Fußboden mit miner. Dichtschlämme abdichten




Hallo Forum,

wir haben in unserem nicht unterkellerten Häuschen von 1885 folgenden Fußbodenaufbau geplant:

- Sand / Ziegelschutt vorhanden, Höhe der Auffüllung innen ca. 40 cm über Gelände zwischen den Feldsteinfundamenten
- Magerbeton als Sauberkeitsschicht ca. 3cm
- Perimeterdämmung XPS 4 cm
- PE - Folie
- Zementestrich 6 cm
- Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit
- Lagerhölzer / Holzfaserdämmung 6 cm
- Dielung, Kiefer 3,5 cm

Am Randbereich des Zementestrichs ist ein Randdämmstreifen eingebaut, die bestehende Wand hat unterhalb des Estrichs eine Horizontalsperre eingebaut, diese ist noch in Ordnung.

Nun die Frage nach der Ausführung der Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit zwischen dem Zementestrich und den Lagerhölzern der Dielung:

Wir würden hier gerne eine mineralische Dichtschlämme aufbringen, da die Variante mit einer Bitumenschweißbahn wegen der PAK - Belastung der Bitumenbahnen im Innenraum uns nicht behagt ...

Spricht etwas gegen diese Ausführung? Wie bekommt man den Randbereich (Fuge ca. 5 bis max. 10 mm) überbrückt? Die Dichtbänder zum Einspachteln kosten ja richtig Geld (bei ca. 20 m Raumumfang mehr als 100 €) Ggf. könnte man hier auch einen Streifen / eine Aufkantung mit Bitumenbahn Kleben und die eigentliche Fläche dann mit der Dichtschlämme abdichten.

Was haltet Ihr davon?

Vielen Dank für Eure Antworten und beste Grüße,

Stefan



Bodenaufbau ohne Keller



Hallo Stefan
viel zu kompliziert und dämmtechnisch ungünstig.

-Besser alles lose entfernen bis auf den gewachsenen Boden
abtragen und einebnen- was lose ist feststampfen.
- PE-Folie auslegen
- Estichschicht ca 5-7 cm herstellen
- darauf Feuchtigkeitsabdichtung aus Bitumenschweißbahnen
herstellen und am Rand bis zur Oberkante vom fertigen
Fußboden hochziehen.
- Alternativ Geotextilvlies auslegen und darauf eine ca 1 mm dicke EPDM Folie ebenfalls bis zum Rand hochzieghen- Ecken nur falten- nicht einschneiden.
Dies ist viel einfacher und umweltfreundlicher als mit Schweißbahnen zu arbeiten.

- Kanthölzer im Abstand von ca 50 cm auslegen und mit
Gummigranulatstücken o.ä. ausrichten,
- dazwischen Zellulose o.ä.als Dämmung
- darauf geölte Holzdielen verschrauben.

Kein XPS, keine doppelte Estrichschicht.
Die seitlich hochgezogene Abdichtung kannst du mit den Fußfleisten fixieren- mehr Abdichtung ist unnötig.

Andreas Teich



Danke für die Antwort ...



Ich muss wohl noch erwähnen, dass der Boden bis einschl. Estrich soweit bereits fertig ist, jetzt kommt folglich eine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit und ich suche nach Alternativen zu Bitumen ... die Kunststofffolien sind auch teuer ... zumal, wenn man noch eine zweite Rolle nur wegen ein paar fehlenden qm braucht ... daher die Frage nach einer mineralischen Dichtschlämme(die ich für meine Situation als ausreichend empfinde)und den etwas problematischen Übergängen zur Wand ...!

Gru0ß, Stefan



Reine Bitumenprodukte



... sind PAK-frei. Bitumen- und Teerprodukte werden aus grundsätzlich unterschiedlichen Rohstoffen hergestellt und sind nicht miteinander zu vergleichen.

Eine zugelassene Dichtungsbahn für die Bauwerksabdichtung innen, z.B. Katja-Sprint/Knauf ist relativ preisgünstig, gut & schnell zu verarbeiten.Sie wird nur lose ausgelegt bzw. kalt verklebt Auch EPDM-Folie kann Verwendung finden, ist aber deutlich teurer.

Die MDS ist ebenfalls recht kostspielig (PCI/Weber) und von der Verarbeitung umständlicher; sie hat längere Trocknungszeiten. Ohne Dichtungbänder in den Innenkanten, im Übergang zur aufgehenden Wand, ist die Bauwerksabdichtung fehlerhaft.

Sparen um jeden Preis ist kontraproduktiv.



Bodenaufbau u Abdichtung



Wie seid ihr denn bloß auf diesen Bodenaufbau gekommen?
Selber ausgedacht oder empfohlen worden?
Von wem?
Die Abdichtung wäre direkt auf der Beton-Sauberkeitsschicht sinnvoll gewesen- dannwäre keine weitere notwendig.

Dichtungsschlämmen sind ungeeignet, gerade da zusätzlich noch Dichtungsbänder verwendet werden müssen.

Wenn billige bzw dünnere Folien verwendet werden sollen würde ich als Schutz Geotextil unterlegen, ca 1,-€/ qm
EPDM gibt's als günstigere Reststücke bei Folien-, Pool-, Teichbaushops etc, oder eine dickere PE-Folie verwenden -0,2 bis 0,3 mm, evt doppelt legen und am Rand bis unter die Fußleiste hochziehen und mit dieser befestigen.

Andreas Teich