Holz_Stahlbeton Ja / Nein

09.04.2017



Hier mal eine Frage die mich die letzten Tage beschäftigt hat.
Vielleicht kann mir der ein oder andere nen Tip geben. Ich saniere unser ca. 100 Jahre altes Haus schon seit ein paar Jahren und habe auch schon viel Zeit mit der Holzbalkendecke des Bodens verbracht.
Meine Vorgehensweise war. Teppich raus, Pvc raus, Dielen raus, Lehm/Stroh raus, Schwartenbretter + Dachlatten als Auflage raus zum Schluss alles schön sauber saugen.
Neuer Aufbau: Folie einlegen, Lagerhölzer für Fehlboden einschrauben und bis OK Auflagenhölzer mit 8cm Steinwolle dämmen. Danach 22mm Fehlboden mit Nut/Feder Brettern auf Auflagenhölzer einschneiden/verschrauben, danach auf Fehlboden 10mm Styropor und an die seitlichen Flanken Randdämmstreifen tackern dazwischen dann wieder Folie und ca. 4cm Estrich mit Matten eingearbeitet. Der weitere Aufbau wäre dann ca. 3cm Ausgleichsschüttung, dann 10mm Holzfaser und zum Schluss 2x 18mm OSB als Trockenestrich.

Soweit so gut war auf jeden Fall viel Arbeit...Die Tage habe ich dann einen Beitrag über Holz-Stahlbeton gesehen. D.h. zwischen die Balken Folie uns ca. alle 20cm nen Schubverbinder in den Balken schrauben Stahl-Matten einscheneiden und das ganze dann mit Beton ausgießen. Hört sich meiner Meinung nach auch gut an, wäre vielleicht auch schneller gegangen.

Jetzt bin ich natürlich am Überlegen ob das nicht viel besser als mein Fußbodenaufbau gewesen wäre...und überlege ob ich evtl. nochmal rückbaue da ich erst in zwei Zimmern durch bin.

Hat vielleicht jemand Erfahrung mit Holz-Stahlbeton oder hat schonmal vor ner ähnl. Frage gestanden und könnte mir mal nen Tip geben ob das sooo viel besser gewesen wäre das sich jetzt ein Rückbau lohnt. Wärern dann leider ein paar Wochen Arbeitszeit umsonst vom Material mal abgesehen. Frage mich natürlich auch ob die Holzstürze (Querschnitt ca. 14cm) von den Fenstern unten drunter die Last auch überhaupt tragen würden?! Klar müsste das ein Statiker alles berechnen nur ist auch die große Preisfrage lohnt jetzt ein ankurbeln der großen Trommel...

Über Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar. MFG SA



Deckenaufbau



Warum den ganzen Aufwand?
PVC und Teppich raus sind natürlich sinnvoll- aber was soll der Rest?

Gibts Schäden?
Muß der Schallschutz unbedingt verbessert werden?

Andreas Teich



Deckenaufbau



Ich habe das Gefühl das Ihr selbstgeplanter Aufbau eine mehr oder weniger wahllose Zusammenstellung von Techniken und Materialien ist; das was man halt so im Internet findet.
Merke: Viel hilft nicht viel.
Für praktische Tipps braucht es Angaben zur Geschosshöhe und zur künftigen Raumnutzung.



Totaloperation



In der Medizin nennt man das wohl Totaloperation. Im Hausbau würde ich das nur machen, wenn die Balken und der Deckenaufbau zum Beispiel durch Feuchtigkeit großen Schaden genommen hätten und ein einfaches Trocknen keine Abhilfe schaffen würde. Aber auch dann würde ich eventuell nur den Einschub erneuern. Ohne Grund muss so eine Decke nicht raus!
Möchten Sie zum Beispiel ein Badezimmer mit gefliestem Boden in so einem alten Haus einbauen, dann kann so ein Aufbau mit Matten und Estrich ganz sinnvoll sein - allerdings ist unbedingt auf die eingebrachten Lasten zu achten. Gut ist es auch, wenn dann der neue Boden in der Außenwand und einer Seitenwand Abstützung findet. Wie gesagt - für ein Badezimmer mag das gehen 10-12 m^2. Für eine ganze Etage mit dieser Konstruktion wird wohl die gesamte Statik nicht ausreichen.
Sie sollten wirklich mit mehr Zurückhaltung am Ihre Bautätigkeit gehen. Es könnte sonst sein, dass Sie ihrem Haus die Identität vollkommen nehmen.



Antwort



Erstmal Danke für die Antworten...
Die Wohnung unten drunter soll vermietet werden d.h. eine Verbesserung des Schallschutzes wäre nicht schlecht. Leider sind ein paar Balken vom Scheibenbock so angefressen gewesen das sie ertüchtigt werden mussten. Von daher musste der Balkenzwischenraum ``geräumt´´werden. Die Lagerhölzer der Schwarten samt Schwarten haben auch nicht wirklich den super Eindruck mehr gemacht. Von daher alles neu...Da es im Durchnschnitt alle 50cm ein 18/18cm Balken liegt mache ich mir von der Statik her, sprich Belastung der 4cm Betonschicht, meiner jetzigen Konstruktion nicht so die Sorgen. Lehm hat auch Masse...Vom Deckenaufbau habe ich mich an die Empfehlung der Firma Mehabit gehalten. Die Geschosshöhe ist im EG 2,5 und im 1OG 2,8m. Die Räume sollen als normaler Wohnraum sprich Wohn,Ess,Küche,Flur; Schlafzimmer genutzt werden. Das Bad wahrscheinlich erst nach Abschluss der anderen Räume dran.

Mfg SA



Deckenaufbau



Also wird das eine Geschossdecke zwischen zwei Nutzungseinheiten.
Hier hört der Spaß am Selbstbauen auf.
Die Decke hat jetzt keinen Bestandsschutz mehr, sie muß nach den aktuell geltenden Bestimmungen aufgebaut werden.
Planer beauftragen, Baugenehmigung erwirken, Werkplanung auf der Grundlage von Statik, Brand- und Schallschutzberechnungen machen lassen, bauen lassen.