Geeignete Maßnahmen Ertüchtigung Holzbalkendecke

10.01.2018 BufordTJustice



Hallo Forumsmitglieder!

Bei der Sanierung unseres Hauses BJ 1917 wurde mittlerweile der alte Putz der Decke samt Putzträger und Sparschalung abgenommen. Nun liegt die Holzbalkendecke frei. Die gesamten Decken wurde mit 14/20 Balken wohl in den 50ern bereits erneuert.

Aufbau war von unten nach oben: Putz, Putzträger, Sparschalung, Fehlboden, Sand, Dielung

Auflager und Balken sind ohne Beschädigung.

Der Parkettboden auf der Oberseite soll bleiben. Auf der Unterseite soll nun als Ersatz für den alten Putz eine GK-Decke eingebaut werden.

Ich würde nun die Balken in allen Räumen aufgrund fehlender Sparschalung mit Holzbohlen quer versteifen. Wie sollte ich diese bemessen?

Weiter habe ich im Netz über die Unterspannung von Holzbalkendecken gelesen. Das scheint mir angesichts der freiliegenden Balken eine gute Möglichkeit die Decke im Eigenbau weiter zu versteifen. Hat dazu jemand Erfahrungen?



Holzbalkendecke



Warum wollen Sie die Decke versteifen?





Hallo Herr Böttcher, das habe ich ganz vergessen zu erwähnen...

Die Decke im Anbau von 1955 schwingt recht stark. Spannweite der Balken ist hier 3,7 Meter. Die Balken liegen direkt auf dem Mauerwerk als Auflager und nicht wie im restlichen Haus auf Holzbalken als Auflager.

Auf zwei Balken steht der Länge nach eine 10cm Trennwand im OG. Die Restlichen Balken sind von oben oder unten nicht belastet/gestützt.



Holzbalkendecke



Also geht es um das Schwingungsverhalten in Längsrichtung.
In Querrichtung was drunterzuschrauben wird daran kaum etwas ändern.
Zuerst sollte geprüft werden ob die Dimensionierung der Decke stimmt.
Wenn ich den weitesten Achsabstand der Balken mit 1,00 Meter annehme und eine Spannweite von 3,8 Meter dann komme ich auf ein erforderliches Widerstandsmoment von ca. 800 cm³. Das entspricht einer Balkendimension von 12/20. Mit 14/20 und einem W = 933 cm³ ist die Decke auf der sicheren Seite und sollte nicht schwingen.
Als Ursache halte ich Beschädigungen für wahrscheinlich.
Bei Auflagerung ohne Mauerlatte auf Mauerwerk sind Schäden durch Kondensatbildung am Holz möglich.
Sie sollten die Auflager an der Außenwand prüfen.



Schwingen/Schallschutz



Wenn es die Raumhöhe zulässt, wäre es eine Option, die GK-Decke freitragend, ohne Kontakt zu den schwingenden Balken zu erstellen. Ist natürlich recht aufwändig.

Alternativ Federschienen verwenden, das bewirkt auch eine leichte Entkopplung.

Grüße





Die Balken im Bereich der Auflager sind absolut schadfrei und liegen auf einem Kalkmörtelbett auf. teilweise sind die Balken auch eingemauert.

Liegt das Schwingen der Balken nicht auch an dem Ausbau der Sparschalung, da die Decke im EG entfernt wurde? Als Ersatz hatte ich die Querversteifung durch Bohlen gedacht. Bei einer neuen GK Decke fehlt ja die Sparschalung.

Eine freitragende GK Decke habe ich mir auch schon überlegt, wird meines Erachtens nach aber schwierig, da die Befestigungschienen dafür auf den Holzfaserplatten der Innendämmung verschraubt werden müssten.



Holzbalkendecke



Die Decke ist statisch sogar überbemessen und steif genug. Mit einer neuen Deckenbekleidung (Dachlatten an Direktabhängern), 1 x 12,5 mm GK oder 1 x 15 mm Fermacell) kommt auch wieder Masse und Queraussteifung an die Decke.
Wer weiß was wirklich unter dem Parkettboden liegt.





Was unter dem Dielenboden liegt werden wir leider nicht erfahren. :-)

Aber ich vermute, dass die Dielen nicht direkt auf die Balken beschraubt wurden.

Ich habe gestern die Wasserwage an die Balken gelegt und festgestellt, dass die Balkenlage schief eingebaut wurde. Der Versatz auf die Spannweite beträgt etwa 3-4 cm. Somit gehe ich davon aus, dass die Dielen ausgeglichen wurden. Die sind nämlich im Wasser. Könnte das die Schwingungen erklären?