Braunfäule ??

31.08.2003



Hab' da eine Frage an die Experten: Eine Schwelle ist im Sockelbereich direkt an der Ecke auf einer Länge von ca 30cm komplett zerstört. Das Holz bröckelt würfelig und dabei z.T. in hauchdünnen Scheiben, sieht aus wie ein Croissant, das zerfällt. Betroffen ist aber bemerkenswerter Weise der äußere Teil sowie der Zapfen, der in den Stempel reinragt. Am Stempel ist auch nur der äußere Teil betroffen, der nach innen liegende Teil der Zapfenaufnahme ist komplett ok und steinhart. Direkt daneben - nach innen - ist auch noch eine Holzleiste aus Kiefer oder Fichte, die dort seit ca 20 Jahren angebracht ist und in keinster Weise angegriffen ist. Dieses Erscheinungsbild widerspricht allen üblichen Beschreibungen für Braunfäulebefall, da die Stelle nicht übermässig der Feuchtigkeit ausgesetzt ist (lediglich etwas feuchter Dreck,der auf dem Sockel lag), stark dem Sonnenlicht ausgesetzt ist und zudem an einer sehr zugigen Ecke des Hauses ist. Wieso ist die Eichenschwelle angegriffen und das Nadelholz absolut einwandfrei?
Da der Schaden aber nicht wirklich dramatisch ist, möchte ich ein neues Teil anlaschen. Dazu eine zweite Frage: Da man die Schnittstellen wohl nicht so sauber hinbekommt - vor allem nicht in 200 Jahre alter Eiche -, daß es nicht doch eine Spalt zwischen den beiden Bauteilen gibt, meine Frage, ob man an der Stoßfläche irgendeine Dichtmaße auftragen sollte ??
Vielen Dank für alle Infos und Ratschläge



Schadbild



Zu Deiner Frage hinsichtlich des Schadbildes bin ich nicht allumfänglich aussagekräftig. Dies sollten die Baubiologen oder "Holzwürmer" unter uns erklären. Doch was die Verbindungen der zu wechselnden Hölzer und den Neueinbau betrifft, da kann ich nur sagen, daß dies ein guter Zimmermannsgeselle, der über eine längere Erfahrung im restaurierenden Bereich verfügt, bestens hinbekommt, ohne welche Dichtmaterialien einbauen zu müssen. An meinem derzeitigen Bv in Görlitz kann ich dies nur bestätigen. Grüße in den Taunusstein.



Fäulebild



Guten Tag, wenn das Holz würfelartig bröckelt, hört es sich nach Braunfäule an. Ist es dunkeler Richtung braun verfärbt oder eher heller und vielleicht faserig geworden? Die "hauchdünnen Scheiben" kann ich so nicht zuordnen, soetwas muß man gesehen haben. Bei Insektenbefall kann es auftreten, dass Spätholz stehengelassen wird und nur die Frühholzteile des Jahrringes gefressen werden. Dann entsteht ein Schadensbild was ich mit Scheiben und Blätterteig beschreiben würde. "Lediglich etwas feuchter Dreck" bedeutet die höchste Gefährdung, die man sich für ein Holz vorstellen kann, weil es lange feucht bleibt und zu Braun- und Weißfäulen auch Moderfäulepilze angreifen können. (Gefährdungsklasse 4 nach DIN 68800). Ein Sachkundiger kann bei einer Besichtigung bestimmt genaueres sagen als so möglich ist. Wenn Sie das für überflüssighalten, verweise ich nochmal auf den beitrag von Hr. Mühle. Wenigstens ein erfahrener Zimermann sollte ran und bloß keine Dichtmassen/Fugenfüller! mfG. Ulrich Arnold



Braunfäule



Lieber Holger

Bei der Beantwortung der Frage, warum ein Teil der Hölzer befallen und ein Teil nicht befallen ist, solltest du dich in erster Linie an die Frage der Dauerfeuchte halten.
Die Dauerhaftigkeit der Feuchte ist das wichtigste Kriterium bei der Entstehung dieses Befallsmerkmals verschiedener Pilzarten.

Da die örtlichen Gegebenheiten aus der Ferne schwer zu beurteilen sind, muß ich die Suche danach deinen detektivischen Spürsinn überlassen. Achte auf Bewuchs, Schattenbildung, Risse, Fugen, Verschutzungen, Laub, Undichtigkeiten, Windrichtung, vergangene Konstellationen etc.

Mit besten Grüßen


Lutz Parisek