Wandtemperierung Grosseschmidt

04.02.2010



Hallo zusammen,
ich lese schon längere Zeit die Beiträge in diesem Forum und finde diese sehr interessant. Ich stieß hier vor einiger Zeit auch auf die Wandheizung nach Grosseschmidt. Da ich bisher nur ältere Beiträge darüber gefunden habe, interessiert mich, ob sich an der doch überwiegend positiven Meinung zu dieser Wandheizung unter den Fachleuten hier im Forum etwas geändert hat - vielleicht aufgrund neuerer Erfahrungen oder Erkenntnissen. Wir haben ein altes Anwesen erworben, welches im EG aus etwa 45 -50 cm Bruchsteinmauerwerk besteht, welche in verschieden Räumen feucht sind (Zwischenwände, als auch Außenwände). Im Anbau im 1. Stock besteht das Mauerwerk aus Bimsstein 24cm. Hier wurde mir empfohlen, von innen mind. 17cm besser 24cm Hohlziegel beizumauern und diese Lage für Lage mit einer Isolierschüttung zu füllen. Ist dies eine gute bzw. ausreichende Lösung? In die Ziegelwand würde dann das Rohr der Wandheizung eingebracht werden. Die Bruchsteinmauer sollte ich gar nicht dämmen. Dies wurde mir von einem Architekten, der schon etliche Grosseschmidt-Wandheizungen geplant hat, geraten. Eine geplante FBH würde ich nicht benötigen, da die Wandheizung vollkommen ausreichen würde. Hierzu muss ich nocht erwähnen, dass wir im Haus im EG und 1. Stock noch zwei Öfen mit einplanen. Benötigt die alte Bruchsteinmauer wirklich keinerlei Dämmung? Wie hoch ist eigentlich die Vorlauftemperatur bei so einem Temperierungssystem (Sommer / Winter)? Ist Cu-Rohr besser geeignet als Kunststoffrohr? Welcher Putz ist neben Lehm noch zu empfehlen? Ist es möglich die Heizkreise für EG und 1. Stock zu trennen um im Sommer nur das EG zu temperieren, um Feuchtigkeit im Mauerwerk zu vermeiden? Sorry, das sind sehr viele Fragen. Für Eure Antworten, im Voraus besten Dank.
Liebe Grüße
Thomas





Hallo Thomas,

generell liefern Wandheizungen eine angenehme gleichmäßige Wärme.
Speziell im ungedämmten Altbau sorgen sie zudem für eine warme Wandoberfläche und verhindern somit äußerst effektiv, das sich Oberflächentemperaturen unterhalb des Taupunktes einstellen können.
Bei Altbausanierungen kommen leider die konstruktiven Möglichkeiten der Wandtemperierung oft viel zu kurz.
Heizleisten sind eine weitere gute Möglichkeit die Wände nicht unter den kritischen Bereich auskühlen zu lassen.
Die Heizkreise sollten in jedem Fall getrennt regelbar sein. Anders ist eine raumspezifische Temperaturanpassung nicht möglich.
Neben Lehmputz bietet sich auch Kalkputz für Wandheizungen an.
Für die 24er Wand gibt es auch andere Methoden, als die geplante Dämmung.
Auch in Verbindung mit Wandheizungen. Einfach mal oben rechts die “Suche” bemühen.


Grüße aus Schönebeck





Hallo Herr Struve,
danke für Ihre Antwort. Verliere ich nicht zuviel Energie nach außen, wenn die Bruchsteinmauer nicht gedämmt wird?
Die Heizkreise sollen über Thermostate geregelt werden. Was ich jedoch meinte, kann ich die Temperierung im 1. Stock im Sommer komplett auf 0 zurückfahren, wenn Sie im EG (reduziert) läuft, ohne dass dies Nachteile auf die Bausubstanz und das Wohnklima hat? Und noch eine wichtige Frage, die mich interessiert: Kann ich auf die FBH verzichten?
Liebe Grüße
Thomas





Hallo Thomas,

Wärmeverluste der Wandheizung können zusätzlich durch Montage auf Dämmungen wie Holzweichfaser oder Schilfrohr verringert werden.
Feuchteschäden die ihre Ursache in aufsteigender- oder seitlich eindringender Feuchte haben werden Sie über eine Wandheizung nicht lösen. Lediglich der Kondensfeuchte kann mit diesem System effektiv entgegen gewirkt werden.
Die Heizung muss dem Wärmebedarf angepasst werden. Ob die erforderlichen Rohre dann in der Wand oder im Boden liegen ist relativ egal.
Da diese Heizungen mit geringen Vorlauftemperaturen laufen, sollte sie lieber etwas üppiger als zu knapp dimensioniert werden.


Grüße aus Schönebeck



Was sagt denn der Architekt



zum feuchten Mauerwerk, hierfür muss es ja schließlich einen Grund geben. Bevor das geklärt ist, würde ich alle Überlegungen erst mal ruhen lassen.

Dauertrockung durch Heizen ist nebenbei die teuerste Methode der Mauertrocknung. Das Grosseschmidt-System ist generell nichts fürs Energiesparen.





@Markus

Da kennen Sie aber die Branche noch nicht.

grüße aus Schönebeck



Grosseschmidt-System läuft nicht mit niedrigen Vorlauftemperaturen



das Haus wurde seit zwei Jahren nicht mehr richtig beheizt und vorher auch nur mit Einzelöfen. Bei der Feuchtigkeit handelt es sich an einer Seite um Feuchtigkeit durch eindringende Feuchte, da an dieser Seite die Außenmauer im Erdboden war und weder eine vertikale Abdichtung, noch Drainagerohre vorhanden waren. Dies haben wir im letzten Jahr geändert. Wir haben ausgebaggert und einen Teil offen gelassen für eine Terasse, den Rest haben wir abgedichtet und Drainagerohre verlegt. Wir haben auch Probleme mit Kondensfeuchte und wohl auch mit aufsteigender Feuchtigkeit, da im Altbau keine hor. Sperre vorhanden ist. Bei der Wandtemperierung nach Grosseschmidt sind die Vorlauftemperaturen höher als bei der normalen Wandheizung. Das ist ja der Kniff, durch die höhere Temperatur und den größeren Rohrquerschnitten werden weniger Rohrwindungen verlegt. Diese Methode wird nicht nur gegen Kondensfeuchte, sondern auch gegen aufsteigende Feuchtigkeit angewendet. Wurde bisher nicht nur in Museen und Kirchen, sondern auch zum Teil schon in Wohnhäusern angewandt. Durch die langfristige Trocknung der Wand steigt auch der Dämmwert. Ich plane mit Scheitholz zu heizen da ich hier günstig ran komme. Wir besitzen ein Holzrecht. Zudem plane ich zu der Wandtemperierung auch noch zwei Kachelöfen (EG und 1. Stock) mit ein. Sicherlich wird ein teil der Energie verloren gehen aufgrund der schlechten Dämmung. Ich könnte vielleicht von außen dämmen, um nicht zu viel Wärme entweichen zu lassen. Ich habe bisher nur Positives über dieses Wandtemperierungs-System gehört und möchte mir auch ein laufendes System in einem Wohnhaus demnächst ansehen. Bei dem weitverbreiteten Injektionsverfahren oder mit Edelstahlplatten bin ich eher skeptisch. Elektroosmose ist nach meinen Recherchen absoluter Nonsens.
Liebe Grüße
Thomas





Hallo,
mir scheint Sie kennen die Ursache nicht, wollen sie aber trotzdem bekämpfen.
Wandtemperierung ist wie gesagt ein adäquates Mittel gegen Kondensat.
Für die Bauwerksabdichtung funktioniert das nicht.

Eine Abdichtung ist mehr als eine Wand schwarz zu machen und zu einer Drainage gehört auch mehr als ein Rohr zu vergraben.

Sorry, ist aber so.

Grüße aus Schönebeck





Wer sagt denn, dass wir nur ein Draingerohr eingebracht haben b zw. nur Dichtschlämme verwendet wurde?
Also ich habe mich nun sehr intensiv über die Wandtemperierung von Grosseschmidt informiert. Und immer wurde sie auch als wirksames Mittel gegen aufsteigende Feuchtigkeit empfohlen. Wenn ich die Wand aufheize wird diese austrocknen. Ich habe ja keine Quelle in der Wand, so dass sofort das Wasser im Schwall nachläuft, wenn die Trocknung einsetzt. Die Temperierung trocknet die Mauer von unten her aus. Ein Nachteil ist vielleicht, dass die Temperierung auch im Sommer (jedoch mit niedrigerer Temperatur) laufen muss, aber das möchte ich mit Solarzellen auffangen. Irgendwelche Chemikalien, die mittels zweifelhaftem Injektionsverfahren für tausende von Euro in die Wand gespritzt werden sind wohl nur für die jeweiligen Firmen ein rentables Geschäft.
Ich bin froh, dass es ein solches System, wie das von Grosseschmidt gibt. Zudem ist ein Haus, welches über die Wände mit Strahlungswärme heizt vom Wohnklima wesentlich angenehmer und gesünder wie FBH oder gar Konvektionswärme über Heizkörper.
LG Thomas



Warum kommen



Häuser auch ohne Temperierung aus, hiermit wird doch irgendwie nur aufwändig an den Symptomen laboriert.
Aber Sie haben sich ja bereits entschieden. Wenn Sie nach Grosseschmidt nicht nur "temperieren" sondern richtig heizen wollen, viel Spaß bei der Holzaufbereitung.





Hallo,

Wie schon gesagt, der Erfolg hängt davon ab, ob oder wie viel Feuchte bei Ihnen ursächlich ist.
Eine feuchte Wand leidet nicht immer an aufsteigender Feuchte.
Wenn Sie aber eine feuchte Wand über eine Heizung an der Oberfläche trocknen ohne den Wassereintrag der auch hygrisch sein kann zu verhindern, kann passieren das immer neue Salze an der trocknenden Oberfläche auskristallisieren.
Das währe dann gegebenenfalls auch in Ihrem Wohnzimmer.

Grüße aus Schönebeck





Hallo,
sorry, da ich im Moment viel unterwegs bin, dauert es immer ein paar Tage bis ich antworten kann. Zu 100% habe ich mich noch nicht entschieden. So eine Wandheizung ist mir halt sympathisch, da erstens keine Heizkörper an der Wand hängen und zweitens durch die abgestrahlte Wärme der Wand ein angenehmes Raumklima erzeugt würde. Leider sagt einem jeder was anderes bzgl. Dämmung und deswegen werde ich immer unsicherer, je mehr ich mich informiere. Ist es sinnvoll bei der erwähnten Wandtemperierung eine Außendämmung anzubringen, um nicht zu viel nach außen zu verheizen? Wie man immer liest, soll eine Außendämmung wesentlich unproblematischer sein, als eine Innendämmung.
Ich stelle mir dass so vor, dass ich mit der Temperierung eine gewisse Grundwärme erzeuge und mit dem Kachelofen dann auf eine Raumtemperatur von ca. 20°C aufheize, im Bad ist auch ein Heizkörper eingeplant. Ich bin auf keinen Fall abgeneigt gegenüber Dämmung, bin jedoch verunsichert, aufgrund der verschiedenen Aussagen, zum Teil auch in diesem Forum.

LG
Thomas



Wenn Außendämmung möglich



dann immer auch außen dämmen.





Hallo Herr Göb,
Spricht etwas gegen einen Vollwärmeschutz aus Styropor? Oder gibt es für außen bessere Alternativen?
Gruß
Thomas



Geschackssache



Außen ist man mit der Materialwahl wesentlich flexibler, es bleibt also den eigenen Vorlieben (Sparsamkeit, Ökologie) überlassen.