Fußbodenaufbau auf ungedämmter Bodenplatte von 1965

11.12.2014



Hallo liebe Experten,
Ich bin ein wenig ratlos. Wir haben gerade ein Haus aus dem Jahr 1965 gekauft und sind nun am sanieren. Dabei ist mir aufgefallen das im EG (kein Keller) kein Estrich verlegt ist, sondern nur PVC Boden direkt auf der Bodenplatte. Jetzt möchte ich natürlich keine kalten Füße bekommen, allerdings habe ich auch nicht viel Platz zur Dämmung wegen der Raumhöhe von nur 2,48m.
Jetzt war die Idee eine Lattung von 4cm zu montieren und dazwischen zu dämmen (da ist natürlich die Frage welche Dämmung) und darüber dann auf die Lattung einen Dielenboden 2cm zu verlegen.
Nun ist die Frage:
1. Welche Dämmung (sollte auch bezahlbar sein)
2. braucht man eine Dampfbremse oder Sperre, wenn ja warum?
3. was ist mit dem Taupunkt wenn ich jetzt dämme?

Vielleicht habt ihr ja auch ganz andere Ideen, ich bin für alle konstruktiven Hinweise dankbar.

Vielen Dank im Voraus.

Grüße aus der Eifel

Dominik



Bodendämmung



Bevor Sie sich zu einem neuen Bodenaufbau entscheiden, muss die bestehende Konstruktion möglichst vollständig geklärt wordem sein.

Entscheidend hierbei wäre z.B. das Vorhandensein einer Bauwerksabdichtung auf der Bodenplatte und einer horizontalen Abdichtung im aufgehenden Mauerwerk (Sockelbereich), an die mit der Abdichtung der Bodenplatte angeschlossen werden könnte. Bei einem Haus BJ. 1965 sollte zumindest die horziontale Mauerwerkssperre vorhanden sein.

Grundsätzlich sollte der Übergang zwischen der Bodenplatte und den angrenzenden Bauteilen (Sockel, Fundament, aufgehendes Mauerwerk) konstruktiv geklärt werden. Erst dann lassen sich Maßnahmen zur Dämmung und BAuwerksabdichtung nachhaltig und schadensfrei planen.

In Ihrem Falle käme am ehesten eine Holzfaserweichplatte mit Einschublatten zur Anwendung, die die Unterkonstrukton für die Dielung bilden. Eine Dampfbremse ist bei kapillaraktiven Baustoffen und der Möglichkeit der Rücktrockunung nicht notwendig. Voraussetzung wäre eine intakte und ebene Bodenplatte im Sinne der Toleranzen im Hochbau. Andernfalls muss mit Ausgleichsschüttungen, Ausgleichsestrich oder Nivellierspachtelmasse etc. gearbeitet werden.

Wo befindet sich Ihr Haus? Ich kann mir Ihre Situation gerne einmal im Sinne einer Bauberatung anschauen. Dabei lassen sich auch Fragen klären, die sich für Sie im Zusammenhang mit der anstehenden Haussanierung bisher ergeben haben. Nähere Informationen zu meiner Bauberatung sende ich Ihnen bei Interesse gerne per Email zu.

Wenn Sie sich auf Fachwerk. de anmelden, finden Sie meine Kontaktdaten unter "pickartz.architektur"

Will Pickartz | Architekt | Bad Münstereifel | 02253. 544310
pickartz.architektur@t-online.de



Eine...



Dampfbremse ist tatsächlich verzichtbar. Nicht aber eine funktionierende Abdichtung. Da ohne Abriß des Estrichs der Zustand der möglicherweise existierenden Abdichtung nicht geklärt werden kann, wäre die einfachste Variante, eine funktionierende Abdichtung auf dem Estrich zu Verlegen (z.B. die selbstverklebende Gefitas PE3/300. Nur auf einer Abdichtung sollte mit organischen Materialien weitergebaut werden. Dabei halte ich Holzweichfaser für die beste Lösung. Etwas druckfester als viele andere Platten ist die DOSER N in verschiedenen Stärken. Ich lege gern 2 N25 überlappend übereinander, und 48mm hohe Lagerhölzer dazwischen.

Der Taupunkt ist für Sie an dieser Stelle uninteressant. Wie Will schon schrieb, sollte nach oben zu dampfoffen weitergebaut werden (oxydativ härtend geölte Dielung).

Grüße

Thomas



Fußbodenaufbau



Was macht Sie so sicher das nur eine Bodenplatte vorhanden ist? Könnte es möglich sein das ein wärmegedämmter Estrich statt der Bodenplatte unter dem Belag liegt?



Bodenaufbau



Hallo und vielen Dank für die schnellen Antworten.

Da ich ein Abflussrohr was nicht mehr benötigt wird entfernt habe, konnte ich den Aufbau sehen, ca. 10cm Bodenplatte und darunter Sand und dann schon Lava. Der Sanitärinstallateuer hat einfach ein 100 er Abflussrohr durch die Bodenplatte gestemmt und verlegt und das nur zur Waschmaschine, da hätte es auch ein 70 er getan und dann noch durch die Bodenplatte, sehr unverständlich aber es ist nun so.
Unter dem Mauerwerk ist eine bitumen Pappe untergelegt, das konnte ich sehen als ich eine Wand entfernt habe.
Ich denke das der Untergrund, also die Bodenplatte nicht 100% eben ist, deshalb dachte ich eventuell an eine Perlitschüttung, zB quick mix isoraab zwischen der Lattung.
Was halten Sie davon?

Nochmals danke für ihre Hilfe.

Gruß

Dominik



Nix...



halte ich von Schüttungen anm dieser Stelle.

Was genau bedeutet nicht 100% eben? Die Möglichkeiten der Beratung hier sind begrenzt. Eine Beratung vor Ort ist deutlich zielführender...

Grüße

Thomas



Fußbodenaufbau



Dann sollten Sie zuerst einen Blick in Ihre Landesbauordnung werfen, da stehen die lichten Raumhöhen drin. Die bewegen sich im Allgemeinen so zwischen 2,30 und 2,35 m.
Damit stehen rund 12 -15 cm Aufbauhöhe nach einem Höhenausgleich zur Verfügung. Für den Höhenausgleich eignet sich ein Verbundestrich. Fließestriche können bis auf 0 ausgezogen werden.
In der Aufbauhöhe passt ein schwimmender Estrich (35 - 55 mm Stärke) mit Wärmedämmung und Abdichtung rein. Bei Dielung mit integrierter Dämmlage kommen Sie schon mit 100 mm zurecht.



Bodenaufbau



Oder du stemmst gleich den Beton heraus- bei dem Baujahr dürfte mit Zement gespart worden sein, sodaß das Herausstemmen und der Abtransport in 2 Tagen geschafft sein sollten
(wird ja kein allzu riesiges Haus sein?)
Dann kannst du ausschachten -
Tiefe je nachdem wieviel Dämmung du einbringen willst.

Über den weiteren Aufbau gibt's hier genügend Infos

Wäre zumindest überlegenswert,da ständig kalte Füße und höhere Heizkosten wegen minimaler Dämmung auch nicht schön sind.

Zudem kannst du evt die Raumhöhe vergrößern, Rohre, Kabel etc verlegen

und wenn du einen ebenen Unterboden schaffst ist das Arbeiten hinterher auch schneller.
Bei Fragen kannst du auch gerne eine Mail schicken

Andreas Teich



Die...



empfohlene Dämmung genügt vollauf für's Wohlbefinden. Sparen Sie sich den Container für den Beton...