Positionierung Wandheizungsflächen

14.01.2008



Guten Tag,

ich befinde mich aktuell in der Planungsphase für ein Neubauprojekt. Aus Bauzonenaspekten muss ich die geringe Bauhöhe des heutigen Objekts einhalten. Eine Fussbodenheizung wäre prima, wird aber (wg. Bauhöhe mit Isolation und Estrich) eher schwierig. Die Wandheizung ist eine Alternative. Die meisten Räume des Hauses erscheinen mir machbar, aber der Wohn/Essbereich ist als grosser Raum mit ca. 55 m2 und offenem Luftraum geplant, die Giebelfassade ist zu 100% verglast, damit bietet der Raum nicht mehr viele Aussenwandflächen.
Kann die Wandheizung auch in die Dachschräge verlegt werden? Wird dann trotzdem noch eine ausreichende Heizleistung erzielt? Oder steigt der Flächenbedarf (der Flächenheizung) so dramatisch an, das es nicht mehr sinnvoll ist?
Mir ist klar, das ich im Projekt eine detaillierte Auslegung durchführen lassen muss. Aktuell würde mich ein unabhängiges Meinungsbild zur Machbarkeit bzw. auch zu "Knackpunkten" interessieren, das ich bei der Dimensionierung ggf. ein bisschen detaillierter nachfragen kann.
Vielen Dank für die Hilfe



Bei FBH



gibt es inzwischen Systeme mit sehr niedrigen Aufbauhöhen, z. B. in Verbindung mit Trockenestrichen. Vielleicht mal in der Richtung forschen.
MfG
dasMaurer



Die Glasfront ist ebenso modern...



...wie kalt. Ich habe mir kürzlich in einem gut beheiztem Raum mit ebensolcher einen Schnupfen geholt, weil ich 1m entfernt saß. Vielleicht läßt sich der Glasanteil noch etwas reduzieren? Licht ab Brüstungshöhe genügt meistens völlig.

Grüße

Thomas



Wandflächenheizung



Prinzipiell kann eine Wandflächenheizung auch in die Dachschräge eingebaut werden. Einige Fachwerkuser haben dies auch bereits hier im Forum mit Bildern belegt.
Da die Wandflächenheizung ja eine Strahlungsheizung ist, dürfte das vom Prinzip her kein Problem sein. Was natürlich aber problematisch werden kann, ist die große Entfernung von Ihren Dachschrägen bis zur Raumhöhe, in der Sie sich aufhalten. Ich würde mich an Ihrer Stelle mal an Hersteller wenden, die schon mehr als nur 5 Wandheizungsprojekte gemacht haben, die haben vielleicht auch Erfahrung damit.
Übrigens können auch Innenflächen mit Wandheizung belegt werden und die Zusätzliche Aufbauhöhe für eine Fußbodenheizung ist mit modernen Systemen kaum größer, wie ohne. Nur mit der riesigen Glasfläche habe ich auch meine Bedenken, das kann schnell sehr kalt werden davor.





Hallo Herr Schulz,
schauen Sie doch mal ausgiebig hier: www.sancal.de
Für Ihre Fensterfront nachlesen bei "beheizte Fensterzargen"
Wenn die Fensterfront unbedingt so groß bleiben soll, wäre dies vielleicht auch eine Möglichkeit : www.glastherm.de
Hierzu kann ich Ihnen allerdings keinerlei Erfahrungswerte nennen. Beim Hersteller nach Referenzobjekten fragen.
Grüße
K.Albert



Leider...



...ist auch die Sancal-Lösung nur eine andere Variante warmer Luft vor dem Fenster.

Das Glas selbst bleibt kalt und "saugt" die Strahlungswärme des Körpers auf. Um diesen Effekt zu verringern, sollte beim Glas ordentlich investiert werden: Dreifachverglsung, Wärmeschutzglas mit Edelgasfüllung. Im Forum stand letztens einiges über "K-Glas" von Pilkinton, das Wärmestrahlung verstärkt reflektiert.

Grüße

Thomas



Kalte Glasfront



Guten Morgen,

sehr viele wertvolle Hinweise hier. Es geht kein Weg daran vorbei, in einen sehr hohen Wärmeschutzstandard bei der Verglasung zu investieren. Ein u-Wert von 0,70 ist hier schon das allermindeste (Dreifach-Isolierverglasung).
Ich schick Ihnen an Ihre mail-Adresse mal ein Spielzeug von Pilkington zum Nachrechnen was alles geht. (Also nicht gleich wegklicken, es ist Virus-gecheckt).

Bei jeder Art von rein konvektiver Heizung bekommen Sie aber noch ein Problem mit der Raumhöhe, die für Fallwinde am Fenster sorgen werden, die Sie für eine Art Wohnzimmer-Mistral halten werden. Man kann das in den Griff kriegen durch
- einen minimalen Temperaturgradienten im Raum, wie er praktisch nur über eine Fußbodenheizung zu erreichen ist

- Anordnen von horizontalen Heizleisten mit Abschirmung gegenüber dem Fenster in Abständen von 2,30 m bis 3,00 m.

Bei Einkaufszentren, Theatern etc. mit entsprechenden Raumhöhen wird zur Lösung dieses Problems Warmluft etagenweise eingeblasen.

Übrigens wäre eine Warmluftheizung auch noch eine Lösung für Sie (mit Mini-Luftkanälen). Wegen der Reinhaltung halte ich aber mehr von Fußbodenheizungen.

Grüße vom Niederrhein



@ D.B.



Sehr richtig, die Fallwinde habe ich auch schon beobachtet, nur der passende Begriff Mistral fehlte mir.

Könnten Sie mir das Spielzeig von Pilkinton ebenfalls schicken?

Grüße

Thomas





Beim Einsatz von "glastherm" bleibt eben das Glas nicht kalt, sondern heizt selbst großflächig als Strahlungsheizung. Ich halte dies für eine sehr gute Alternative, wenn denn große Iso-Glas-Flächen geplant sind.
Gegenüberstellung Kosten und Betriebskosten im Zusammenhang mit bestehendem bzw. anderweitig geplantem Heizsystem, planerische Abstimmung desselben mit der beheizten Glasfront muß natürlich erfolgen.



@ Kathrin Albert



Aufgrund der bekannten physikalischen Eigenschaften des Glases halte ich es für ausgeschlossen, das die von Ihnen avisierte Wirkung auch tatsächlich eintritt.

Die Homepage von Sancal ist ein reicher Fundort für strittige Behauptungen, verkaufsfördernd, aber als Quelle für Erkenntnisse eher weniger geeignet.

Bricht er jetzt wieder los, der oft gestrittene Heizleistenstreit? Eigendlich stehen alle Statements dazu schon 5x im Forum.

Grüße

Thomas





Hallo Herr Schulz,

ich würda da er in Richttung Fußbodenheizung weiterdenken. Hier gibt es inzwischen einige Hersteller von sog. Kapilarsystemen mit einem sehr geringem Aufbau von ca. 6mm.
Schauen Sie doch mal bei "Clina.de" oder ähnlichen Vertretern.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Positionierung Wandheizungsflächen



Hallo zusammen,

zuerst einmal vielen Dank für die prompten und zahlreichen Antworten.
Das Fedback deckt sich fast mit meiner Erwartungshaltung - "Im Prinzip ja, aber...".
Wahrscheinlich muss ich das Thema mit der Fussbodenheizung nochmal aufgreifen, ich war bisher von den Kapillarsystemen nicht so überzeugt in Bezug auf Langlebigkeit (Ablagerungen und entsprechend Verengung).
Die "heizbaren" Fenster hören sich auch spannend an, da müsste ich dann nochmal das Budget prüfen.
Nochmal Danke an alle für die vielen Tipps, da kann ich mich weiter beschäftigen.
Viele Grüsse
Rainer Schulz





Herr Böhme,
was Sie persönlich für ausgeschlossen halten muß ja nicht unmöglich sein. Die rein physikalischen Eigenschaften von Glas unterscheiden sich von denen eines Isolierglases. Sie selbst schreiben:"...sollte beim Glas ordentlich investiert werden: Dreifachverglsung, Wärmeschutzglas mit Edelgasfüllung."

Ein Heizleistenstreit muß nicht ausbrechen, aber es sollte nochmal darauf hingewiesen werden, daß Strahlungswärme grundsätzlich (bereits bei niedrigeren Lufttemperaturen) eine angenehmere Wärme für den Menschen erzeugt.
Gruß
K. Albert



@ Kathrin Albert



Vielleicht schreiben wir ja aneinander vorbei?

Bei sancal habe ich kein "glastherm" gefunden, können Sie mir einen link zukommen lassen? Da sollte erkennbar werden, wie ein Isolierglas zum "Heizglas" wird.

Die Vorteile der Strahlungswärme sind doch Allgemeinplätze, hätte ich je etwas anderes behauptet?

Grüße

Thomas





Der Link steht in meinem allerersten Text.



Ja schon,



aber ich finde nichts bei Sancal, wieso diese beheizten Fensterzargen das Glas der Fenster als Heizkörper aktivieren sollen. Ein Foto mit einem Pfeil, mehr nicht. Nix über Aufbau, Leistung, ja selbst Energieart. Gibt'd da noch ein verstecktes Login für Insider?

"glastherm" habe ich dort nirgends gefunden.

Fragende Grüße

Thomas



www.glastherm.de



direkte Infos gibts auf dieser Webseite

Viele Grüsse
Rainer Schulz



Der Thomas hat Tomaten auf den Augen!



Es stand tatsächlich da oben alles schon da.

Computeritis?

Grüße

Thomas



Wandheizungsflächen



Hallo Herr Schulz,

sprechen Sie doch mal Herr Aeschlimann vom ÖKO BAU MARKT Bern an, der viel Erfahrunge mit Wandheizungen hat und sicherlich auch mit einer Beratung zur Seite steht.

Unter www.oekobaumarkt.ch finden Sie die Kontakdaten.

Viele Grüße Gerd Meurer



Die Fensterzargenheizung



von Sancal sehe ich eher im außen nicht dämmbaren Altbau zur Beheizung einer problematischen Partie.

Elektrisch beheizte Glascheiben (auch jenseits der unvermeidlichen Wärmeverluste durch Abstrahlung nach außen) würde ich nicht einbauen, wie ich überhaupt flächige Elektroheizungen als besonders problematisch wegen eventueller elekromagnetischer Felder sehe.

Besser so bauen, das es ohne geht.

Grüße

Thomas



Beheiztes Glas...



Kann man selber machen. Einfach mal einen Autonarr fragen welches alte Auto eine ebene Heckscheibe hatte. Dann die Schrottplätze in der Umgebung abklappern und sammeln. Dann sich entweder in Lohn einen männermäßigen 12V-Trafo (Sekundärseite) wickeln lassen oder mehrere bei Conrad bestellen (Vorsicht, richtig beschalten!). Der Rest dürfte für einen versierten Heimwerker machbar sein. Und wenn man zu dünne Kabel nimmt und die in den Zwischenräumen der Heckscheiben verlegt (Fensterrahmen), hat man durch den Spannungsabfall und der frei werden Leistung vielleicht noch den Uganda-, Ruanda-, oder so (ich hab's vergessen) -Effekt und kriegt die Sancalglasthermdinger quasi geschenkt.
Oder einfach Dietmars Tip mit der FBH und den guten Fenstern beherzigen, das hat sich doch recht vernünftig angehört.

Gruß Patrick.





nur nochmal zum allgemeinen Verständnis, wenn hier kaum einer Richtig liest oder sich informiert:
glastherm hat rein garnichts mit sancal zu tun.



Das...



...hoffe ich mit meinem letzten posting auch nicht behauptet zu haben.

Grüße

Thomas





Hallo,
ich würde gern den Hinweis mit dem Sockel aufgreifen. Natürlich weiß ich nicht, was Sie planen, aber wenn Sie eher im Sinne einer Orangerie denken, haben sie mehr Flächen für eine Wandheizung und auch nicht weniger Licht. Licht kommt nicht von unten, sondern von oben! Die Raum/Fensterhöhe ist also sehr viel entscheidender, als die absolute Fensterfläche. Zudem reflektiert eine weiße Fensterbank Licht in dem Raum, welches von einem dunklen Fußboden geschluckt würde. Nur um auch mal einen ganz anderen Ansatz zu formulieren.

Viel Spaß bei der Planung
Andrea