Heizung, Mühle, Holz, gedämmt, Fachwerkhaus

28.12.2007



Hallo,
ich bin neu in diesem Forum (zum ersten mal überhaupt in einem Forum) und bitte etwaige Formfehler zu entschuldigen.

Ich habe Ensemble gekauft, dass eigentlich zu 80 % seiner Gebäude von einem Bauträger abgerissen werden sollte.
Lediglich das (eher uninteressante) Fachwerkhaus steht unter Schutz. Da ich mit der Restaurierung dieses Hauses beginne baruche ich hierzu dringend Ratschläge.
Es handelt sich um ein (bis auf eine Giebelseite freistehendes) Fachwerkhaus von 1725. Das EG des Hauses ist 13m x 7 m groß und die dortige 18 cm Mauerwand darf von Aussen gedämmt (ca 8 cm Perinmeter)werden. Im EG wird der teilweise neue Boden maximal gedämmt. Alle Fenster werden erneuert.
Das (zukünftig offen ligende) Fachwerk im OG soll nicht aussengedämmt werden. Der Boden des (nicht ausgebauten) Speichers wird maximal gedämmt

Die Schwachstelle wird also die Aussenwand des OG sein Das sind etwa 70 m² Wandfläche).


Meine Idee:
Im EG mit neuem Bodenaufbau (=50 m²) mit Fußbodenheizung ausstatten (dies ist bautechnisch gut möglich). Der unterkellerte Bereich von unten her dämmen und wie den den Rest des Hauses (also ca. 100 m² Grundfläche) mit einer Wandheizung und Lehmputz ausstatten.
Zur Zeit glaube ich, dass mit einer Ölbrennwertheizung gearbeitet werden sollte - später kann auf eine Wärmepumpe umgestellt werden (dürfte durch die Flächeheizung funktionieren)

Ist das wirtschaftlich?
Nimmt das Fachwerk Schaden (Tauwasser )?

Über Informationen und Meinungen oder Teilmeinungen wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße



Willkommen im Forum!



Schön, daß Sie vor dem Bauen hergefunden haben.

Hier meine Teilmeinungen zum Thema:

Im EG können Sie FBH und Dielung sehr schön verbinden, indem Sie statt eines Heizestriches das System von www.ripal.de mit Lagerhölzern im Trockenaufbau verwenden. Wir haben das nun schon mehrfach gebaut (Unterbau, Wärmeleitbleche, Rohre, Dielung; der Rest ist beim Heizungsbauer besser aufgehoben) und können durch die Jahre beobachten, daß es gut funktioniert. In Verbindung mit geeigneten Hölzern ist nur eine sehr geringe Neigung zur Fugenbildung festzustellen. Als Dämmung darunter empfehle ich Holzweichfaserplatten System DOSER - bin kein Freund von Styrodur.

Wandheizung und Lehmputz passt bestens zusammen - in Verbindung mit einer Dämmung (HWPL). Diese sollte für Ihr konkretes Objekt berechnet werden. Fachfirmen dafür wären z.B. für die Heizung
Flegel GmbH - Bad Heizung Dach
Dirk Flegel
Radeberger Straße 110
01900 Großröhrsdorf
Tel.: 035952-46100
Fax : 035952-46035
eMail: dirk.flegel@gmx.de

und für den Putz:

LehmHandWerk Udo Mühle / Jens Jannasch
LehmHandWerk
Büro: Straße der Jugend 3
02736 Oppach
Tel.: (03 5 87 2) 3 94 61; (03 59 36) 4 53 98
Fax : (03 58 72) 3 97 38; (03 59 36) 4 53 99
eMail: info@lehmhandwerk.de
Ansprechpartner Udo Mühle, 0160 7226041

Anbei ein Modellaufbau der empfohlenen FBH.

Mehr über meine Firma erfahren Sie durch Anklicken des unteren rechten "Profil" Buttons.

So, das war gleich die "volle Breitseite", jetzt haben Sie richtig Arbeit :-)

Grüße aus Sachsen

Thomas W. Böhme



Ähnliches Fachwerkhaus



Guten Tag Herr Hoehl,

der Aufbau Ihres Fachwerkhauses erinnert mich an unser Fachwerkhaus. Wir habe auch eine Giebelseite mit Ziegelsteinen außen gedämmt und die Fachwerkwände innen.
Fußbodenheizung im EG und Heizkörper im OG. 80 Prozent im EG sind nicht unterkellert und unter der Bodenplatte gut gedämmt. Der Keller (Technikraum) ist an der Decke gedämmt.
Schauen Sie gerne mal unter www.fachwerkhaus-lorsch.de nach.

Herzlich Willkommen im Forum

Tobias Bucher



@ Tobias



Da wurde ja wirklich ein Schatz reanimiert.

Klasse Seite.

Grüße

Thomas



Sinnvoller Fortbestand...



...sollte stets im Augenmerks sein und da ist es bei derartig alten Gebäuden immer schwer, eine vernünftige Gesamtlösung für heutige Verhältnisse zu finden.
Doch über die Möglichkeit eines Gesamtkonzeptes, wo beirts im Planungsphasenbereich die jeweiligen Fachbetriebe mit im Boot (am Tisch!) sind, ist eine hervorragende Endlösung sicherzustellen.
Moderne Baustoffe haben sicherlich an den richtigen Einsatzstellen ihre Berechtigung, doch sollte man in historischen Gebäuden sehr feinfühlig damit haushalten.
Historische Materialien haben da wesentlich bessere Eigenschaften und diese Materialien gibt es heute in modernster Form und Art und Weise.
Also Holz und Holzfaser, Lehm und Lehmsonderprodukte, die bekannten "Sauerkrautplatten", heute magnesithgebundene Heraklithplatten, Glas als Dämmstoff (Foamglas) usw.
Die Symbiose der Gesamthandwerkerschaft findet dann die jeweilig geeignete Lösung.
Wichtig ist aber im Betrachtungswinkel, die Energiefrage Ihres Objektes.
Also, wie soll beheizt werden (Öl, Gas, BHKW, Wärmepumpe, Solar). Daraus resultieren dann die entsprechenden weiteren Maßnahmen.

Es wäre also von Vorteil, wenn Sie zu Ihrer Situation sich den entsprechenden Fachpool zusammenstellen würden, um dann das Durchführungskonzept zu erarbeiten.
Noch ein Tipp:
Schauen Sie sich von den ausgewählten Fachunternehmen langjährige Referenzen genau an und sprechen mit den jeweiligen Nutzern! So können Sie sehr schnell die Spreu vom Weizen trennen!

Hiermit entlasse ich Sie in den verdienten Jahreswechsel
und wünsche Ihnen für das zu erwartende neue Jahr Gesundheit, gutes Überlegungsgeschick und daß Ihr Vorhaben einen guten Verlauf nimmt,

Udo Mühle



Wirklich toll



dass das mit dem Forum so gut funktioniert. Zuerst möchte ich mich bei Herr Böhme, Herr Bucher, Thomas und Herr Mühle bedanken - auch oder gerade wenn es in den Äusserungen "nur" darum geht einem Mut zu machen - den kann ich wirklich gebrauchen.

Herr Böhme,
die FBH für Holzaufbauten finde sehr interessant. Mindestens in einem Raum im "neuen EG" plane ich Holz (und natürlich das gesamt Obergeschoss) - hier hoffe ich einige der alten Dielen verwenden zu können). Im EG (Küche und Essebereich) denke ich allerding an die Wiederverwendung alter Tonkacheln.
Ich frage mich gerade ob man das Ripalsystem mit Heizestrich kombinieren kann (für den einen Raum in neuen EG)
und ob es auch in dem unterkellerten (von unten gedämmten Räumen) einsetzbar ist (auch hier wäre Holz nett).
Auf jeden Fall werde ich mit dem von Ihnen empfohlenen Heizungsbauer Kontakt aufnehmen. - Danke noch mal!

Herr Bucher,
vielen Dank für die freundliche Einladung. Ich werde gerne nach meinem Urlaub darauf zurückkommen.

Hallo Thomas,
ich werde sehen ob es sich um einen Schatz oder um das Fass ohne Boden handelt. Oder beides :-)

Herr Mühle,
ihre (dem Planungsstand entsprechend) eher allgemein gehaltenen Überlegungen sind bestimmt richtig. Aber wäre es nicht sinnvoller vor der Konsultation entsprechender Handwerker einen unabhängigen Gesamtexperten vorzuschalten? Gibt es so jemanden überhaupt? Wenn ja wäre ich an einem Namen sehr interessiert. Nach meinen bisherigen Erfahrungen haben Energieberater am Fachwerk kein Interesse und folglich auch zum Teil eher weniger Ahnung.


Also als Essenz bleibt:
ich werde einen Fachwerk-Heizung-Dämmungs Experten suchen, der mir Hilft falsche und/oder teure Entscheidungen zu vermeiden.
Wer so jemanden kennt und gute Erfahrunegn gemacht hat soll sich bitte melden!!



@ Wirklich toll



....Herr Mühle,
ihre (dem Planungsstand entsprechend) eher allgemein gehaltenen Überlegungen sind bestimmt richtig. Aber wäre es nicht sinnvoller vor der Konsultation entsprechender Handwerker einen unabhängigen Gesamtexperten vorzuschalten? Gibt es so jemanden überhaupt? Wenn ja wäre ich an einem Namen sehr interessiert. Nach meinen bisherigen Erfahrungen haben Energieberater am Fachwerk kein Interesse und folglich auch zum Teil eher weniger Ahnung................


Für diese Situation haben Sie wirklich Recht!
Und hier kann und wird Ihnen ein guter Architekt sehr hilfreich sein, da nur er Ihre Gesamtsubstanz vernünftig analysieren wird.
Er hält Ihnen der Rücken frei, was Machbarkeiten betrifft, Angebote, Preise, Ausführungen, Abrechnungen, Fördermittel etc. amgeht.

Gedankliche Unterstützung zum Thema

Udo Mühle



Hallo Her Hoehl,



wenn Sie in Ruhe durch die Ripal-Seite blättern, werden Sie auch Varianten mit Heizestrich finden. Auch für die unterkellerten Räume wäre das System, hier würde ich wieder den Trockenaufbau bevorzugen, wenn Holz darauf soll, geeignet.

Die Firma Ripal erstellt im Auftragsfall komplette Verlegepläne unter Berücksichtigung Ihrer Situation.

Wenn noch schone alte Tonfliesen vorhanden sind, können die natürlich in den neuen Boden integriert werden.

Ein schönes (und wenig arbeitendes) Holz ist zum Beisiel Douglasie.

Grüße

Thomas W. Böhme