Gurtdurchführung Rolläden im Fachwerk

05.02.2014


Wertes Forum,

das folgende Problem war schon einmal Bestandteil einer Diskussion (Frage meinerseits). Leider gab es keine Meldungen zu dieser Fragestellung. Ich halte sie jedoch für wichtig; deshalb hier noch mal der Versuch einer separaten Diskussion.

Ich will Vorbaurollläden mit Gurtbedienung im Fachwerkhaus einbauen. Dabei sind nach meinen Recherchen 2 Varianten üblich:

1. Der Rollanden (Kasten, Führungen) wird direkt am Fenster montiert. Die Gurtdurchführung wird durch den Fensterrahmen geführt. Vor- und Nachteile aus meiner Sicht:
V.:
- Bei stets leicht undichter Gurtdurchführung, keine Probleme mit Feuchteschäden am Fachwerk, da die Dämmung der Fuge eine thermische Entkopplung zu diesem realisiert.
- Rollanden ist weniger auffällig, da in Laibungsnische untergebracht.
N.:
- Wenig Platz für den Rollandengurt innenseitig (evtl. nur Griffseite des Fensters).
- Nicht möglich bei Fenstern mit schmalen Rahmen.
- Teilweise Verdeckung des Fensters durch den Rollandenkasten (oberer Bereich).

2. Der Rollanden (Kasten, Führungen) wird auf die Fassade um das Fenster montiert. Die Gurtdurchführung wird durch die Wand geführt. Vor- und Nachteile aus meiner Sicht:
V.:
- Ausreichend Platz für den Rollandengurt innenseitig.
- keine Verdeckung des Fensters durch den Rollandenkasten.
N.:
- Da sich um das Fenster bei Fachwerk immer ein Balken befindet, muss die Gurtdurchführung durch diesen hindurch (sonst befindet sich die Durchführung zu weit weg vom Fenster).
Die Durchführung (durch das Rohr) ist nie 100% dicht, so dass ich Feuchteschäden durch Taupunktunterschreitung am Balken nicht ausschließen würde.

Ich weiß, dass ein elektrisch betätigter Rollladen das Problem der (problematischen) Gurtdurchführung umgeht. Ich würde jedoch gern versuchen die (elektrische) Lösung zu vermeiden (Kosten, Servicefall, etc.).
Welche Bedenken/ Anmerkungen/ Erfahrungen können angemerkt werden? Hat jemand eine alternative Lösung? Ich wäre für Variante 1. Der Fensterbauer sieht jedoch Bedenken bzgl. des Platzes für den Gurt, welche ich nicht ganz nachvollziehen kann. Variante 2 würde ich auch realisieren; ein Risiko eines Bauschadens des tragenden Balkens muss jedoch ausgeschlossen werden können.

Beste Grüße

M. Fischer



Hallo,



Ich denke mal, daß hier viele der Meinung sind, daß in ein FW-Haus keine Rolläden gehören. Die Probleme der Gurtdurchführung bleiben - ob Rahmen oder Fachwerkholz - Du hast dort immer eine undichte Stelle.



Auch ich...



würde das Problem anders lösen, weil eine optisch zumindest tolerierbare Lösung nicht machbar ist.

Der Fensterausschnitt wird verschandelt. Zudem werden die eh vermutlich schon nicht übergroßen Fenster noch kleiner.

Mit Fensterläden erzielen Sie ähnliche Effekte, und es passt auch hinsichtlich der Außenwirkung Ihres Hauses.

Grüße

Thomas



Fensterläden schlecht möglich



Wertes Forum,

@Olaf, Thomas
Mein Fachwerkhaus ist als solches nicht zu erkennen. Es besitzt derzeit eine Vollverschieferung mit Naturschiefer und soll diese bei der Fassadenerneuerung auch wieder erhalten. Das Haus ist neuerer Bauart (Keller+EG Bj. 1924, OG Aufstockung 1968), d.h. Aspekte bzgl. Erhalt von historischer Bausubstanz sind nicht zu berücksichtigen. Mir geht es vorrangig um eine bauphysikalisch richtige Ausführung.
Fensterläden sind meines Erachtens leider nicht möglich. Es gibt z.B. an der Vorderfront in jeder Etage 2 größere Fenster (ca. 1,10x1,30m), die mittig nur durch einen Ständer (12x12cm) getrennt sind.
Haben Sie dennoch alternative Vorschläge?

Beste Grüße aus Thüringen

M. Fischer



Umlenkrolle oder Motor



Wenn Fenster auch erneuert werden, kann auch ein Aufsatzrolladen verbaut werden, damit entfallen die Kondensationsprobleme.

Spätestens nach dem zweiten Gurtwechsel haben sie die Mehrkosten für die Elektrifizierung heraus.

Gurtführung kann durch das Gefach oberhalb vom Balken mittels Umlenkrolle erfolgen.
Wichtig ist jedoch die sehr genaue Bohrung weil läuft die Führung auch nur leicht verkantet ist stärkerer Gurtverschleiß programmiert.



Umlenkrolle, bitte Details



Werter Herr Selle,

Danke für Ihre Antwort.
Aufsatzrolläden hatte ich ausgeschlossen, um den effektiven Lichteinfall nicht zu verkleinern. Auch elektrische Antriebe wollte ich möglichst vermeiden. Ein Motor ist immer noch ein komlexeres Gebilde als ein Gurt. Ich bevorzuge einfache und praktische Lösungen (meine Meinung).

Die Gurtdurchführung durchs Gefach wäre in Ordnung und interessiert mich sehr; jedoch fehlt mir die Vorstellung wie dies realisiert werden soll. Rechts und links neben den Fenstern befindet sich immer ein Ständer. Ich denke, dass der Rolladenkasten bei Montage auf der Fassade oberhalb des Fensters seitlich im Bereich des Gurtauslasses auf dem Ständer endet, es sei denn man verbeitert ihn übermäßig.
Verstehe ich hier etwas falsch? Wo ist die von Ihnen beschriebene Umlenkrolle verbaut?


Beste Grüße aus Thüringen

M. Fischer



Geben sie bitte Maße an:



Hallo Hr.Fischer,
und zwar:
Lichte Weite (LW) zwischen den Ständern re unnd li vom Fenster;
LW der Fensteröffung bei geöffnetem Fensterflügel;
Breite Fensterblenndrahmen;
Höhe des Riegels oberhalb vom Fenster, (wenn denn darüber noch ein kleines Gefach bis zur Stockschwelle kommt?);
Bautiefe der Beschieferung, d.h. Maß von Oberfläche Außenbereich bis Beginn Riegel/Gefach.

Ich nehme dabei an, dass das Fenster halbwegs passgenau zwischen den Ständern re/li sitzt, oberhalb und unterhalb ein Riegel eingezogen ist.

Gruß
Selle



Einbausituation und Maße



Hallo Herr Selle,

im Haus gibt es Fensteröffnungen verschiedener Abmaße. Die Fenster werden sämtlich neu eingebaut.
Die Maße der Fensteröffnungen (LW) im Fachwerk sind 0,86x1,35m und 1,10x1,35m. Die Fuge zwischen Fachwerk und Fenster ist mit rundum 10mm geplant.
Die LW der Fensteröffnungen bei geöffneten Flügel (Messung an vergleichbaren Fenster) sollte dann sein: 0,71x1,15m und 0,95x1,15m. Breite Fensterblendrahmen 6,5cm.
Die Riegel oberhalb der Fenster sind mit dem Maß 0,12...0,13m vorhanden.
Die Fassade ist gleichfalls noch nicht realisiert. Die derzeitige Planung sieht vor, dass die Fenster bündig außenseite Fachwerk eingebaut werden. Die Fassade hat dann ab außenseite Fachwerk ein Aufbaumaß von min. 13,5cm. Es können jedoch auch 16,0cm werden.
Wie gesagt, die Fenster sind noch nicht eingebaut und noch nicht bestellt; die Fassade noch nicht realisiert. Die obigen Maße könnten also bei Bedarf noch geändert werden.

Beste Grüße und Danke für Ihre Hilfe

M. Fischer





Hallo Hr.Fischer,

habe sie nicht vergessen aber noch keie Zeitgefunden konkret etwas herauszusuchen, bzw.in der thoeorie zusammenzustellen. Im Prinzip schweben mir zwei Lösungen vor:
1. Rechtsroller: Panzer läuft auf Höhe der Fassaden
verkleidung, dafür sitzt der Gurtzug über dem Riegel(nötige Maße prüfe ich noch). Einfach, Maße problematisch.
2. Standard Linksroller Gurt wird über Umlenkrolle über den Riegel geführt, Rolladen wird vor dem Riegel über der Fensterlaibung montiert. Gurtführug fehleranfällig.
3. Sturzrolladen: Der isolierte Rolladenkasten wird als sog. Rechtsroller Sturzrolladen über dem Riegel im (geöffneten) Gefach montiert, Gurtführung Standard, FS laufen auf den Ständern nah beim Fenster. Beste Lösung dafür baulich aufwendig. Gefache kan man auch nur tw. öffnen ohne das alles herunterfällt (Stützbrett und hochbinden.)

Gruß
Selle



Rollladen



Wieso ist kein elektrischer Direktantrieb möglich ? Dann würde der Gurtroller komplett wegfallen.



Lösung wahrscheinlich gefunden



Hallo Hr. Selle und Hr. Böttcher,

ich habe mich zwischenzeitlich noch einmal mit einem anderen Fensterbauer unterhalten. Dieser hat Variante 1 (Gurtdurchführung durch das Fenster) schon oft realisiert. Man muss dann im Bereich der inneren Laibung für minimalen Aufbau am Ständer sorgen; dies war mir allerdings schon vorher klar. Beim Fenster mit kleiner Ansichtsbreite verbleiben für den Gurtroller 36 mm.
Ich denke, dass die Variante 1 bauphysikalisch bei Fachwerk und Gurtdurchführung die günstigste ist und ich favorisiere momentan diese.

@ Hr. Selle

Danke für Ihre Bemühungen. Ich denke, dass alle 3 Varianten für mich wahrscheinlich nicht in Frage kommen. Bei Var. 1 und Var. 2 wird man ohne Umlenkrolle nicht auskommen. Eine wartungsfreundliche Unterbringung dieser kann ich mir schlecht vorstellen. Var. 3 kann bei mir nicht zur Anwendung kommen, da im OG über dem Riegel des Fensters bis zum Rähm nur ca. 10-11 cm Gefach vorliegen.
Bitte stellen Sie Ihre Bemühungen vorerst ein; ich melde mich noch einmal, falls meine Var. 1 nicht zur Anwendung kommt.
Vorerst hier, nochmals Vielen Dank für Ihre Ratschläge.


@Hr. Böttcher

Ein elektrischer Antrieb ist möglich. Ich habe diesen für mich jedoch ausgeschlossen. Ungeachtet der Vorteile sind für mich bestimmte Nachteile ausschlaggebend:

V.:
- keine Undichtigkeiten hinsichtlich Gurtdurchführung
- hoher Komfort

N.:

- keine einfache Notbetätigung bei Stromausfall verfügbar
- hohe Investitionskosten (Antrieb, E- Installation)
- hohe Kosten im Servicefall


Beste Grüße aus Thüringen




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