Grundbeton abdichten

02.06.2014 Heiko



Unser Grundbeton ist nun seit einem Monat drin und sollte gut durchgetrocknet sein. Darauf sollen 6cm Dämmung für die Fußbodenheizung und schlussendlich Fliesen verlegt werden.

Offenbar muß vorher aber noch eine Abdichtung auf den Beton - ob Folie, Schweißbahn oder was Anderes weiß ich leider nicht.

Vielleicht könnt ihr uns ein paar Tipps zur Ausführung geben - auch damit wir einschätzen können, ob wir das selber machen können oder lieber machen lassen sollten.

Vorab vielen Dank!



Fußbodenaufbau



Dolle Oberflächenqualität für einen Unterbeton bzw. eine Sauberkeitsschicht. Sauber und eben abgezogen hätte auch gereicht.
Mit mineralischer Dichtschlämme oder kaltselbstklebenden Dichtungsbahnen hätte eine Woche Standzeit völlig ausgereicht. Der Beton muß nicht durchtrocknen sondern nur so fest sein das er die weiteren Arbeitsschritte verträgt.
Die Art der Abdichtung bleibt Ihnen bzw. der ausführenden Firma überlassen. Jeder hat da sein System mit dem er sich auskennt.
Suchen und beauftragen Sie eine Firma die als Hauptunternehmer die Bauteile Abdichtung, Fußbodenheizung, Schrenzlage und Estrich als eine komplette Leistung einbaut. Das erleichtert die Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen ungemein, falls später mal was passieren sollte.





Danke für den Hinweis, aber die Vergangenheit hat mich gelert, dass ich mich erst über die Verarbeitung informieren "MUSS" und erst dann Aufträge vergeben kann - andersrum erzählt einem jemand schnell was von Pferd und ich bin hinterher der Blöde (leider bereits zwei mal passiert).

Daher würde ich mich über eine konkrete Beschreibung zu geeigneten Verfahren sehr freuen.



Normalerweise



...macht man erst einen Plan und arbeitet ihn dann ab, möglicherweise angepasst...
Ihr habt jetzt also Beton liegen, hübschen Beton anscheinend, sagte Georg ja auch... Jetzt also Dichtung... dann also Dämmung (was für eine?), dann FB-Heizung(-s-Rohre) ... und dann?... und irgendwann der Fliesenboden...



Genau...



...in der Reihenfolge :-)

Jetzt erstmal die Abdichtung.



mal was vom Pferd erzählt. ...



Bei einer Abdichtung mit Bitumenbahnen sollte auf den Grundbeton ein Bitumenvoranstrich aufgebracht werden. Auch an den Wänden bis Oberkante Fertigestrich.
Voranstrich auf Emulsionsbasis ist nicht so geruchsintensiv wie die auf Lösungsmittelbasis, braucht aber länger bis sie abgetrocknet ist.

Die Bitumenschweissbahn( z.B. G 200 S4 besandet ) wird dann, nach abtrocknung des Voranstriches mit dem Schweissbrenner punkt oder streifenweise aufgeklebt. Die Nähte und Überdeckungen müssen dicht verklebt sein. (Dies ist der Fall , wenn an den Nähten Bitumen ausgetreten ist (Schweissraupe).
An der Wand wird die Bahn bis OK Estrich hochgeführt und angeschweisst.

Auch Bitumen -Kaltselbstklebebahnen müssen mittels Brenner o.Ä. aktiviert werden damit eine Dichte verklebung gewährleistet ist.

Mit Grüßen
Danilo



Abdichtung mit Bitumenbahnen



Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung!

Gibt es einen Grund für die bestandete Schweißbahn und gibt es noch andere Verfahren?



Knauf Katja



ich hab eine selbstklebende Abdichtungsbahn genommen.

http://www.google.de/#q=knauf+katja&spell=1

Lässt sich leicht selbst Verlegen und an den Rändern hochkleben (vorher umlaufend einen Sockelstreifen zum ankleben putzen).

der tobser



Fußbodenaufbau



Entweder Sie überlassen dem Bauunternehmer die Detailplanung oder Sie machen Sie selber.
Dann werden Sie die Verantwortung für eine technisch richtige Planung bzw. Leistungsbeschreibung selber übernehmen müssen.
Das bedeutet der Unternehmer kann sich bei Mängeln immer herausreden.
Detailplanung heißt selber eine detaillierte Leistungsbeschreibung mit einzelnen Leistungspositionen anfertigen; ich hoffe Sie können das (oder Sie lassen sich so was von Danilo machen, dann steht der in der Haftung wenn er was falsch macht).
In einem gebe ich ihnen recht. Man sollte sich die Firmen aussuchen mit denen man Geschäfte machen will und nicht alles glauben was die erzählen.
Wenn es um Materialwahl geht kann man bei Google die Anwendungsbereiche und Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers vom angebotenen Material nachlesen.
Beispiel:
Da schreibt Danilo: "Auch Bitumenselbstklebebahnen müssen mittels Brenner o. ä. aktiviert werden damit eine dichte Verklebung gewährleistet ist".
Lesen Sie z.B. bei Katja Sprint nach was der Hersteller schreibt. Da stellt sich das in den Verarbeitungsrichtlinien etwas anders dar.
So können Sie selber entscheiden ob das was der Unternehmer Ihnen anbietet auch passt. Dann gibt es noch einen anderen Weg: Fragen Sie ihn einfach, lassen Sie sich Details erklären.
Zum Schluß noch eine Bemerkung die ich mir nicht verkneifen kann:
Eine Abdichtung im Fußbodenbereich ist kein Flachdach.



Eine Abdichtung im Fußbodenbereich ist kein Flachdach.



Was soll mir das sagen?

Gibt es noch andere Möglichkeiten als Schweißbahnen?





Ja, die gibt es.
Mineralische Dichtschlämmen (hier schon erwähnt), kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung, Polymer- und Polymerbitumenbahnen, Kunststoff- und Elastomer- Dichtungsbahnen aus ECB, PIB, PVC-P, EVA, EPDM (dazu zählt die hier bereits erwähnte kaltselbstklebende Katja Sprint).





Alles klar - vielen Dank!



Nachtrag zur Pferdegeschichte,



Ich hatte die Möglichkeit mit der Schweissbahn nur als eines der Beispiele genannt..., natürlich gibt es noch andere Abdichtungverfahren.
Ich bin der Meinung das man mit diesen Bahnen eine günstige, funktionierende und einfache Abdichtung der Bodenplatte herstellen kann.

Besandete oder talkumierte Bitumenbahnen sind für diese Art der Abdichtung völlig ausreichend, beschieferte Bahnen sind dann ehr für den Flachdachbereich (UV-Schutz usw.).

Eine Aktivierung einer Selbstklebebahn , durch Wärme, wird kein Hersteller in die Verarbeitungsrichtlinien schreiben, dann wäre sie ja nicht mehr kaltselbstklebend. Dieser Hinweis ist nur eine Erfahrung, die ich in den letzten 10 Jahren Praxis erfahren habe. ( Auf dem Dach kann diese aktivierung durch Sonneneinstrahlung erfolgen)

" Abdichtung des Fußbodens ist kein Flachdach "
-Stimmt, auf dem Flachdach werden Bitumenbahnen vollflächig aufgeschweist und nicht punkt/streifenweise, mit Ausnahme der Dampfsperr/ Dampfdruckausgleichsbahnen.

Die erwähnte Katjabahn ist mir persönlich viel zu dünn(0,9mm), im Vergleich zu einer 4 mm Bitumenschweissbahn. Gerade wenn noch nachfolgende Gewerke, mit mehr oder weniger Rücksicht, darauf arbeiten müssen.

Mit Grüßen, ohne Haftung.....

Danilo



Abdichtung



Ich wiederhole mich hier:
Als Bauherr sollte man darauf achten das man Risiken so weit wie möglich vermeidet. Die entstehen dann wenn ich mehrere Gewerke einzeln beauftrage und damit die Schnittstellen koordinieren muß. Je mehr Schnittstellen, je mehr Risiken, je mehr Zeitverzug. Bei Gewährleistungsfragen muss ICH dann beweisen a) was genau die Ursache des Schadens und b) wer dafür verantwortlich ist. Das ist bei solchen Bauteilen nicht mehr möglich. Beweisen Sie mal das der Dachdecker der die Schweißbahn verlegt hat gepfuscht hat. Der wird immer sagen meine Leistung war in Ordnung, sie ist später beim Weiterbau zerstört worden. Der Heizungsbauer sagt ich wars nicht- beweisen Sie mal wer recht hat und wer nicht. Zuletzt waren Sie es dann eben selber.
Geben Sie so eine Leistung einem Unternehmer in die Hand dann trägt er dafür die Verantwortung, egal ob sein SUB Mist gebaut hat oder ob er selber es war.
Solche Abdichtungen wie Katja Sprint können die Leute selber verlegen, egal ob Heizungsbauer oder Estrichleger. Sie haben keinen Zeitverlust, weniger Rechnungen zu prüfen und zu bearbeiten und die Leute können auf der Baustelle zügiger arbeiten. Wenn die Abdichtung liegt wird dann auch sofort weitergearbeitet, die Dämmlage auslegen macht die Dichtung nicht kaputt.
Ich habe jetzt eine Baustelle (nicht als Bauleiter!) wo seit März die Abdichtung im Keller (Schweißbahn) liegt obwohl es mit dem Fußboden nicht weitergeht- der Bauherr hat noch gar keinen Heizungsbauer; er weiß noch nicht mal was für eine Heizung reinkommen soll. Dafür toben andere Gewerke mit Mann, Maus und Material durch den Keller weil die Außentreppe blockiert ist. Wie die Schweißbahn nach Beseitigung der Mängel an den Montagewänden aussehen wird wird sich noch zeigen.
Ich bevorzuge übrigens mineralische Dichtschlämmen. Die lassen sich leichter an eventuell vorhandene waagerechte Sperrschichten anschließen, man braucht keine langen Austrocknungszeiten beim Untergrund und sie sind relativ unempfindlich. Ein paar Fehlstellen kann man selber schnell reparieren.



Gewährleistung



Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen - ich tendiere momentan auch zur Dichtschlämme, bin mir aber auch bewußt, dass ich dann nicht noch Wochenlang drüber Latschen kann.

Das mit dem Anschluß an die Montagewand habe ich aber nicht verstanden - ich wäre davon ausgegangen, dass erst die Abdichtung drauf kommt und dann der Trockenbau gemacht wird?

Auch vielen Dank für die Hinweise zur Mängelhaftung und Gewährleistung, aber einzelne Gewerke zu verklagen kann ich mir ebenso wenig leisten, wie die Sanierung an einen Generaluntnehmer zu vergeben. Ich bin mir des Risikos bewußt, sehe für unsere Baustelle aber keine Alternative.



Kellerabdichtung



Hier geht es um einen Fertigteilkeller aus Beton und nicht um Trockenbauwände.





Da in zwei Bereichen Trockenbauwände erstellt werden sollen, finde ich den Aspekt jetzt nicht so abwegig, oder?