Kellergewölbe einsturzgefährdet?!

05.01.2009



Hallo,

mir gehört ein kleine, altes Fachwerkhaus (ca. Bj. 1900) was z. Z. vermietet ist. Ich wurde heute von den Mietern darüber informiert, dass sich die Decke des Gewölbekellers gesenkt hat, und auch schon ein Stein herausgebrochen sei. Ich habe den Schaden noch nicht gesehen und habe seit dem Anruf panische Angst, dass das Haus in sich zusammenbrechen könnte.
Ganz allgemein gefragt, kann ein Gewölbekeller einstürzen und würde damit der Rest des Hauses auch zusammenbrechen? Wie ist in der Regel der Aufbau eines Hauses mit Gewölbekeller?
Keine einfache Frage, aber ich hoffe dennoch auf eine schnelle, kompetente Antwort.

Danke.

Christina



Da sollten Sie reagieren.



Bei Verdacht eines aktiven Schadensbildes sollten Sie kurzfristig reagieren. Schauen Sie sich die Situation am besten mit fachlicher Unterstützung durch einen Statiker vor Ort an.
Nur vor Ort läßt sich die Situation und das Risiko abwägen. Evtl. sind kurzfristig Abstützungsmaßnahmen nötig.



Sofort handeln.



Hallo Christina,

Natursteingewölbe, Ziegelgewölbe oder preußische Kappendecke?

solange niemand am Gewölbe herumfummelt, also keine Zwischenwände herausnimmt, keine Stahlstangen entfernt und darüber die Belastung gleich bleibt sollte sich im Keller nichts bewegen.

ebenso, wenn äußere Einflüsse wie Unterspülungen, Setzungen, Grundbrüche (benachbarte Baustelle) usw. auszuschließen sind.

Wenn Stahlträger in der preusischen Kappe in Richtung Lebensende tendieren kommt es aber schon mal dazu, das Steine heraus fallen. Auf alle Fälle: Sofort handeln.

Auf alle Fälle ansehen und ansehen lassen! Statiker hinzuziehen! Wo steht denn das gute Stück?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Kellergewölbe muss saniert werden



Hallo,

habe mir den Schaden gestern Abend noch zusammen mit einem Maurermeister (fachhaustechnisch erfahren) angesehen. Sieht nicht gut aus.
Der hintere Teil des Kellers besteht aus 2 "Gewölbebögen". Einer der beiden Bögen hat sich genau in der Mitte abgesenkt. Man kann direkt erkennen, dass die Steine (Backsteine) locker sitzen und kurz vor dem Herunterfallen sind. Mit den Jahren hat sich wohl der Fugenmörtel gelöst und die Steine verlieren dadurch ihren Halt.
Heute soll versucht werden, die Decke in diesem Bereich vorsichtig anzuheben bzw. mit Dielen und Stahlträgern abzustützen. Danach will der Maurermeister die Fugen neu verfüllen. Er sieht allerdings eher wenig Hoffnung, dass die Decke hält, da es sich um eine "schwierige" Stelle handelt. Dort kreuzt nämlich der Deckenbogen mit dem Fensterbogen.
Sollten die Decke das Anheben überstehen, schlägt der Maurermeister vor nach dem Verfüllen der Fugen einen Querträger zur Verstärkung einzuziehen.
Da ich mich handwerlich und "fachwerklich" nicht auskenne, sind meine Erklärungen ggf. etwas wirr. Bitte entschuldigt das.
Das Häuschen steht übrigens in Hohenstein.

Gruß Christina