Decken- / Bodenkonstruktion (Holzbalken)

25.03.2003


Hallo zusammen,

mein Name ist Thomas und komme aus Düsseldorf. Mein grade erstandenes EFH muss ich –leider- Kernsanieren. Mit einer Kernsanierung habe ich nicht gerechnet. Viele aus dem Bekanntenkreis meinten nur dazu „einmal richtig, ansonsten nie oder nur Stückwerk“. Dieser Meinung bin ich (mittlerweile) jetzt auch,

Jetzt habe ich diverse Fragen, bei denen – so hoffe ich – Sie mir helfen können.

1.
Der Boden im Erdgeschoss ist ein Betonboden, auf dem ich eine Fußbodenheizung Verlegen möchte (cuprotherm).
Wie dick sollte die Wärme- /Trittschalldämmung sein (Baujahr des Hauses 1955) ?
Nach WSchV 1995 oder EnEv 2002 ?
Was sollte ich beachten ?

2.
Mein größeres Problem, so glaube ich, sind die zwei Fußböden/Decken (Holzbalken) zwischen EG/OG und OG/DG. Hierzu habe ich schon etwas gelesen (Prospekte von Materialherstellern). Nur, jeder Hersteller schreibt was anderes und sein Produkt ist natürlich das beste, usw. (Papier ist halt geduldig ;-)).
Es sieht zur Zeit so aus, das ich vom Erdgeschoss zwischen den Holzbalken bis in den Giebel schauen kann. Die alten Deckenverkleidungen und Holzdielen (22mm) habe ich entfernt. Zwischen den Holzbalken war keine Schüttung, etc. vorhanden. Nach Rücksprache und erste Äußerungen vom Statiker, kann die Decke (aufgrund einer Spannweite von ca. 5,07m im Wohn/Esszimmer) nicht so extrem belastet werden, was auch immer er damit meinte. Fußbodenheizung, Nassestrich ?
Die Deckenbalken zwischen EG / OG haben ein Maß von 110/220mm und vom OG/DG 75/175mm.

Wie baue ich die Decke und den Fußbodenaufbau unter Berücksichtigung von Tritt- / Luftschall und Wärmedämmung. Über den späteren Bodenbelag habe ich mir noch nicht so wirklich Gedanken gemacht. Diese Maßnahme ist für mich erst einmal wichtiger, bevor ich mich an die Gestaltung gebe. Vielleicht eine Art hart PVC welches nach Holz (Paket / Laminat) aussieht. Soll sehr strapazierfähig sein.

Wie hoch ist der Fußbodenaufbau, da ich eventuell die Türstürze etwas verändern muss?


So jetzt habe ich sehr viel geschrieben ;-))

Ich hoffe auf eure Unterstützung und bedanke mich recht Herzlich

Thomas



Bodenkonstrunktion



Hallo,
warum brauchen Sie zwischen bewohnten Geschossen eine Wärmedämmung? Schallschutz ja klar. Fußbodenheizung kommt nicht in Frage wegen dem Gewicht und der Aufbauhöhe. Wandheizung aber schon. Hat auch den Vorteil das man die gleiche Vorlauftemperatur wie die Fußbodenheizung hat, was den zweiten Wärmetauscher spart und somit Kosten reduziert. Auf eine Balkendecke passt am besten ein Holzboden. Wenn die Statik das zulässt am besten eine schwere Schüttung rein. Wenn Statik nicht ausreicht eventuell Unterzug rein. Das sind viele komplexe Fragen auf einmal, die sich fernmündlich nur begrenzt beantworten lassen. Ich hoffe ich konnte ein paar Tipps geben. Viel Grüße aus Koblenz. Gerd Meurer



Gesamtlösung



Sie schreiben, dass Sie kein Flickwerk betreiben möchten. Das ist sicher richtig, lässt sich aber definitiv nur mit einem Gesamtkonzept, das am besten von einem Architekten erarbeitet wird, lösen. Suchen Sie sich einen Architekten, der Erfahrung mit Sanierungen hat in Ihrer Nähe, Sie werden dessen Honorar ganz sicher bei der Ausführung einsparen. Und eine unverbindliche und kostenfreie Erstberatung werden Sie von einem seriösen und engagierten Architekten ebenfalls erhalten. Er wird Ihnen ein Konzept erarbeiten, wie Sie Ihr Haus fachgerecht, preislich angemessen und für die Zukunft gerüstet sanieren. Bestimmt hat er noch Ideen parat, wie Sie im gleichen Atemzug ein paar Begebenheiten an Ihrem Haus verschönern können. ich hoffe, Sie finden den richtigen!





Sehr geehrter Herr Schattmann,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie haben recht, das ein Planer /Architekt tätig seien sollte. Nur für fast alle Gewerke habe ich eine Lösung.
Bis auf dieses Problem. Wo ich hoffe, das mir hier jemand einen guten Tipp geben kann. Zum Verschönern gibt es sicherlich immer etwas ;-))

Vielen Dank und Gruß
Thomas Meier



Sehr geehrter Herr Meurer,

vielen Dank für Ihre Tipps. Die Fussbodenheizung im Obergeschoss habe ich mittlerweile bei Seite gelegt. Eine Wandheizung, na ja sicherlich sehr schön (man sieht sie halt nicht), aber normale Heizkörper kommen sowieso zum Einsatz. Hätte ja sein können, das jemand ein super System aus dem Ärmel schüttelt (niedriger Aufbau, etc) ;-)).

Bis jetzt stelle ich mir den Boden Aufbau im OG und DG so vor :

* 28mm OSB Platte auf die Holzbalken Schrauben – sollte zwischen OSB Platte und Holzbalken irgendetwas dazwischen gelegt werden ?

* Randdämmstreifen

* 20 (oder12) mm Trittschalldämmung ISOVER Akustic EP3 – oder vielleicht EP2 20mm ?

* 25mm Fermacel Trockenestrichplatten

Zwischen den Holzbalken ISOVER Glaswolle (z.b. ZKF 2-035 fast voll ausgefüllt) – ich weiß diese ist eigentlich für die Zwischensparren Dämmung gedacht) Vielleicht hier lieber die ISOVER Akustic TP1/2 in zwei lagen?

Als Decke 2x 12,5mm Fermacel / Knauf Gipskarton


Ist diese Konstruktion ok und auch als Boden/Decke für ein Badezimmer geeignet?

Vielen Dank und Gruss aus Düsseldorf
Thomas





Hallo Thomas, hier ein paar Dinge aus unserem Erfahrungsschatz.
-- Wir haben die OSB Platten sofort auf die Holzbalken geschraubt. Ohne etwas dazwischen zu tun. Danach kam eine Trittschalldämmung, Holzfaser 7mm Bio Dämmplatte bis zu 37db(A)(für 2,50€ über Ebay ersteigert) , drauf und dann der eigentliche Bodenbelag. Der besteht aus aufgearbeiteten Dielen oder Rauhspund. Im Dachgeschoss aus Korkparkett. Es knackt und knarrt nirgend etwas.

--Zur Fußbodenheizung.... wir haben im Bad eine Fußbodenheizung mit einer AUFBAUHÖHE von 20mm.
Wenn du nähere Informationen haben möchtest dann melde dich einfach nochmal.

--mit Gipskarton haben wir die Wände verkleidet.
--Fermacell ist auch für das Bad geeignet. wir haben im großen Badezimmer einen Holzboden. Darauf eine Dichtbahn verklebt zum Abdichten gegen Nässe. Im vorderen Bereich kam daruf die dünne Fußbodenheizung. Im hinteren Bereich ab Wanne haben wir eine Stufe/Podest eingebaut. Dazu kam auf die Dichtbahn ersteinmal Styrodor,darauf dann die normale Fußbodenheizung (normale Aufbauhöhe) und auf die FB- Heizung dann Fermacellplatten. Auch hier ist alles fest und eben. der Boden im Bad wird dann gefliest.

Viele Grüße aus Solingen Patricia



Kernsanierung



Sehr geehrter Herr Meier,
bei der beschriebenen komplexen Sanierung kann ich nur zu einer Baustellenkoordination raten.
Ich biete solche Leistungen an und berate Sie gern.
Mit freundlichem Gruß
M. Waning