Verwendung von Dampfsperre, Dämmung der oberen Geschossdecke

08.01.2013 goki76



Hallo,
ich bin gerade dabei die obere Geschossdecke meines Fachwerkhauses, Baujahr ca. 1820, zu dämmen. Diese Maßnahme wurde durch einen extrem hohen Energieverbrauch und ein unbehagliches Gefühl im Obergeschoss (feucht-kalte Decken trotz warmer Raumluft) notwendig.

Der zukünftige Aufbau ist folgendermaßen geplant (von Innen nach Außen):

-Kalkputz
-Schalung
-Holzbalkendecke (20 cm)
-teilweise Estrich (wenige cm)
BIS HIERHER BESTAND
-Dampfsperre
-2-8 cm Fermacell Ausgleichsschüttung
-14cm Rockwool Tegarock
-19mm Spanplatten

Der äußere Raum ist gut durchlüftet.
Ich habe mir nun von mehreren Mitmenschen (Experten, Laien) und in mehreren Foren Rat geholt, was den Aufbau betrifft und musste feststellen, dass man gerade in Sachen Folie sehr unterschiedlicher Meinung ist. Nach Herstellerempfehlung (des Dämmmaterials) und nach theoretischer Berechnung (u-wert.net) ist eine Dampfsperre am wirkungsvollsten. Einige neigen zu einem diffusionsoffenen Aufbau, dagegen spricht jedoch, dass die Menge des im Winter eingelagerten Wassers weit über dem Grenzwert läge und die Gefahr besteht, dass die Dämmung absäuft und damit auch einen Teil Ihrer Dämmwirkung verliert. Ich habe mich daher für die Dampfsperre entschieden.

Nachdem ich nun die Folie verlegt habe (die Dämmung folgt am nächsten WE), ist mir bereits 1-2 Tage nach der Verlegung aufgefallen, dass sich daran von unten an zwei Stellen Kondenswasser niederschlägt. Die Stellen befinden sich über einem Raum, in welchem Wäsche getrocknet wird und direkt am Kamin. Es sind keine großen Flächen (jeweils 1/4 qm), aber die Bereiche scheinen richtig nass zu sein.

Daher meine Fragen:
Gibt es einen Fehler im Aufbau (wenn er fertig ist)?

Gibt sich das Problem von alleine, wenn die Dämmung oben drauf liegt und die Folie in einem wärmeren Bereich liegt?
(evtl. würde ich später diese Stellen noch einmal öffnen/überprüfen)

Macht eine zusätzliche Dämmung des Kamins im Kaltluftbereich Sinn?

Wie sollte man,wenn überhaupt Folie, eine solche in Richtung Dachziegeln abschließen? Verkleben oder auslaufen lassen?

eine zusätzliche Frage:

Muss man sich bei entsprechendem Aufbau Gedanken über die Statik der Decke machen, es ist ja doch einiges an Gewicht, was da zusammen kommt?

Vielen Dank schonmal für eventuelle Antworten!



Die DampfSPERRE...



... ist an der Stelle falsch angeordnet, alles was darunter liegt, wird mit Feuchte zu kämpfen haben, also auch die Balken, die Lattung und der Putz.
Wenn schon, dann gehört sie unter die Balken und zwar dicht angeschlossen.
Was befindet sich denn eigentlich zwischen den Balken?

MfG,
sh



Dampfsperre



Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zwischen den Halzbalken befindet sich, zumindest an den Stellen, die ich einsehen konnte, ein Lehm-Stroh-Gemisch.

Um eine Komplettrenovierung des oberen Wohnraums zu vermeiden wurde mir empfohlen, die Folie hier einzubauen, das sei bei "normaler" Belüftung des Wohnraums unkritisch. Wie gesagt, sollte sich eigentlich im Komplettaufbau gar keine Feuchtigkeit mehr niederschlagen. Sorgen macht es mir aber selbstverständlich, dass sich dort momentan eine gut sichtbare Menge niederschlägt.

Sind sie der Meinung, die Folie besser ganz weg zu lassen?



Durch den Einbau der Dämmung...



... wird sich das Problem entschärfen, also lass die Folie drin. Solange unten halbwegs vernünftig gelüftet und geheizt wird, sehe ich keine Probleme.
Bleibt noch die Frage nach dem Anschluss: Dieser sollte dicht an aufstrebende Bauteile und Umschließungsflächen ausgeführt werden.

Insbesondere zum Kamin mag ich mich nicht äußern, das sollte man besehen haben.

Die Schüttung kann auch weggelassen werden; die Dämmung ist eh nicht für Dauerlasten zugelassen und die paar cm bringens auch nicht.

Die Statik sollte mitspielen, 20er Balken bei üblicher Spannweite und Abstand tragen das locker.

MfG,
sh



Die



Holzbalkendecke sollte aber keine Verbindung mit der Außenluft haben, sonst entsteht unter der Dampfbremse, die auch gleichzeitig die Windsperre ist, weiterhin Zugluft und an den Randbereichen je nach Wind weiterhin Kondensat, zumal jetzt die Raumfeuchtigkeit zwangsläufig steigen würde.

Oben satt Spanplatte Dielung / Rauspund . Die Spanplatten wirken nochmals als Bremse und das wäre bei möglichen Anschlussungenauigkeiten ein späteres Problem.

Alternativ: die ganze Decke mit ISOFLOCK ausblasen und sich den Aufbauoben drauf sparen.



Dämmung der obersten Geschoßdecke



Hallo Goki,
Grundsätzlich schließe ich mich SH und Olaf an.
Dieser Aufbau mag zwar rechnerich funktionieren, ist aber nicht fehlertolerant.
Von Oben betrachtet wird unter der Spanplatte und unter der Dampfbremse Kondensat entstehen.
Wieviel hängt von Ihrem Lüftungsverhalten ab.
Bei starken Frost wird unter der Spanplatte Raureif entstehen.

Wir machen es immer so:
Lagerhölzer 6/14 quer zu den Deckenbalken Verlegen .
Kreuzungspunkt verschrauben und ausgleichen.
Perlite als Dämmschüttung.(diffusionsoffen und kapilaraktiv)
Schalung aus Rauspund.

viele Grüße und noch alles Gute für 2013

PS übrigens : seit 1987 das erste Jahr mit 4 verschiedenen Zahlen.