Neuer Fußboden über Gewölbekeller

05.05.2008



Hallo zusammen,

habe in einem Haus aus dem Jahre 1935 einen Dielenboden im Erdgeschoss entfernt und will nun einen neuen Bodenaufbau vornehmen.
Unter diesem Haus befindet sich ein Gewölbekeller.
Das Ganze stellt sich folgendermassen dar:
Das Außenfundament ist an der Sichtseite (Hof, Straße) aus Sandsteinen hochgemauert, an den anderen Seiten aus Bruchstein. Soweit ich innen abgegraben habe (Gewölbeoberseite noch nicht frei) scheinen die Innenmauern vom Gewölbe aus hochgemauert zu sein. Der Rest wurde dann im unteren Bereich mit Sand und die restlichen ca. 30 cm mit Schlacke, Feldsteinen, "trockner roter Erde" aufgefüllt.
Dazwischen lagen Balken(-stücke) die vorher evet. in einen Fachwerk verbaut waren (Nuten, Holzzapfen) auf denen Dielen genagelt waren. Diese Balken waren sehr wurmzerfressen aber offensichtlich trocken (keine Fäulnis).
Das Bad war als einziges mit einer ca. 10cm starken Betondecke versehen.
Im Bereich um das Bad ist die Hochmauerung teilweise eingebrochen oder zumindest nicht mehr tragend. Offensichtlich hängen die 7m² Badzimmerboden an der Außenwand. In diesem Bereich gab es auch unter der Schüttung Hohlräume von bis zu 20cm Tiefe, für die ich keine rechte Erklärung habe, weil das Gewölbe von unten intakt scheint.
Meine erster Ansatz war nun die Schüttung abzugraben und die Räume mit einer Betondecke, die sich auf das nach innen etwas breitere Fundament abstützt, zu versehen. Habe aber die Befürchtung, dass dann aufsteigende Feuchtigkeit in die Wände zieht. Muss ich über einem Gewölbekeller eigentlich mit aufsteigender Feuchtigkeit rechnen. Wie gesagt, die Hölzer waren zerfressen, aber nicht morsch/modrig.
Das Ganze aber nur neu aufzufüllen und einen ähnlichen, wie den alten Aufbau vorzunehmen scheint mir ebenso gewagt, weil ich für die Setzungserscheinung keine Ursache habe und befürchte, dass der neue Boden dann
weiter nachgibt.
Wäre für einige Anregungen dankbar!



Das Gewölbe...



...sollte von oben freigelegt werden. Unter abgängigen Partien sollte schon vorher eine stützende Schale gebaut werden. Wir haben dann in einem ähnlichen Fall tiefergerutschte Steine nacheinander hochgedrückt, die Fugen peu a peu ausgeblasen und vermörtelt.

Auffüllen könnte man bis Gewölbeoberkante mit Liapor, darauf eine Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, danach eine Sperrschicht, z.B. Bitumenbahn. Auf dieser könnte ein Fußbodenaufbau, z.B. mit Holzweichfaser/ Lagerhölzern / Dielung erfolgen.

Warum sollte bei Beton mehr Wasser aufsteigen, als in dem bisherigen diffusen Gemisch? Es war mit Sicherheit zu feucht, sonst wären die Lagerhölzer nicht völlig zerfressen. Auch Anobien mögens nicht zu trocken.

Grüße

Thomas



Das Gewölbe...



zeigt eben keine abgängig Partienen, sondern sieht stabil aus. Deshalb halte ich eine komplette Freilegung für sehr viel Aufwand, wenn ich danach alles wieder verfüllen muss.

Ich glaube auch nicht, dass bei Beton mehr Wasser aufsteigt.
Nur kann es nicht mehr durch den Fussboden in den Raum, weil Bitumensperrschicht. Also zieht es in die Zwischenwände und ich befürchte dann Schimmelbildung.

Zum Thema (Bitumen-)sperrschicht noch eine Frage. Wäre es auch möglich unter dem Beton eine Folie einzulegen und diese an den Wänden hochzuziehen, dann zu betonieren und Botenbündig abzuschneiden?? Dann hätte ich die Sperrschicht unter der Decke.



Neuer FB



Klare Antwort: ja, die Folie brauchen Sie sowieso, damit Ihnen das Anmachwasser nicht wegläuft.
M.E. reicht aber eine leichtbetonfüllung mit einem 5-6 cm dicken Zementestrich oben drauf völlig aus.
Ich würde die alte lose Schüttung weitestgehend entfernen und mit Leichtbeton (auch als gebundene Schüttung bezeichnet)wiederauffüllen. Markennamen: Thermozell z.B.
Vorteile:
- fast selbsausgleichend
- wärmedämmend, WLG 0,10
- druckverteilend
- nagetierfest und insektenfest
- kann nicht schimmeln
- gute Oberfläche für einen Estrich

Zwischen LB und Estrich dann eine Folie ! Den Estrih wie gewohnt mit Randstreifen und Kellenschnitten wo nötig einbringen und nachbehandeln.

Grüße vom Niederrhein



Die Liapor-Füllung...



...habe ich empfohlen, weil Liapor Wasser kaum kapillar weiterleitet, und weil es wärmedämmend wirkt. Meist hat man auf dem Gewölbe nicht mehr soviel Aufbauhöhe übrig. Alternative dazu wäre z.B. das Auffüllen mit einem Liapor-Estrich.

Das Wasser unter einer Sperrschicht in Seitenwände wandert, wird hier zuweilen behauptet. Ich hab's noch nicht beobachtet, und warum das so sein soll, hat mir noch keiner überzeugend dargelegt. Insbesondere fehlt mir der Grund, warum sich Wasser unter der Sperrschicht sammeln soll. Den gäbe es dann, wenn es oberhalb der Sperrschicht kälter wäre, durch Kondenswasser. Aber hier ist es ja oberhalb der Schicht wärmer, weil beheizt.

Schweißbahnen sind wesentlich stabiler als die üblichen Baufolien. Beide halten besser, wenn sie auf einer festen Oberfläche, wie eben z.B. Magerbeton, aufgebracht werden.

Grüße

Thomas



Mein Aufbau über dem Gewölbekeller...



...entspricht im Prinzip dem von Dietmar. Viel rausgeschaufelt und grob nivelliert. Bei mir halt dann Styrobeton von Röfix, dürfte sich aber nix großartig schenken zu Thermozell (war gerade mal auf der Heimseite). Darüber dann bewehrter Zementestrich auf Trennschicht.

Gruß Patrick.

P.S.: Meine Lagerhölzer waren auch Recycling-Balken. Eiche mit zum Teil ziemlich angekokelten Seiten. Zur Zeit vom Bau meiner Bude hat wohl vorher was Altes in der näheren Umgebung gebrannt.