Gewölbe selber bauen

19.06.2005



Hallo, ich ziehe demnächst in ein altes Bauernhaus um welches keinen Keller hat (das gibt's tatsächlich). Da ich als Weinliebhaber nun aber für meine edlen Tropfen eine angemessene Lagermöglichkeit brauche, die auch optisch etwas her gibt, möchte ich in einem kühlen Nebengebäude, das mir zur Verfügung steht, ein Bachsteingewölbe einbauen. Es soll eine Bodenfläche (Beton) von 3 x 5 m und eine Höhe von 3 m haben. Beginn des Gewölbebogens ab 1.5 m Höhe. Hat jemand Erfahrung damit. Mir ist nicht so ganz klar, wie ich das mit dem Gewölbebogen hinkriege (hab so die Vorstellung von einem "Innenskellet" aus Holz. Welches Backsteinformat bräuchte ich da und wie siehts bei einem Bogenradius von 1.5m mit der Statik aus? Brauche ich da eine Mittelwand bis zur Gewölbedecke? Gibt's da eine gescheite Internetseite? Danke für die Hilfe! Heinz



Gewölbekeller



Ein Weinkeller ist eine feine Sache! Aus meiner Sicht gibt es folgendes zu bedenken:
Fürs Gewölbe gibt es sicherlich Formeln und Beispiele. In meinem Haus sind Bögen eingebaut 2m Spannweite und der Scheitelpunkt ist 15cm höher als die Basis des Bogens. Links und rechts die Wände sind 40cm stark und mit Lehm gemauert. Über dem Bogen ist eine Wand und das ganze hält.
Ich würde empfehlen für die Wände eine ordentliche Gründung, Gewölbeschalung, Gewölbe setzen und Fugen vermörteln. Dann Stampflehm wird knochenhart und gibt gutes Klima.
Den Boden des Kellers würde ich auch aus Klimagründen nicht in Beton ausführen. Stampflehm mit trocken verlegten Ziegelplatten ist besser. Lehm ist antibakteriell, blüht nicht aus, wirkt über einen breiten Bereich Klimapuffernd. Das Risiko vom Beton irgendwelche Weinschäden zu haben wäre mir zu groß.



oberirdig?



oder habe ich das falsch verstanden? ich glaube nicht, dass es dann die mühe lohnt - die temperaturschwankungen dürften zu hoch sein, es sei denn, sie planten meterdickes mauerwerk.



Weinlagerung



Hallo,
ich habe zwar vom Bau eines Gewölbes nicht viel Ahnung, aber als Kellermeister dafür von Weinlagerung.
Ich würde Frau Ingenkamp eher Recht geben. A und O der Lagerung von Flaschenweinlagerung ist eine möglichst konstante Temperatur. Dabei ist es zweitrangig, ob diese 20°C oder 15°C beträgt. Ideal wäre eine konstante Temperatur von ca 16°C. Das Klima, also Luftfeuchtigkeit,ist bei Lagerzeiten unter 10 Jahren auch nicht so eminent wichtig.



Ich möchte



darauf hinweisen, dass sie eine solche Konstruktion auf keinen Fall ohne Statiker errichten dürfen.
Ein Gewölbe ist keine einfache Angelegenheit. Im Erdreich sicher etwas einfacher, da die Wände wenn es richtig hergestellt wird seitlich nicht ausweichen können.



Gewölbe?



Dachog. Alle haben sich ja noch nicht gemeldet? Unsere Altvorderen sind ja nur mit Gewölbe ausgekommen. Aber herleiten kann man ja schon mal, daß ab etwa o,80 cm unter der Erdoberfläche die Frostgrenze ist. Ab dieser Tiefe etwa herrschen somit einigermaßen konstante Temperaturen. Das Gefühl von Kühle ist ja nur relativ gegenüber der Umgebungstemperatur, im Winter ist es dort eben wärmer. Wie schon mal andern Orts hingewiesen ist ein Gewölbe in seiner einfachsten Form ein gemeiner Bogen. Man fertigte aus Holz eine Bogenform in den gewünschten Abmessungen. Diesen Bogen legte man auf die hochgemauerten Widerlager, wölbte diesen ein und zog diesen Lehrbogen, nach der Übermauerung weiter. Dabei brauchte man nicht zu warten bis das eingewölbte Bogenmauerwerk abgebunden hat. Aus eigener Erfahrung schafft man so in einer halben Stunde einen Bogen von 2 m Spannweite und 1/10 Stich. Wie schon Kollege Heim andeutete soll man als Friseur soetwas unterlassen. Es kommt wirklich auf etwas Genauigkeit und Erfahrung an. Denn es ist ärgerlich, wenn die einzelnen Bögen des Gewölbes durch unterschiedliche Fugenstärken, Steinlagen usw, von einander abweichendes Setzungsverhalten aufzeigen. Man sollte auch einschätzen können wie man den Gewölbeeingang gestalte und wo. Ohne bestimmtes Detailwissen nützt mir das beste Gewölbe nichts. Mfg ut de ole Mark



Danke an alle...!



Ein Hallo an alle aus der Schweiz!
Vielen Dank für all die guten Tips (obwohl halt auch träumezerschlagend). Im Kopf läuft halt alles immer ganz einfach. Da werde ich wohl besser von meinem selbstgebauten Keller absehen und beim benachbarten Bauern wegen einer Lagermöglichkeit in dessen Keller anfragen. Das mit dem Gewölbe im Gebäudeteil wäre zwar nett gewesen aber wenn's nicht ohne Klimaanlage und von der Statik auch nicht geht lass ich's lieber bleiben! Trotzdem nochmals besten Dank an alle. Heinz
PS: Wegen des Bodens - Im Kellerboden hätte ich eine Schicht Sand mit oben aufliegender Kiessicht vorgesehen gehabt, aber eben-, hätte...!