm über Bodenniveau. Von außen ist alles (Wand+Sockel) verputzt, Material unbekannt, da das vom Vorbesitzer erledigt wurde. Dort scheint alles intakt, kein abgeplatzter Putz etc.

Durch das gute Wetter konnte alles in kürzester Zeit trocknen. An der Außenkante des Estrichs befindet sich auch eine etwas dickere Bitumenbahn, die aber zum Teil nicht mehr intakt ist. Nun wäre für mich im ersten Schritt ganz interessant, wie ich den Bereich unter der Horizontalsperre, sowie zum Estrich wieder auffüllen kann und einen dichten Anschluss an die Horizontalsperre bekomme, damit ich darüber wieder Verputzen kann.



Anschluß Horizontalsperre



Wenn es um den Bereich unterhalb der Horizontalsperre im Keller handelt kann dieser doch unverputzt bleiben oder nur mit einem Schlämmputz versehen werden, um gut austrocknen zu können.

Wenn die vertikale Außenabdichtung intakt ist muß der Bereich oberhalb der Feuchtigkeissperre trocken bleiben, wenn es sich nicht (auch) um Kondensfeuchte handelt oder Bodenfeuchtigkeit von außen.

Wie ist der Wandaufbau der Wohnzimmerwand?
Wie wird beheizt?
Mit welchen Farben ist sie gestrichen?
Am besten Wandtemperatur und Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit messen und überprüfen,
ob Tauwasser als Feuchtigkeitsursache möglich ist.

Andreas Teich



Wandaufbau



Die Wand besteht aus Hohlblocksteinen. Darauf Innen bzw. Außenputz, Material unbekannt.

Farbe befindet sich innen keine auf der Wand. Von Außen, wie auch beim Putz keine Ahnung.

Ich denke ich werde im ersten Schritt den Bereich oberhalb der Horizontalsperre wieder ganz normal verputzen (Rotband o.ä.) und den Bereich darunter erst einmal beobachten. Es ist im Moment ja relativ trocken, aber ich denke das wird sich in den nächsten Wochen ändern und dann werde ich eventuell etwas schlauer.

Vielen dank schon einmal für den Ratschlag, den unteren Bereich erst ein mal unverputzt zu lassen.



Horiziontalsperre



Auch den Bereich oberhalb der Horizontalsperre sollte zumindest nur mit Kalk- oder Kalkzementputz verputzt werden, da gipshaltige Putze nicht feuchtebeständig sind und zudem eher schimmeln können.
Besser alle gipshaltigen Putze entfernen und überlegen was die Feuchtebelastungen verursacht hat.
Auch Kondenswasser wegen mangelnder Wärmedämmung der Außenwände ist möglich.

Andreas Teich



Gipsputz



Also den alten Putz komplett runter zu klopfen wird nicht schwer. Der Putz an den Außenmauern sandet sehr und lässt sich gut entfernen.

Ich denke ich werde den Putz erst einmal entfernen und bis zum Frühling abwarten.

Zum Heizverhalten: wir haben unter dem Fenster einen großen Heizkörper und halten den Raum bei 18-20 °C.

Wenn ich mich recht erinnere hatten wir vor etwa 12 Jahren das selbe Problem in der angrenzenden Küche in der Ecke. Ich denke ich versuche mal die Rechnung vom Verputzer zu finden, um eventuell heraus zu finden, wie er das Problem in den Griff bekommen hat. Verwendet wurde damals definitiv Rotband Putz. Seither ist die Wand absolut trocken.



Wand trocknen



das liegt dann aber nicht am Rotband sondern an der evt mit dem alten Putz entfernten Wandfarbe.
Oder vorher war ein Zementputz auf der Wand, oder es wurden zusätzlich andere Maßnahmen ergriffen.
Gipsbaustoffe sind definitiv nicht für feuchte Untergründe geeignet und tragen auch nicht zur besseren Austrocknung bei.

In der Hinsicht sind Kalkputze in jedem Fall vorzuziehen- schon weil sie aufgrund hoher Alkalität Schimmel verhindern.

Andreas Teich



Spätestens



wenn der Kalkputz durchcarbonatisiert ist, ist es mit der schimmelhemmenden Wirkung allerdings vorbei, das halte ich für eher vorübergehend. Aber er hält Feuchtigkeit entschieden besser aus als Gips.

Meiner Meinung nach sollte man auf der Kellerdecke eine Isolierung aufbringen lassen, die mit der Horizontalsperre verbunden wird. Ansonsten wird das nie brauchbar.



Auf lange Sicht sind nur Sanierputze geeignet.



Gips-, Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sind wegen zu hoher Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und/oder geringer Wasserdampfdiffusion bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet.
Sanierputze dagegen haben aufgrund ihrer Rohdichte - im Normalfall unter 1300 kg. pro m³ - einen großen Porenraum im Vergleich zu Kalkputz mit mehr als 1800 kg pro m³. Dieser Porenanteil ist notwendig, um die Salzkristallisation und die dadurch entstehenden Volumenvergrößerungen ohne Probleme in der Putzschicht zu ermöglichen.
Es gibt noch eine Reihe anderer wesentlicher Vorteile und Merkmale von Sanierputzen, deren Einsatz aber stets wohl überlegt werden sollte, da es andernfalls zu Schäden kommen könnte.
Desweiteren ist auch das Heizsystem und deren Anbringung wichtig. Es muss an allen Stellen an der Wand ausreichend warm werden, sonst entsteht Tauwasser!