Fußbodenaufbau für Bad im Altbau



Fußbodenaufbau für Bad im Altbau

Hallo,

ich habe hier schon sehr vieles gelesen und weiß nun doch nicht so recht, was am Besten wäre. Deshalb meine Frage:

Wir wollen im OG in einem Zimmer ein Bad bauen. Dielen sind bereits raus. Auf dem Bild ist der derzeitige Stand ganz gut zu erkennen.
Um einen Ausgleich der Balken zu schaffen, sollen Latten längst auf die Balken aufgeschraubt werden um eine einheitliche Höhe zu gewährleisten. Zwischen den Latten soll eine einfache Baufolie gelegt und mit einer Ausgleichsschüttung alles schön ausgefüllt werden.
Darauf werden dann 15mm OSB Platten aufgeschraubt.
Darauf eine Folie wegen der Feuchtigkeit und darauf Fermacell Verlege-Platten 20mm. (Die werden dann nur noch geleimt?)
Geplant ist als Fußbodenbelag Klick-Vinyl.
Leitungen und Abflussrohre werden an den Wänden, im Ständerwerk verlegt.

Wäre das so ok?

Käme auf den fermacell Platten noch eine Dichtfolie, die geklebt werden muss?
Ist noch eine Trittschalldämmung notwendig?



Tun sie es genau so!!



Wer hat ihnen dies empfohlen oder woher haben sie diese schwachsinnige Aufbauvariante?
In einigen Jahren haben sie größere Bauschäden in dieser Konstruktion, als ihnen lieb sein möge.
Es gibt einfachere und langlebigere Lösungen.

Ich bin gern bereit, mit ihnen mal zu telefonieren.
Mobil am besten.

FG Udo Mühle



Alles Schwachsinn?



.. dann dürften wohl hier im Forum sehr viele schwachsinnige Aufbauten zu finden sein. Könne Sie das etwas (wenigsten etwas) näher erläutern?

Gerade von Fachfirmen hört man immer gegensätzliche Meinungen und jede Firma meint, ihre Ausführungen sind genau richtig. Wir hatten mehrere Firmen vor Ort und jede erzählte etwas anderes. Da kommt man als handwerklich begabter Laie echt ins Grübeln, was wirklich notwendig ist und was nur dem Geldbeutel der Firma nützt.

Viele Grüße...



Klingt hart,



aber der Aufbau ist Mist.

Zu was soll die Baufolie gut sein ?
15 mm OSB ist ein weites zu schwach.
Noch eine Folie ?
20 mm Fermacell-Platten ?

Ein Wirrwarr ohne Ende!

Zu Anregung guggst Du:

https://www.knauf-integral.de/de/sortiment/gifafloor/bodensystem-auf-balkendecke/

oder einfach mal in der Forumssuche,.... "Fußboden Bad" eingeben, da gibt es weitere Empfehlungen.

VG
Hanno

der nicht Gewerbetreibend ist, sondern einfach nur ein kleiner Handwerker, der selber ein FWH saniert.



Fehlersammlung



In dem Aufbau sind gleich mehrere Faktoren, die ich bedenklich finde:

1) Mindestens vorne im Bild ist der Balkenabstand geschätzt wenigstens 80cm. Da reicht selbst eine 22mm OSB-Platte nicht mehr. 15mm sind viel zu dünn.

2) Wofür die Folie zwischen OSB- und Fermacell-Platte? Damit die OSB-Platte keine Feuchtigkeit von der durchweichten Fermacell-Platte abkriegt?

3) Klickvinyl ist nicht wasserdicht. Dazu müsste die Oberfläche versiegelt werden. Wenn Vinyl im Bad, würde ich eher flächiges Vinyl auslegen. Dann muss man nur die Ränder abdichten.

4) Direkt unter den Bodenbelag gehört eine Abdichtung aufgetragen. Nicht irgendwo tiefer im Bodenaufbau, wo Feuchtigkeit bereits Schäden anrichten kann. Das Vinyl würde ich verkleben, sonst hast Du zwischen Belag und Sperrschicht einen potentiellen Feuchtigkeitspeicher eingebaut, falls die Silikonfuge am Rand mal schlapp macht.



Eine erste Hilfe...



Danke Tilman für einen wirklichen ersten Hilfeansatz!!

1. Klickvinyl wird doch aber überall angeboten, dass es extra Varianten für Bäder gibt, die wasserresistent sind. Da soll nix quellen und geklebt muss das auch nicht werden.

2. Wäre diese Variante sinnvoll:

- auf den Boden eine Rieselfolie
- Fermacell Ausgleichsschüttung um ein gleichmäßiges Niveau zu erhalten
- fermacell Verlegeplatten (20 mm)
- Dichtfolie über den ganzen Boden aufkleben
- darauf Klickvinyl bzw. Fliesen

Reicht denn da diese Plattenstärke? OSB Platte darunter war ja nur zur Verstärkung gedacht. Kann man sich die OSB Platte also sparen?



Wieder ein Fehler



In der Regel sollten die Felder nicht belastet werden, die Einschübe sind dafür nicht ausgelegt. Der Fußboden wird auf den (ausgeglichenen) Balken befestigt.

Die Abdichtung besteht aus Bändern, Ecken und wird häufig flüssig aufgebracht. Dabei wird diese in den Nassbereichen auch an den Wänden verlegt. Einfach mal bei Herstellern von Bodenbelägen und Trockenestrich nachschauen was dort vorgeschlagen wird. Gerade bei Fermacell finden sich gute Hinweise dazu.

Hier im Forum wird immer wieder darauf hingewiesen dass mehrere Lagen Folien keinen Vorteil bringen. Besonders zwischen beheizten Geschossdecken lese ich überwiegend den Hinweis auf Dampfbremsen oder Dampfsperren zu verzichten, was auch bedeutet nicht unbedingt Folie als Rieselschutz zu verwenden.



Balkenausgleich



Um wieviel cm Höhenunterschiede handelt es sich denn auf welche Länge? Rieselschutz ist nur dort nötig, wo etwas rieseln kann. Also auf z.B. Einschubbretter, die nicht ganz dicht verlegt sind, wo Gefahr besteht, dass Schüttung in den Zwischenraum Einschub-darunterliegende Decke rieselt. Es ist hilfreich, den Sinn und die Funktionsweise eines Bodenaufbaus zu verstehen und nicht nur verschiedene Aufbauten wie im Kaufhaus aus dem Materialregal zu nehmen und zu kombinieren. Als Abdichtung gegen Feuchtigkeit wird unter dem Belag oft ein Anstrich mit Flüssigfolie z.B. Lastogum von PCI nach Herstellervorschrift, also die Anschlüsse zur Wand hochgezogen, verwendet. Zum Thema Trittschall: Kommt draufan, welche Räume drunter sind. Im Bad fände ich viel wichtiger, die Nebenübertragungswege wie Rohrdurchführungen, Fallrohrdämmung etc. zu beachten.



Vinylboden



Wie Historia bereits schrieb: Die Einschübe sollten nicht belastet werden, zumal Du vermutlich gar nicht weißt, wie sie ausgeführt sind. Ich würde bei Deiner Idee mit den nivellierten Balken bleiben. Darauf zwei verleimte/verschraubte Lagen 22er OSB.

Wenn Du eine Badewanne planst, sollte die Last trotzdem nicht irgendwo mittig zwischen den Balken aufliegen, denn auch dicke OSB-Platten geben im Laufe der Zeit unter permanenter Last nach. Zur Not den Bereich mit Querbalken aussteifen.

Klickvinyl gibt es in mehreren Arten: Mit Holzfaser-Träger und komplett aus Vinyl. Zweiteres ist wasserresistent, das stimmt soweit schon, doch Wasserresistenz bedeutet, dass das Vinyl durch Feuchtigkeit keinen Schaden nimmt und nicht, dass es einen wasserundurchlässigen Belag bildet.

Wasserresistentes Klickvinyl kann man im Bad verarbeiten, doch dann sollte man es entweder Kleben oder versiegeln. Sicherer ist es, vollflächiges Vinyl zu verlegen.



Weder noch!


Fußbodentemperierung in Lehm für Holzböden in Bädern (1)

Warum haben denn soviele Menschen Angst vor einem reinen Holzboden in einem Bad?
Erst letztes Jahr haben wir ein derartiges Projekt gehabt und in keinster Weise eine Folie oder irgendwelche OSB-Platten da eingebaut.
Trotzdem befindet sich da jetzt eine Dusche darin und eine schöne Einbauwanne und ein großer Waschtisch.
Wenn wir Folien integrieren, wird die gesamte Konstruktion unübersichtlich und nicht mehr beherrschbar, wenn irgenein kleiner Ausführungsfehler sich einschleicht.
Die Duschtasse mit aufgekanteter Schürze verwenden und alles andere ist dann mühlelos beherrschbar.
Darüber dann ganz einfach eine schöne geölte Holzdielung auf eine vollflächig aufgebrachte Geotextilverlegung.



Idee


freistehende Wanne

Oder hier zum Beispiel:
Auch in keinster Weise eine Folie verbaut.



Das kommt darauf an, was man will



Wir wollten zum Beispiel eine offene Walk-in Dusche mit FBH im gesamten gesamten Bad bis an die Ablaufrinne im Duschbereich. Keine hässliche Duschtasse und schon gar keine Kabine. Da kommt nur ein wasserundurchlässiger Boden in Betracht. Vinyl würde ich nun persönlich auch nicht haben wollen aber es gibt wunderschönes Feinsteinzeug, das sich im Altbau harmonisch einfügt.

Die Badewanne im Raum auf dem gefliesten Podest sieht schon verdammt gut aus. Würde ich Badewannen mögen, würde das durchaus meinem Geschmack entsprechen.



Oder wie im Norden Europas....


Natursteinbodenbelag im einem Sanitärraum incl. Duschbereich

...es die Schweden seit Jahrzehnten bewerkstelligen:
Vollflächig verschweißten Linoleumboden mit verschweißter Aufkantebene (Sockelanschluss auch genannt!).
Haben wir in einer Frauenarztpraxis sämtliche Nassräume ausgeführt und Labor- und Toilettenbereiche halbhoch mit bekleidet.
Etwas noch hygienischeres gibt es kaum noch.

Oder wie in einem Scheunenumbau ehemals, deinem Wunsche gerecht werdend, eine Duschraum breite Natursteinplattenbelegung mit gefällegefräster Ablaufbodenplatte und integriertem Schlitzeinlauf in der Wand verdeckt intergriert.



Danke für die rege Teilnahme...


Danke für die rege Teilnahme...

und die vielen Vorschläge!

Hab mal nach Schalungslatten gegoogelt. Die würden dann als Höhenausgleich seitlich an die Balken geschraubt. 24x72mm sind die.
Dazu müsste ich den Lehm-Stroh Boden jeweils an den Seiten entfernen.
Quasi wie auf dem beigefügten Beispielbild (sorry - Bild ist gedreht).

Eine andere Möglich, die Lattung AUF die Balken zu schrauben und die jeweils ausnivellieren (mit kleinen Holzstückchen) wäre Quatsch?
Oder gleicher Effekt?

Dazwischen dann Schüttung mit Rieselpapier, da wo notwendig.

Ist alles schön eben, können dann Fermacell Verlegeplatten drauf?
Im Baumarkt gibts meist nur die 20mm Stärke. Wäre das ausreichend?

Viele Grüße,
Trokan

PS: Irgendwie ist das Klickvinyl schön warm, super Muster in allen Farben und nicht so schwer vom Gewicht her wie Fliesen... Wer hat denn so was schon gemacht?





Verabschiede Dich endlich von den 20 mm, das reicht nicht !

Schau Dir mal das Datenblatt von den GIFA-FLOOR-Platten an,
da siehst Du, welche Plattenstärke beim vorhandenen Balkenabstand erforderlich ist.

https://mdbapi.knauf.com/v1/knauf_pdf_download.php?action=download&a=731010&c=72f269b51987c77c8f02aaf237501823&p=g

Egal was Du als Oberbelag machst, der Unterbau muss passen.

Und nebenbei noch ein Tipp:
Geh zum örtlichen Baustoffhandel, die bieten Dir auch das erforderliche Material, zum besseren Preis an.

VG
Hanno



Man kann die Welt....



...auch stetig verkomplizieren und das ist auch Dank von Tante Google möglich geworden!
Ich verstehe mittlerweile kaum noch, warum man so viel verkomplizieren muss, obwohl die einfacheren Lösungen viel nachhaltiger und auch preislich interessanter sind.

Wenn sie seitlich anlaschen wollen und auch müssen, gibt es viel schnellere und einfachere Systeme mittlerweile.
Die Expandersysteme der Firma Holz Hufer DämmRaum-Produkte.

http://daemmraum.de/produkte/produktvorstellung/bodenexpander-be.html

Diesen kann man seitlich an die Bestandsbalken anbringen und fertig.

Und was schreckt sie von einem guten geölten Dielenboden ab?
Gute Portweine reifen im Holzfass, bis heute schwimmen Schiffe aus Holz auf den Meeren usw. usw.



gut geölte Dielenböden...



... sorry, aber aus meiner Sicht einfach nur hässlich. Aber ist alles Geschmacksache. Der Eine steht halt drauf, der Andere nicht!

Und das Komplizierte ist oft einfacher...



Und das Komplizierte ist oft einfacher...



....muss man das verstehen?
Oder wie sieht dazu ihre Erklärung aus.

Stimmt, über Geschmack läßt sich bekanntlich sehr lange streiten.