Holzdielen belassen?

18.11.2014 Latestigo



Liebe Forumsmitglieder,
wir benötigen euren Rat /Hilfe.

Wir bewohnen seit über einem Jahr ein
komplett entkerntes und saniertes Backsteinhaus zur Miete.
Dieses wurde von den Eigentümern
aufwendig saniert (Lehmputz innen, Wandflächenheizungen...)
In einem der Räume wurde der wunderschöne
alte Holzdielenboden von einem Schreiner ab-
geschliffen und geölt.
Nun, seit geraumer Zeit fällt uns ab und an
ein müffeliger Geruch in diesem Raum auf. Da drei Mal täglich stossgelüftet wird, rieche ich dies nur, wenn ich frisch von 'draußen' in das Haus gehe. Was mir aufgefallen ist, sind die Ritzen des Dielenbodens. Die haben weiße Ablagerungen?! Muss ich mir nun Sorgen machen und muss der Boden raus?
Da ich Zwillinge im März erwarte und dieser Raum das Kinderzimmer werden soll, bin ich für
Hilfreiche Antworten dankbar. Gibt es die Möglichkeit dies zu bestimmen? Pilz/Schimmel?
Bin ratlos und freue mich auf Antworten. LG Sabine



Ist das Dreck...



oder eher ein Pilzmycel in der Fuge?

Man könnte erstmal mit den Holzfeuchtemesser schauen, ob die Holzfeuchte ungewöhnlich ist.

Grüße

Thomas



Unterboden feucht?



Rieche doch direkt an der Fuge, oder kratze den Inhalt einiger Fugen heraus- dann daran riechen.

Wie sieht der alte Bodenaufbau aus?

Wann wurde die Sanierung vorgenommen?

Wie ist die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in dem Raum?

Sind die Wände trocken?

Im Zweifel den Fugeninhalt untersuchen lassen.

Wenn du einige Fragen beantwortest wird' s vielleicht klarer.

Andreas Teich



Vermieter einbeziehen!



Liebe Sabine,
dass Eure Vermieter das Haus "aufwendig saniert ... " haben, zeigt ja, dass sie sich kümmern und dass ihnen die Erhaltung des Hauses wichtig ist. Habt Ihr sie schon informiert, ihnen Eure Beobachtung mitgeteilt? Falls es sich wirklich um Schimmel handelt, ist es Aufgabe der Vermieter, das Problem zu beheben. Aber dazu müssen sie erstmal davon erfahren. Ich bin selbst auch Vermieterin und bin immer froh, wenn mich die Mieter informieren.
LG Katrin



Fugenschnur



Hallo Zusammen.
Wie gross ist der Abstand zwischen den Dielen. Damals wurde häufig eine Hanfschnur zwischen die Dielen gelegt um die Lücke zu verschließen und damit das Holz arbeiten kann. Nach vielen Jahrzenten ist diese nichtmehr zu erkennen. Ansonsten ist es immer möglich bei einem alten Gebäude, dass durch zuviele Sanierungsmaßnahmen und Dämmung der Taupunkt in den Innenbereich gewandert ist, und sich Feuchtigkeit an kalten Stellen absetzt. Ansonsten kann mich sich online ein Endoskop für kleines Geld bestellen (Zwischen 14,00 und 45,00€) und durch ein kleines Loch schauen, wie die Dielen von unten aussehen. Minimaler Eingriff (Vorher unbedingt mit den Vermietern absprechen) und maximale Erkenntnis :-)

In welcher Etage befinden sich die Dielen?



Das...



...halte ich bis zum Nachweis des Gegenteiles für ein Märchen: "Damals wurde häufig eine Hanfschnur zwischen die Dielen gelegt".

Woher haben Sie denn das?

Grüße

Thomas



Ich



würde einfach erstmal den Vermieter darauf aufmerksam machen!

Wozu sollte ich mir als Mieter ein Holzfeuchtemessgerät anschaffen oder gar ein Endoskop?
Die baubiologische Untersuchung darf der Vermieter veranlassen und auch bezahlen.
Und wenn die Interesse an ihrem Objekt haben ,werden die das auch machen.

Grüße Martin



Naja,



"ab und an ein müffeliger Geruch" und "rieche ich dies nur, wenn ich frisch von 'draußen' in das Haus gehe. "

ist eine ultradiffuse Ansage.

Damit könnte ich weder als Vermieter noch als "Schimmeljäger" etwas anfangen. Ein wenig Beihilfe des Mieters wäre da schon angebracht. Persönliche Allergien oder Sensibilitäten sind nicht Gegenstand eines Mietvertrages.

Grüße

Thomas



@ Thomas



Hy Thomas.
Ich bin kein Experte. Als wir unseren Dielenboden restauriert haben (Ochsenblut runter und ölen) wurde uns das von einem Schreiner erzählt. Unsere Dielen sind allerdings ziemlich Gross (50 - 60 cm breite Bolen) dazwischen haben wir bis zu 5mm Fugen, die wir mit einer dicken Hanfschnur ausgelegt haben. Da du professionell in dem Bereich arbeitest vertraue ich deiner Aussage, dass das eher selten vorkommt. Ich bin trottzdem auch immer für jeden Tipp dankbar, daher das Kommentar.

Gruss: Daniel



Über...



Hanfschnüre an dieser Stelle schreibt kein mir bekanntes Fachbuch (alt, wie neu, ich habe da eine hübsche Sammlung), und ich habe das auch noch nie als Bestand gesehen.

Bei der Verlegung wird auch mit Sicherheit nie Hanfschnur verwendet worden sein - da wurden die Dielen so dicht wie wie möglich zusammengefügt.

Für spätere Reparaturen kann ich das natürlich nicht generell ausschließen, aber da war dann kein Tischler am Werk, sondern ein Hausmeister - oder ein Bootsbauer. Tischlerisch wurden solche Fugen, auch vor vielen Jahrzehnten schon, mit Fugenleisten geschlossen.

Grüße

Thomas



Vielen



Dank für die Zahlreichen Antworten und Hilfestellungen.

In dem Zimmer steht ein Hygrometer, dieses hat i.d. Regel
um die 21-22 Grad und um die 52-59 % Luftfeuchte.
Nach Stoßlüften um die 18 Grad und 46 % Luftfeuchte.

Gestern Abend habe ich mittels eines einfachen Feuchte Messgerät
von Burg Wächter mehrere Stellen im Holzboden gemessen.
Hier waren Werte zwischen 7,5 bis 9,8 angezeigt.

Wenn ich direkt an den Fugen rieche, rieche ich den leicht
müffeligen Geruch. Was hier 'normal' oder 'nicht normal' ist,
kann ich als Laie nicht beantworten.

Da ich noch zwei ganz andere Probleme im Haus habe, die
geklärt werden sollten, ist es denkbar, einen Fachmann zu rufen.
Wen könnt ihr mir für den Raum Rhein-Main empfehlen?
Soweit ein Fachmann der nicht nur Messungen aller Art durchführt
sondern auch Lösungen herbei bringt.

Die Eigentümer sind schon vor langer Zeit informiert und wir versuchen
gemeinsam eine Lösung zu finden. Leider war es bis heute, was die zwei
anderen Probleme angeht, erfolglos. Dies werde ich in den nächsten Tagen in einer anderen Forumssparte erfragen.
Leider bin ich nur Laie und lese mich seit Tagen durch dieses informative
Forum und habe über den Zustand des Holzdielenbodens nichts ähnliches gefunden. Aufgrund der Messwerte ist es wohl denkbar, dass es sich um
Dreck handelt?

Wen könnt ihr mir empfehlen? Baubiologe?
Es geht um Feuchtigkeit und Staubläuse.
Lieben Dank! Sabine



Die Holzfeuchten...



...und die Luftfeuchten sind normal, und werden im Zuge der Heizperiode weiter sinken. Oberhalb und in der Dielenebene ist somit kein Biotop für Schimmel.

Was ist denn unter den Dielen? Das sollten die Vermieter doch wissen?

Grüße

Thomas



Holzfußboden-Unterbau



Wie schon Thomas geschrieben hat:
Werte völlig normal und geben keinen Anlaß zur Besorgnis.

'Müffelig' etc sollten die Fugen nicht riechen-
vielleicht etwas abgestanden-tut der Untergrund ja seiner Funktion nach eh- aber sonst nichts.

Zuerst den Vermieter nach dem Unterbau fragen oder wenn möglich die beteiligten Handwerker.

Wenn die Fugen so groß sind läßt sich zumindest im Randbereich ein Brett herausnehmen ohne Schaden anzurichten- das sollte natürlich der Vermieter beauftragen..
Dies würde ich zuerst machen und dann einen Sachverständigen kommen lassen.

Wurde denn der alte Dielenboden überhaupt entfernt ?
Falls nicht kann wohl Feuchtigkeit die Ursache sein- entweder von unten oder durch die Bauarbeiten eingebracht.
Andreas Teich



In welcher...



Etage ist den dieser Fußboden überhaupt? Ist darunter beheizter Raum? Keller? Wohnraum?

Grüße

Thomas



Wenn...



...ich es richtig verstanden habe, wurde der Boden bei der Sanierung nicht geöffnet. In wie weit hier Sachverständige hier ihr Werk getan haben, werde ich nächste Woche beim Eigentümer erfragen. Der Schreiner hat lediglich den Boden geschliffen und geölt. Ich weiß aber das der Untergrund auf Schüttung basiert. Wenn ich sauge kommt ab und an Sand
heraus. Auch wurde mir erzählt, dass viel in Eigenleistung saniert wurde.
Das Zimmer befindet sich im 1.OG über der grossen Wohnstube. Es sind Wandflächenheizungen und Lehmputz verbaut worden. Keine Fußbodenheizung.
Leider weiß ich nun immer noch nicht, ob der schöne Boden nun raus soll? Wie komme ich an einen Fachmann? Holt man sich einen Baubiologen ins
Haus?
Da noch andere Fragen geklärt werden sollen. Vielen Dank! Sabine



Bodensanierung



Man kann den Boden sicher ohne ihn zu zerstören herausnehmen und anschließend wieder verlegen.
Wenn du selber schon im Fugenbereich einen muffeligen Geruch feststellst wird die Ursache,wie es aussieht,hier zu suchen sein.
versuche doch noch die Holzfeuchtigkeit der Unterkonstruktion zwischen den Brettern zu messen.

Ansonsten einfach ein Brett im Randbereich herausnehmen und nachsehen wie der Untergrund aussieht.

Was wollen denn deine Vermieter machen? Stellen die auch einen sonderbaren Geruch fest?
Es wäre eh deren Angelegenheit das zu klären.

Möglichkeiten für div.Bodenaufbauten habe ich in anderen Beiträgen erläutert.
Vielleicht würde mal etwas verschüttet und ist in die Fugen gelaufen?

Die würden sich entweder mit Keilleisten, einseitig angeleimt, oder z.B.
mit Fugenmassen aus dem Bootsbau verschließen, wie für Holzdecks auf Schiffen.Zumindest kann dann kein oder viel weniger Geruch vom Boden entweichen- sofern das überhaupt die Ursache ist.

Leider bin ich zu weit entfernt, sonst hätte ich mir die Situation ansehen können.
Du kannst mich aber gerne anrufen.

Andreas Teich



Im 1.OG,



mit beheiztem Wohnraum darunter, ist kaum ein Schaden im Unterbau zu vermuten. Und insbesondere kaum keiner in Sachen Feuchtigkeit. Möglicherweise kommt der Geruch von woanders her?

Nicht daß ich Dir unterstellen will, daß Du Dir da etwas einbildest, aber riecht das auch noch jemand anders? Schwangere Frauen sind ja zuweilen besonders feinfühlig. "rieche ich dies nur, wenn ich frisch von 'draußen' in das Haus gehe"

Diese Beschreibung ist knapp vor "nicht riechbar". Nicht, daß mir nicht klar ist, daß das ein Problem für Dich ist, aber ich meine, die Einschätzung des Sachverständigen schon zu kennen.

Grüße

Thomas



Jedenfalls...



scheint es keinen hinlänglichen Grund zu geben, den Boden zu öffnen, und ohne (meist starke) Schäden geht das auch nicht. Deiner Schilderung entnehme ich, daß die Dielen nicht mit Nut/Feder, sondern stumpf aneinander gelegt sind. Also sind sie sicher auch genagelt. Da geht viel kaputt, ist zu befürchten.

Vorschlag: Brettkanten sauber abkleben, Dreck aus den Fugen kratzen, mit Fugenschnur (PE) bis6-8mm unter Oberkante ausstopfen, mit Parkettacryl bündig abziehen. Macht man das akribisch, muß nicht einmal nachgeölt werden.

Grüße

Thomas