Alten Schreibtisch "auffrischen"

02.05.2012



Hallo liebe Experten !
Ich habe hier einen ziemlich alten massiven Schreibtisch. Ich würde gerne ausschließlich die Tischplatte ein wenig auffrischen und möglichst in irgendeiner Form versiegeln, bzw konservieren, damit er auch im Alltag seiner Funktion entsprechend nutzbar ist. (zur Zeit schreibt man beispielsweise mit dem Stift die Linien durch das Papier in das weiche Holz !)Also, der Plan ist folgender: Ich möchte die Tischplatte einigermaßen gleichmässig und sauber wiederherstellen, danach "versiegeln" also widerstandsfähiger haben, und sie sollte sich danach farblich den Fronten angleichen. Wichtig zu sagen ist mir noch, dass ich die alte "Patina" unbedingt erhalten möchte! Ich möchte kein "fabrikneu-restauriertes-charakterloses" Holzmonster erschaffen ;-)
Ziel ist es den Tisch etwas geflegter und alltagstauglicherzu machen und das schöne Holz noch effektvoller zur Geltung bringen zu können...
Meine Frage: Welche Arbeitsschritte sind nötig, und welche Materialien und Substanzen (insbesondere die Frage Schellack oder Lasur oä.) empfehlen sich für das "Projekt"..
Vorweg: Ja, ich bin ein Laie in DIESEM Bereich, und wende mich hilfesuchend mit der Hoffnung auf gut gemeinte und unüberhebliche Ratschläge an euch !
Vielen Dank im Voraus



Möbel auffrischen kein Problem



Zum auffrischen und falls Du Bedenken wg. "Holzwurm" o. ä. haben solltest kann ich Dir als Auffrischung und
giftreiem(!) Holzschutz Nahos empfehlen.
http://www.biofa.de/?prod=63PHPSESSID=8f8d206a745aef580f93cce345b8bdb3
Um die Oberfläche widerstandsfähiger zu machen kannst Du anschließend oder auch ausschließlich entweder ein Hartöl oder besser noch ein lösemittelfreies Arbeitsplattenöl verwenden. Letzteres ist auch recht günstig und kann verschickt werden.



@ Gunter



Vielleicht solltest Du Dich nicht als Restaurator im Nebenjob versuchen. Das Mittel ist für furnierte Möbel völlig ungeeignet. Außerdem: War irgendwo von Holzschädlingen die Rede?

Ölbehandlungen sind ebenfalls für (messer)furnierte und belastete Flächen nicht geeignet. Das dünne Messerfurnier bedarf des Schutzes durch einen Lack.

@ Steve

Interessant wäre zunächst, was da für Lack drauf ist. Soweit das Foto das hergibt, scheint es ein Möbel aus dem 1. Viertel des 20.Jh. zu sein. Original wäre also Schellack zu vermuten. Mache einen Test und versuche, eine Stelle mit Spiritus kräftig abzureiben. Und dann melde Dich doch noch 'mal.

In keinem Falle solltest Du den Lack abschleifen. Deine Chancen, durch das dünne Deckfurnier zu schleifen, sind sehr gut :-(

Grüße

Thomas



Danke schonmal für die Antworten !



Ok, den Spiritus-test, werde ich mal probieren.. Aber der Tisch ist meiner Ansicht nach massiv und nicht furniert.. Würde mich sehr wundern, wenn es nicht so wäre.. Dazu hab ich nochmal ein Foto angehängt, dass eine Delle im Holz und die Maserung besser zeigt..



@Thomas



kann ich so nicht stehen lassen.
A ist angesprochenes Mittel zur Auffrischung von alten Möbeln geeignet
B selbstverständlich können auch furnierte Flächen mit geeignetem Öl/Wachs behandelt werden
C Verbitte ich mir Deinen Ton! Der ist nicht angebracht, danke.



@ Gunter



Die Aussage ist klar, und der Ton? Ich habe schon zu viele völlig verschossene "aufgefrischte" Möbel gesehen, um vorsichtig um das Thema zu tänzeln. Auch wenn der Schreibtisch keine kunsthistorische Sensation ist, scheint er doch dem Fragesteller lieb und teuer und verdient ein wenig Sachverstand. Ich arbeite schon Jahrzehnte hauptberuflich im Bereich Holzrestaurierung, und gestatte mir deshalb, falsche Produkte auch so zu nennen.

Im Merkblatt steht, daß das Mittel (weil auf wässriger Basis) nur auf völlig von Altlacken befreiten Flächen angewendet werden kann. Das bedeutet Schleifen, schleifen, schleifen bis Korn 150/180. Patinaerhaltung ist da nicht drin. Ansonsten gibt es Fleckenbildung. Ferner ist auf furnierten Flächen (Steve, ich schätze, Deine Platte hat an allen 4 Kanten Längsholz, was im massiven Bereich ein holzanatomisches Wunder wäre. Von der Seite wird sich vermutlich auch die dünne Furnierschicht zeigen, die nach dem Schleifen wohl durch sein könnte. Dein Foto kommt recht scharf, fotografiere doch 'mal eine Ecke von der Seite).

"B selbstverständlich können auch furnierte Flächen mit geeignetem Öl/Wachs behandelt werden"

Klar geht das. Ebenso wie abflammen, Sandstrahlen etc. Es ist aber nicht empfehlenswert.

Ich schrieb:

"Ölbehandlungen sind ebenfalls für (messer)furnierte und belastete Flächen nicht geeignet. Das dünne Messerfurnier bedarf des Schutzes durch einen Lack."

Ein Messerfurnier wird beim Herstellungsprozesse gestaucht bzw. gestreckt. Daraus resultieren viele feine Risse. Diese markieren sich selbst unter Lacken zuweilen, Ölimprägnierungen schützen zu wenig. Und gegen Wasser, der Feind jeder Furnierung, nur völlig unzureichend. Ferner schützen Ölimprägnierungen auch nur bedingt gegen Fleckenbildungen. Zur Erinnerung: Da sind max. 0,7mm Furnier draufgekommen, vielleicht aber auch (oft bei Nussbaum, nur 0,5) das wurde dann werksseitig verputzt und geschliffen. Diese Furnierstärke von 0,4 oder 0,5mm wird von einem 100 Jahre alten, vermutlich versprödetem Knochenleim gehalten.

Selbst ohne Wassereinfluss wird eine so furnierte Fläche schon unter dem Einfluss wechselnder Luftfeuchten und Sonneneinstrahlung Längsrisse bilden können, durch die dann wieder Wasser verstärkt eindringen könnte...

Mir ist kein einziges messerfurniertes Gebrauchsmöbel der Jahrhundertwende bekannt, das nur geölt oder gewachst wurde. Aus gutem Grund. In Öl wurde angeschliffen, und das Öl hat die Maserung angefeuert und die Poren verengt. Danach wurde eine Schelllackschicht aufgetragen. Und genau das ist auch heute noch empfehlenswert.

Steve, husche 'mal mit Spiritus über die Fläche, dann schauen wir weiter.

Grüße

Thomas



da hat …



… es doch offensichtlich die eifrige Büroputzfrau (oder der Schreibtischbenutzer) eindeutig über Jahre und Jahrzehnte zu gut mit dem feuchten Abwischen gemeint. Der schützende Lack ist teilweise schon ganz runter, teilweise ist offenbar regelmäßig Feuchtigkeit durch Haarrisse im verbliebenen Lack eingedrungen und dort verbleieben, wie im Bereich unter der Schreibtischunterlage.

Ich habe mal aus einer ehemaligen Zechenverwaltung im Ruhrgebiet eine Büroausstattung aus Kaisers Zeiten günstig übernehmen können, das war die gehobene Ausstattung der vorletzten Jahrhundertwende, die Schreibtische sahen fast genau so aus. Da diese Möbel ein monströses Gewicht hatten und sich auch an den verwittertsten Stellen kein Furnier löste, ging ich ursprünglich auch von Massivmöbeln aus und schliff die Flächen gleichmäßig ohne dass es Probleme mit der Furnierschicht gab. Leider riet ein Möbelrestaurator mir damals, die Oberflächen mit Wachs (Antikwachs in einer blauen Dose…) zu behandeln. Das sah zwar anfangs gut aus, war allerdings kein brauchbarer Schutz bei weiterem Gebrauch des Tisches. Die Platte sah bald darauf unschön aus und das blieb dann leider so.

Solange sich auf dem Möbel noch Lackreste befinden, halte ich allerdings eine Ölbehandlung auch für nicht angeraten.
Leider sieht man auf den Fotos nicht, ob an der hellen Partien der Lack gänzlich weg ist, oder ob er dort nur quasi unterhöhlt (sorry für meinen laienhaften Ausdruck) ist.

Vielleicht kennt Thomas Böhme ja Tricks, um das ausgeblichene Holz unter der Lackschicht wieder zum Leben zu erwecken, ich vermute allerdings stark, dass man um vorsichtiges Abschleifen wohl kaum herumkommen wird.

Ich bin neugierig, wie es mit dem Tisch weitergeht… ;-)

P.S.: Einen großen Teil meiner alten Möbel habe ich übrigens verloren, als ich sie wegen temporären Platzmangels in einem auf den ersten Blick trockenen Keller abstellte und mich eine zeitlang nicht drum kümmerte: Restfeuchte und in den Wänden lauernder Schimmel bemächtigten sich der Möbel und sorgten dann auch dafür, dass sich das Furnier wellig ablöste. Leider war die Vermieterin des Kellers eine über 90-jährige, inzwischen völlig senile Frau, was wollte man da noch holen? :-(
Seitdem kommt mir nicht außer Wein und Einweckgläsern mehr in den Keller!



Schellack



Das klingt ja gut, ist Schellack für Laien (nicht ausgebildeten Restauratoren) auf geölten Möbeln zu verarbeiten?



@Thomas



ich weiß natürlich das es nur eine einzige richtig Meinung gibt und alle anderen Menschen keine Ahnung haben.
Ich verneige mich in Demut vor dem Meister.
;-)



@ Gunter



Deine faktenfreie Erwiederung hätte sich den Spott sparen können. Hier geht es nämlich nicht um Meinungen, sondern um Fakten, die gewisse Herangehensweisen halt nahelegen.

Lies das Produktblatt zu dem von Dir empfohlenen Holzschutzmittel, telefoniere mit dem Hersteller, schenke Dir ein besseres Buch über Holzrestaurierung, frage Restauratoren...

Wir sind beide selbstständig. Und wir werden auch an der Qualität unserer Empfehlungen gemessen.

Grüße

Thomas



@ Christian Bisping



Schellack gibt's für horrende Preise sogar im Baumarkt, und er wurde früher, bevor es Restauratoren gab, von Handwerkern verarbeitet, die oft nicht einmal gut schreiben und lesen konnten.

Da sind wir ja schon viel weiter :-)

Grüße

Thomas





Dann nochmal konkret:
Anscheinend kommt da was nicht richtig rüber.

Falls Holzschutz und Auffrischung gewünscht sind, Möbel vorsichtig abschleifen und mit besprochenem Material behandeln. Ich zitiere aus dem Datenblatt:
"Auch zur Reinigung, Auffrischung, Restaurierung,
Veredelung und Pflege antiker Hölzer
und Möbel."
Falls kein Holzschutz gewünscht wird, kann dieser natürlich entfallen.
Von nachlackieren ohne zu schleifen, egal mit was würde ich abraten da die Anschusstellen sichtbar bleiben werden.
Das geht mit einem geeignetem Öl/Wachs unter Umständen leichter aber da sollte im Vorfeld geklärt werden, was wirklich drauf ist. Also zum Schreiner, damit der sich das live anschauen kann.



Gunter,



Du kannst ja hier gerne über ein Themengebiet (Möbelrestaurierung) referieren, von dem Du offenbar nicht viel verstehst. Dann werde ich aber auch weiter meine Gedanken dazu schreiben:

"Von nachlackieren ohne zu schleifen, egal mit was würde ich abraten da die Anschusstellen sichtbar bleiben werden."

Lacke kann man auch ohne Schleifpapier entfernen. Genau da scheiden sich aber die Restauratoren von den Tischlern. Der Fragesteller ist bekennender Laie. Die Vermutung liegt also nahe, daß seine Schleifversuche nicht so gut ausgehen wie bei Christian Bisping.

Warten wir doch 'mal, was der Schreibtischbesitzer herausfindet.

Grüße

Thomas



Danke nochmal



für die rege Beteiligung an meiner Fragestellung !
Ich bin nur leider erst heute Abend wieder vor Ort zum "Spiritus-Test" und zum Einstellen neuer Fotos..
Bis dahin..
Grüße
Steve



Weiter gehts...



Ich hab nun mal mit Spiritus eine Ecke der Platte abgerieben, aber ohne deutliches Ergebnis.. Heißt: ich hab den Eindruck nichts von dem Lack angelöst zu haben... subjektiv würde ich sagen, dass er jetzt mehr glänzt als vorher.. Mehr kann ich nicht feststellen.. Heißt das nun, dass wir es nicht mit Schellack zu tun haben, oder dass ich nicht gründlich genug vorgegangen bin ?
Nochmal zur Diskussion ob Furnier oder Massivholz, hab ich nochmal ein Foto von der Tischplatte seitlich aufgenommen und beigefügt..
Liebe Grüße
Steve



Hier noch ein Foto



Dieses Foto zeigt die Unterseite der Tischplatte..
Vieleicht hilft das bei der Klärung ob es sich um Massivholz oder Furnier handelt..



Da sieht...



...mein altes Auge auf Foto 1 eine dünne Deckschicht als Furnier, typisch für diese Zeit. Die Basis der Platte wird eine furnierte Tischlerplatte sein.

Der Lack sollte gut abgehen mit einem feinen (grauen) Schleifvlies und Spititus mit 5% Salmiakzusatz. Gut abreiben, und gelöste Stoffe mit alten Lappen abwischen, sauber mit Spiritus nachwaschen. Somit bleibt der Beizton erhalten.

Gut trocknen lassen. Danach kann mit einem verdünnten Hartöl dünn eingelassen werden, das belebt den Farton. Überstände nach 30min gründlich abwischen. Nach einigen Tagen Trocknungszeit wird eine Schellackmattine in Faserrichtung aufgestrichen und nach dem Trocknen mit Schleifvlies fein oder Stahlwolle 0000 geglättet. Das Ganze wiederholen. Als Abschluß ist zum Beispiel eine Wachspolitur geeignet. Klingt aufwendig, ist aber im Gegensatz zu einer Ballenpolitur vom Laien zu händeln.

Grüße

Thomas



Ok, da gibt der Laie sich "geschlagen".. ;-)



Verstehe, es handelt sich also wirklich um Furnier, also war die Vorsicht angebracht ! Gut, dass ich hier gefragt habe, ich hätte sonst einfach (liebe Fachleute weghören) "gründlich" mit dem Bandschleifer ein paar Milimeter runter geschliffen und irgendeine Lasur draufgepinselt.. Danke an der Stelle für die ausführliche Anleitung ! Ich werde nun mal, so wie meine Zeit es zulässt, die nötigen Schritte einleiten und die Materialien besorgen.. Ich denke dieses schöne Stück hat es verdient, dass ich ein paar Euro investiere und mir ein bisschen Mühe damit gebe :-)
Ich hoffe dass ich euch auch später noch die eine oder andere Frage stellen kann, wenn es soweit ist. Ich werde dann auch gerne Fotos vom Endergebnis posten..
Vielen Dank und liebe Grüße aus Hamburg
Steve



Dieser Schreibtisch ist auf jeden Fall --



--- nicht als eine Massivholzkonstruktion gebaut worden.
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Das Blatt, die Seiten und die Böden des Korpusses weisen garantiert
eine abgesperrte Stäbchenmittellage als Trägermaterial für das Deckfurnier auf !

Allein die Einlegeböden hinter den Türen sind wahrscheinlich breitenverleimte Massivholzplatten OHNE
Absperrfurnier.
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Grundsätzlich lassen sich breitenverleimte massive Möbelbauteile wie Tischblätter z.B. nur durch den Einbau von korrekt angefertigten Gratleisten einigermaßen in Form halten.
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Dieser abgebildete Schreibtisch ist ganz sicher ein Möbelstück , welches noch vor der Erfindung der Spanplatte
wohl schon industriell und massenhaft hergestellt wurde.
-
Übrigens : Das sichtbare Tischblatt hat umlaufende profilierte Anleimer aus Massivholz, welche VOR dem FURNIEREN umlaufend auf Gehrung an der Trägerplatte angeleimt wurden.
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Dieser Schreibtisch ist ein sehr gut gestaltetes Möbelstück
- zwar schon industriemäßig hergestellt - dennoch aber nach
handwerklichen Grundregeln gebaut.
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Auf keinen Fall ist dieser Schreibtisch eine Massivholzkonstruktion !.
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Ganz sicher wurde dieses Möbelstück mit Schellack lackiert !
-
Daher rate ich, wie Thomas W. Böhme auch, einen Spiritustest durchzuführen-
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Na ja, dann das Möbel wieder mit Schellack auffrischen !
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Es wäre von mir unverantwortlich, jetzt und hier einem Laien nützliche
Ratschläge bezüglich Anschleifen / Abschleifen der
Schreibtischplatte zu geben.
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Erst recht nicht, wie man mit einer exakt geschärften
Ziehklinge tausendstel Millimeter abtragen kann, ohne das Deckfurnier zu verletzen.
-
Es gibt halt handwerkliche Verfahren, die man als Fachmann nicht öffentlich preisgeben sollte,- das würde dem Gleichkommen, wenn ein Bäcker sein geheimes Blätterteigrezept veröffentlichen würde !



@ Andreas



"Es wäre von mir unverantwortlich, jetzt und hier einem Laien nützliche
Ratschläge bezüglich Anschleifen / Abschleifen der
Schreibtischplatte zu geben."

Weil der "Kick" aus dem Handgelenk nicht online vermittelbar ist. Für irgendwas müssen Handwerker doch noch gebraucht werden. Wenn jeder Frisör unseren Job nebenbei erledigen tun täte, führen wir vermutlich Taxi.

Grüße

Thomas



Ja, Thomas, --



-- Oder Rickscha. - Ohne Warnblinkanlage.
- Hoffentlich merkelt das Niemand.



Danke das ihr trotzdem euer Wissen mit mir teilt..!!



Ein zwei Fragen bleiben:
Womit verdünnt man Hartöl und welche Schellack Mattine eignet sich gut ? Ich möchte gerne möglichst genau den Farbton der Fronten erreichen..
Grüße
Steve



Hallo,



Hartöl ist ja meistens schon mit 20-40% Lösemittel versehen, dann sehr dünn pur auftragen oder mit etwas Terpentin strecken.

Der Farbton sollte erhalten bleiben, da ja nicht geschliffen wird. Als Schellack einen eher helleren Farbton wählen.

Grüße

Thomas



Sind denn an den hellen Stellen …



… auf der Tischplatte überhaupt noch Pigmente der dunklen Ursprungslackierung erhalten geblieben?



Nun habe ich ja...



...keine Glaskugel wie die Frau Schlotterbeck. Allermeistens ist aber das Helle auf alten Flächen ein milchig gewordener Altlack. Die Pigmente waren zur Zeit der Möbelerbauung schon recht gut lichtecht.

Da hilft nur der Test.

Grüße

Thomas



Klasse..



Ok, dann werd ich mal loslegen.. Zumindest schonmal mit Spiritus und Schleifvlies.. Bin gestern nochmal gründlicher an einer Stelle mit Spiritus vorgegangen und, welch Wunder, der Lack verschwindet langsam.. :-)
Danke für die guten Tipps und Informationen..!
Ich werde euch den Fortgang später zeigen..
Liebe Grüße
Steve



Weiter gehts..



Ich hab nun in einem ersten Arbeitsgang den Restlack fast vollständig entfernt, werde aber nocheinmal gründlicher vorgehen.. Nun brachte mich zufällig jemand, der seiner Aussage nach auch professionell Möbel restauriert, auf die Frage ob man mit einer Schallackmatine überhaupt einen ausreichenden Härtegrad der Platte erreicht, der der alltäglichen Benutzung standhalten kann..? Er empfahl mir entweder, eine "Scheller Grundierung" und danach eine Mattine oder sein Tipp war ein Parkett und Treppenlack auf Wasserbasis zu nehmen, da dieser elastisch genug auf das arbeitende Holz reagiere und einen hohen Härtegrad aufweise.. Nun wollte ich in jedem Fall der Anleitung von Thomas Böhme folgen, frag mich aber nun ob und wie ich die Platte wirklich hart genug bekomme ?
Vielen Dank im Voraus
Grüße
Steve

Anbei ein Bild vom Stand der Arbeit..



Was der Mann auch immer tut,



er restauriert keine Möbel. Frage ihn 'mal, wie er seinen Wasserparkettlack zur nächsten Plattensanierung 'runterbekommt.

Wasserlacke setze ich nicht einmal im Fußbodenbereich ein. Sie sind nicht regenerierbar und neigen oft dazu, im Alter leicht milchig zu werden, sprich die Maserung zu verschleiern.

Eine Scheller-Grundierung kenne ich nicht, ist das der exakte Produktname?

Letztlich: Die Härte der Platte wird durch die Härte des Holzes bestimmt. Weder Schellack noch Wasserlacke verbessern die Holzhärte.

Grüße

Thomas



Ok..



Danke Thomas,dann bleibe ich bei der Schellackvariante.
Hatte auch ein besseres Gefühl dabei, halbwegs nach historischem Vorbild vorzugehen.. Insbesondere wo Schellack nur geringfügig teurer ist als besagter Acryllack..
Wo wir zur nächsten Frage kommen.. Woher sollte ich die Schellackmatine, die sich für meine Zwecke eignet beziehen ?
Wieviel brauche ich überhaupt für eine Platte 164 x 85 ?
Grüße
Steve

Ps: Scheller ist offenbar der Hersteller der Grundierung die mir empfohlen wurde, die genaue Bezeichnung hat er mich nicht genannt, scheint ja aber auch irrelevant zu sein..



Richtig Thomas ! --



- Dieses alte Möbelstück wurde vor vielen Jahrzehnten hergestellt und es bekam einen oder mehrere Anstriche
mit Schellack. -
Schellack ist ein Sekret einer indischen Blattlaus, welches in Spiritus gelöst viele Jahrhunderte als Möbelschutzanstrich - und aber auch vorwiegend als eine
natürliche und erstklassige Möbelpolitur verwendet wurde.
-
Dieser altbewährte Schellack hat gegenüber den neuen " Superhartlacken" einen gewaltigen Vorteil : -
- Im Restaurationsfall ( oder Renovierungsfall ) kann man
Schellack jederzeit mit schnödem Spiritus wieder lösen und
die Möbeloberfläche von dem verbrauchten Altanstrich befreien, um mit einem neuen Schellackauftrag den alten Glanz des Möbels wieder herzustellen.
-
Ganz anders sieht es bei der Verwendung von "modernen Lacken" aus der Retorte aus : Diese Produkte sind auf "HART
und UNKAPUTTBAR " getrimmt und lassen sich Niemals wieder
von einer damit " endbehandelten " Oberfläche entfernen !
-
Nicht mit Geld und guten Worten -- auch nicht mit irgend welchen Lösungsmitteln, welche auch aus der Retorte kommen.
-
Mein Fazit : Wer ein altes Möbelstück außer mit Schellack
oder mit Naturölen, die dafür geeignet sind behandelt, ist ein Frevler bezüglich der Handwerkskultur, dem die Hände
abgehackt werden sollten !



Puh.. ;-)



Dein Fazit ist aber recht drastisch Andreas :-)
Aber im Ernst, ich kann das schon nachvollziehen, sowohl aus technischen als auch aus ideologischen Gründen.. Ich halte auch mehr davon antike Dinge naturgetreu zu bearbeiten und sich an die historischen Vorbilder zu halten.. Ansonsten ist man bei Ikeamöbeln dann halt besser aufgehoben ;-)
Grüße
Steve

Ps: weiterhin die Frage, woher beziehe ich zu einem angemessenen Preis Schellackmattine, die für meinen Tisch geeignet ist und wieviel werde ich benötigen ?



KLEELUX



in Mönchengladbach.

Ich kenne den Laden schon sehr lange, weil er auch Künstlermaterial im Angebot hat, inzwischen haben die aber ihren Schwerpunkt immer mehr auf Restaurierungsbedarf verlegt. Schellack und anderes Gedöns für Holz gibt es auf jeden Fall reichlich.

Es gibt auch einen Onlineshop; ob die Preise "angemessen" sind, kann ich leider nicht beurteilen, die Oudt Hollandse Ölfarben und der Passepartoutkarton waren vom Preis her okay.

Wahrscheinlich rümpfen die Profis aus Sachsen über so einen Shop nur die Nase, aber ob sie ihren eigenen Top-Lieferanten preisgeben?



Ich beziehe...



...bei Deffner und Johann und bei Kremer. Für den ambitionierten Selberbauer sind aber Anbieter wie Kleelux gut geeignet.

Bei den paar Tröpfchen Schellack spielt wohl der Preis keine herausragende Rolle. Kaum überbietbar teuer ist aber die Restaurierungsecke bei OBI (Marke Lumperjack).

Grüße

Thomas



Klasse..



Vielen Dank Thomas !
Da werde ich suchen..
Aber wieviel sind denn ein paar Tröpfchen ? ;-)
Also, wieviel werde ich denn brauchen ... Sind 500 ml genug ?
Liebe Grüße



Das reicht...



...ganz gewiss.

Grüße

Thomas