Kachelofen Nadelholzverbot??

24.02.2008



Hallo zusammen,
stimmt es, dass in einem Kachelofen kein Nadelholz verbrannt werden darf?? Angeblich wegen des hohen Harzgehaltes, der Kamin, bzw. der Ofen würde versotten? Geht darum, dass wir unser Holz mit einer Gemeinschaft von 4 Leuten aus dem Wald holen und einer davon nur Laubholz nimmt, da er Nadelhölzer angeblich nicht verbrennen darf in seinem Ofen. So bleibt für den Rest natürlich weniger Laubholz, was ja schließlich aufgrund der höheren Dichte schon besser ist, zumindest in punkto Nachlegen und somit Gemütlichkeit...



Kachelofen Nadelholzverbot??



Hallo,
über ein Verbot des Nadelholzverbrennens ist mir nicht´s bekannt.
Da Nadelholz, sicher aber andere Bestandteile (Harze, Terpene) hat als Laubholz, und somit möglicherweise auch andere Rückstände verbleiben, kann ich ich nicht ausschließen, dass eben auch andere (oder mehr) Rückstände im Kamin verbleiben.

Fakt ist aber, dass Nadelholz einen deutlich geringeren Heizwert als Laubholz besitzt. Auch aufgrund der geringeren spezifischen Dichte.
Vieleicht ist euer "Kollege" einfach auf höheren Heizwert erpicht (ohne hier jemandem etwas unterstellen zu wollen).

Andererseits, frag doch mal die Bayern, Östereicher, Schweizer und auch Leute aus dem Norddeutschen Flachland. Da ist Nadelholz am häufigsten anzutreffen und dort werden sicher auch schon seit Jahrzehnten entsprechende Mengen Nadelholz im Ofen landen.

Gruß
Martin



Nadelholz



Sehe ich auch so wie Martin.
Eiche ist qualitativ natürlich das bessere Holz mit höherem Heizwert, Versottungen würde ich aber nicht so ohne weiteres darauf zurückschieben. Diese werden erstrangig durch nicht richtig abgelagertes, zu feuchtes Holz oder auch durch zu geringe Sauerstoffzufuhr verursacht. In Gegenden von z.B. Bayern/Baden Württemberg wo Eiche Mangelware ist, ist heizen mit Nadelholz seit Jahrhunderten üblich...

Viele Grüße
Mathias





Nadelholz hat den höheren Heizwert pro Kilogramm,
eben wegen der Harzanteile!

Da Holz aber in der Regel nach Raummaßen gehandelt wird,
hat natürlich Laubholz aufgrund der höheren Dichte die Nase vorn.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ein Schornsteinfeger



hat mir mal erklärt, das das einzige kritische Holz Pinie sei, wegen der Entstehung großflockiger Flugasche.
Ansonsten verheizen wir im Kachelofen was kommt, egal ob hart oder weich, Hauptsache trocken.
Bisher (6 Jahre) kein Problem.

Gruß Holm



Also, ---



--- wir heizen seit vielen Jahren " nur " mit Nadelholz ( Kiefer ).
Unser Stückholzkessel mag gut getrocknetes Brennholz sehr.
Er schickt seine erzeugte Wärme via Schwerkraft in einen
Pufferspeicher, welcher sich im 1. OG unserer Werkstatt befindet. Wohnhaus und Werkstatt sind praktisch eine Einheit. Aus dem Pufferspeicher werden die Heizkörper in der Werkstatt und dem Wohnhaus durch eine Umwälzpumpe versorgt. Auch das warme Brauchwasser wird von dem Speicher
bereitgestellt. --- Kurz und gut, bei der Verbrennung von Holz ist darauf zu achten, daß das Holz trocken und eine
ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet ist. Dann gibt es auch keine Probleme bezüglich einer Versottung des Schornsteines. --- A. Milling





@ Phillip

ist mir neu, dass Nadelholz, aufgrund der Harzanteile einen höheren Brennwert hat.
wenn man diesen Links glauben kann, bestätigt sich aber deine Einschätzung.

http://www.juergensager.de/heizw_holz.htm

Oder hier:

http://www.kago-brennholz.de/heizwert.html

Meine Erfahrung ist aber, mit Laubholz wird es wärmer!

Grüße
Martin



Bei uns im Haus



haben wir einen Kachelofen schon X-Jahre drin. Die vom Vorbesitzer übernommenen Holzlager waren Kiefer und Fichte. Scheint also schon immer so geheizt worden zu sein. Keine Probleme. Kann also von meiner Seite Entwarnung geben.

Gut heiz

Marko



Sind wohl...



viele "Holzheizer" hier vertreten. Ich glaube Laub- oder Nadelholz wird in Zukunft nicht das Problem sein.

Wartet doch mal ab, was aus der, momentan in Diskussion befindlichen "Feinstaubbelastung" von Holzfeueranlagen wird.

Da kann man vermutlich bald die Fördermittel der BAFA, die man vieleicht für die Einrichtung einer Holzfeueranlage erhalten hat, ganz schnell wieder im "Abgabentöpfchen" versenken.

Na warten wir mal ab!

Nachdenkliche Grüße
Martin



Was heist hier



"vielleicht" Martin? Da bin ich mir sogar ziemlich sicher.
:-((( Wäre nicht das erste mal, linke Hosentasche mit "öko"-Zweck rein und rechte mit öko-Zweck wieder raus.



Holzgemeinschaft



Da scheint ja jemand von der Gemeinschaft beim Holzmachen ungemein zu profitieren...
Also:
vorgeschrieben ist lediglich, dass Holz mindestens zwei Jahre getrocknet sein muss, besser sind natürlich drei, da das Harz dann richtig ausgehärtet ist.
Wie man nun immer anteilig den Heizwert berechnet, Hartholz ist besser.

Versotten kann Ihr Schornstein, wenn Sie feuchtes Holz bei zu geringer Temperatur verbrennen, eine zu geringe Sauerstoffzufuhr zulassen oder eine zu niedrige Abgastemperatur haben, ev. durch Wärmetauscher oder schlechten Zug. Das alles ist unabhängig von der Holzart, Buche zum Beispiel erzeugt super Glanzruß, wenn die Abbrandtemperatur zu niedrig ist.

Alles Gute



Also Jan



kann aus praktischer Erfahrung nicht alles nachvollziehen.
Ich hatte letztens was mit der Heißluftpistole zu tun. Als Unterlage hatte ich uralte Bretter aus dem Schuppen genommen. Nun ließ es sich nicht vermeiden, dass die Bretter auch etwas mit heiß gemacht worden. Was dabei eindeutig zu sehen war, dass das Harz durch die Wärme flüssig wurde und aus dem Holz herauslief.
Da aber nun Holz im Ofen nun besonders warm wird, wird wohl auch dort das Harz flüssig werden. Selbst bei sehr alten Holz. Somit fällt m.E. das Erhärten des Harzes als Grund für eine lange Brennholzlagerzeit weg.

Gruß Marko



@Marko



Kann dir da nur Recht geben.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie mein Vater (Bootsbaumeister), der auch Möbel schreinerte, bei Nadelholz ein glühendes Messer oder ähnliches verwendete um die Harzlachten (so heißt das) auszubrennen. Das dort enthaltene Harz konnte dadurch, es wurde nämlich flüssig, entfernt werden und das Holz war zur Oberflächenbehandlung bereit.

Also, Harz wird vermutlich flüssig bei Wärmeeinfluss.
Unabhängig davon, wie alt es ist.

Grüße
Martin





Tut jetzt überhaupt nichts zur Sache, aber egal- schmilzt eigentlich Bernstein bei Hitze ?



Ja



bei ca. 375°C. Google ist geil!





Na, warum tut das nicht´s zur Sache?
Auch Bernstein ist Harz (meiner unmassgeblichen Meinung nach. Hab jetzt nicht Gegoogelt).

Und "375" Grad sollte ne Heizung schon "packen", gell?

Grüße
Martin





Was haben wir hier nur für schnelle Jungs !
Dankeschön euch beiden !





Mit Bernstein haben die Wikinger sogar geheizt,
einfach am Strand aufgesammelt und in den Ofen.

Man kann Bernstein auch in heißem Leinöl auflösen,
und damit eine Art Kunstharzlack herstellen.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Langsam



wird mir auch klar, warum das Bernsteinzimmer verschwunden ist. Das haben sie bestimmt im Winter '45 verheizt!:-)

Gruß Marko



Ein Schelm...



...der böses dabei denkt.

Auf die Idee wär ich jetzt auch nicht gekommen. Aber die Winter waren ja kalt damals.
;-)





@Phillip Kawalek
Genau, fällt mir grad wieder ein, es gibt oder gab Bernsteinlack ! Damit sollen die edelsten Oberflächen geschaffen worden sein !
Adolf Riedl von den Sehestedter Naturfarben, www.sehestedter-naturfarben.de, vertreibt einen Bernsteinlack, zu dessen Qualität kann ich aber leider nichts sagen !





@ Martin und Marko
Zerstört nicht den Lebensinhalt all der Bernsteinzimmersucher ! :-)



Nadelholz macht lediglich



beim Abbrand im "Offenen Kamin" Probleme weil es "sprizt".

Ansonsten hat Nadelholz, auf die Masse bezogen, tatsächlich einen etwas höheren Heizwert als Laubholz.
Es wiegt aber deutlich weniger, daher muss die volumenmäßige Aufgabemenge entsprechend höher sein.

Wichtig für alle Hölzer ist dass diese
trocken,
naturbelassen
und stückig
sein müssen.

Ansonsten einfach das Holz verwenden das regional zur Verfügung steht.