Gefache sind mit Bruchsteinen ausgemauert

04.02.2015 Steffi Exner



Hallo,
wir haben einen 300 Jahre alten Dreiseithof und sind bei der Sanierung des Fachwerkes und der Wärmedämmung von innen.
Nun haben wir im ältesten Teil des Hauses festgestellt, dass die Gefache mehrerer Wände nicht mit Ziegelsteinen sondern mit Bruchsteinen ausgemauert wurden.
Der alte Lehmputz, mit dem die Wände vor den Bruchsteinen verputzt waren, hat sich von den Bruchsteinen abgelöst und bröselt an vielen Stellen ab, sodass mehrere große Hohlräume dahinter einstanden sind. Dabei haben wir gesehen, dass die Bruchsteine teilweise ganz schwarz gefärbt sind. Sicherlich durch Nässeeinwirkung. Unsere Vorbesitzer haben den Hof 2001 kaputt saniert, indem sie manche Stellen des Lehmputzes mit Zementputz ausgebessert haben. Wir werden den kompletten Lehmputz jetzt erstmal abnehmen, damit die Fachwerkwand und die Bruchsteine frei liegen.
Meine Frage ist, welche Dämmung eignet sich am besten auf diese Bruchsteine und welchen Putz könnt Ihr empfehlen? Oder wäre es sogar ratsam die Gefache neu auszumauern?
Vielen Dank schon im voraus für Eure Antworten.
Steffi Exner



Wenn



an der Fachwerkkonstruktion nichts gewechselt werden muss würde ich die Ausfachung auf jeden Fall drin lassen. Zu tun gibt es noch mehr als genug...

Bei der Innendämmung gibt einige Möglichkeiten die wiederum von einigen Faktoren abhängen.
Grundsätzlich gilt: Die ersten Zentimeter Dämmung sind die wichtigsten und viele hilft nicht viel. Der verwendeten Materialien sollten kraftschlüssig (ohne Hohlräume) eingebaut werden. Auch sollten die Baustoffe diffusionsfähig sein und ein hohe Trocknungspotential haben. Also Holz, Kalk und Lehm.
Schaut mal links durch das Schwerpunkthema Wärmedämmung durch da steht einiges..

Grüße aus Koblenz



Vielen Dank



Gerd Meurer für Deine Antwort. Mit kraftschlüssig meinst Du, dass wenn wir mit Weichholzfaserplatten dämmen, die Platten in Lehm gelegt werden müssen ohne Hohlräume. Meiner Kenntnis nach wäre es doch auch machbar, dass man die freigelegten Bruchsteine bzw. die gesamte Fachwerkwand vorher mit einem Kalkputz vorputzen kann. Darauf dann eine Schicht Lehm und die Weichholzfaserplatten darauf andübeln.
Darüber dann STrohgeflecht und darauf die Wandheizung und anschließend mit Lehm verputzen?
L.G. St. Exner



Natürlich



können die Wände mit Kalk- oder Kalkdämmputz vorgeputzt werden. Auch können die Dämmplatten in Kalk geklebt werden.

Das hat gegen über Lehm Vorteile. Die Dämmplatten selbst würde ich mit Lehm verputzen. Hier lässt sich auch sehr gut eine Wandheizung integrieren.

Viele Grüße



Bruchsteine



waren auch in meinem Haus vermauert. Genau wie du habe ich sie zunächst drin lassen wollen, um mir noch mehr Arbeit zu ersparen.
Nachdem ich jedoch probehalber ein Gefach entfernt habe, konnte ich unter einem großen Stein Nässeschäden im Gebälk erkennen. Habe dann alles rausgeklopft. Besonders unter großen Bruchsteinen und in den Außenecken entsteht leicht Feuchtigkeit. Später kannst du einen Schaden nur noch schwer beheben. Letztlich bin ich froh, in den sauren Apfel gebissen und alles mit Leichtlehmsteinen neu ausgemauert zu haben.

Gutes Gelingen und viele Grüße!

Elke



Vielen Dank



Elke und Gerd. Wir haben jetzt erst einmal den alten Putz entfernt von allen Wänden und werden in Ruhe überlegen, welche Variante wir wählen. Am liebsten würde ich sie auch durch Leichtlehmsteine ersetzen. Aber es ist auch ganz schön viel Arbeit. Ich werde berichten, wie wir uns entschieden haben. Danke nochmal und schönes Wochenende euch allen
LG Steffi