Warum gammelt das Holz? Und wie sollte es saniert werden?

09.07.2011



Hallo zusammen,

wir haben einen Wintergarten, bei dem in 2008 ein Schaden aufgetreten ist. In die Fuge (rechts, sich nach unten verbreiternd) ist wahrscheinlich aufgrund fehlerhafter Montage beständig Wasser eingedrungen und hat das Holz angegriffen. Zur Sanierung wurde alles gesäubert, die Hölzer mit Schrauben wieder zusammengezogen, fehlendes Holz durch Bauschaum ersetzt und von außen erfolgte ein Abdeckung mit Blechschiene.

Fortsetzung folgt...



Fortsetzung



Jetzt ist wieder ein Schaden aufgetreten. Das Holz ist feucht und weggegammelt (siehe Innenaufnahme). Das Dunkelgraue im Loch ist das außenliegende Blech, das hellgraue rechts ein Teil der Betondecke mit Bauschaumresten. Der Dachüberstand ist übrigens nicht gedämmt. Es handelt sich um ein mit Betondachstein gedecktes Dach mit Unterspannbahn und Dämmung, dahinter bewohnt. Die Möglichkeit, das das Wasser unter den Dachziegeln aufgrund eins Schadens weiter oben bis zum Wintergarten läuft wurde ausgeschlossen.
Warum ist dieser Schaden aufgetreten und wie muß jetzt saniert werden, damit dauerhaft Ruhe ist? Ich hoffe, die Experten hier wissen Rat! Vielen Dank schon mal für die Hilfe!

Gruß
Anja



Skizze



Hier noch eine Skizze,

der Teil der Betondecke, der auf dem Bild zu sehen ist, ist der rot eingekringelte Bereich. Nebenbei, wie nennt man das richtig?



Wintergarten



Ursache der Schäden ist eine fehlerhafte Konstruktion.
Die erste Reparatur hat nur die Symptome beseitigt, nicht die Ursachen. Durch fehlende Wärmedämmung bildet sich Kondensat, das Holz wird ständig aufgefeuchtet. Dazu vermute ich noch eine ungenügende Winddichtigkeit, die warme Innenluft in den Aufbau leitet. Besonders verheerend wirkt sich das aus, wenn der Wintergarten beheizt und damit als Teil der Wohnung genutzt wird. Außerdem kann Spritzwasser bei Regen in die schräge Verbindung der beiden Rahmenhölzer eindringen. Ob die Verblechung verhindert das Wasser dahinterläuft bezweifele ich.

Viele Grüße



Die Stelle dürfte der kälteste Punkt...



... in dem beheizten Raum sein. Blech und Beton lassen so stark kondensieren, dass das Holz (Meranti) das nicht abarbeiten kann. Zugleich hindert das Walzblech von außen die Abluft - evtl. hat auch der Außenanstrich von dem Holz in den ersten Jahren mehr abgesperrt und das Holz feucht sein lassen. Evtl. wurde aber auch von der Seite zusätzlich noch Wasser eingeschwemmt.

Der Bauschaum war kontraproduktiv.

Dauerhafte Ruhe gibt es bei solchen aufgesetzten Gauben nicht. Das würde eine komplette Dachsanierung erfordern - die Betondecke mit einbezogen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Sie schreiben ....



" ... fehlendes Holz durch Bauschaum ersetzt und von außen erfolgte ein Abdeckung mit Blechschiene"

Das Problem mit der fehlenden Dämmung scheint zu dem gezeigten Schaden sicher beigetragen haben. Dennoch würde mich mal ein Bild interessieren, wie diese Blechschiene nach der Reparatur des ersten Schadens ausgesehen hat (auf dem ersten Bild ist sie ja bereits zurück gebogen).

Ich vermute das damit die Ursache für von Außen eindringende Feuchte nicht hinreichend behoben war. Die Schäden am Holz sind außen größer als Innen. Wenn diese noch vom ersten Schaden stammen, stünde für mich trotzdem noch die Frage im Raum, ob die Bauteile darunter vor Einbringung des Bauschaums bereits hinreichend trocken waren.

Gruß aus Berlin,


PS: Den rot eingekringelten Teil der Decke bezeichnet man als Kniestock oder auch Drempel.



Neues Bild



Hallo zusammen,

vielen Dank schonmal für die Antworten. Hier noch ein Bild wie es nach der Sanierung in 2008 ausgesehen hat. Das der Bauschaum nicht die Richtige Entscheidung war haben wir schon gemerkt ;-)
Wie würde denn jetzt eine richtige Sanierung aussehen, möglichst ohne das der gesamte Wintergarten oder das halbe Dach ausgebaut werden muß?

Gruß
Anja



...



Hallo Anja,

wurde die Reparatur von einer Fachfirma gemacht oder ist das in Eigenleistung entstanden?

Weiß nicht wie das die an Anderen hier sehen, aber für mich kommt mit dem letzten Bild das Problem eindeutig von Außen! Hier wäre eine ordentliche Bauspenglerarbeit gefragt gewesen mit einem Hauch weniger Dichtmasse, die offensichtlich am Ende nicht wirklich gedichtet hat.

Das Detail is zugegebenermaß geometrich nicht gerade einfach zu händeln. Ich bin auf diesem Gebiet nicht so bewandelt, aber vielleicht äußert sich noch der Eine oder Anderen dazu.

Gruß aus Berlin,