Bruchsteinfundament abdichten

23.10.2007



Das Bruchsteinfundament des Hauses soll im Zuge der erforderlichen Neuanschlüsse (Wasser/Abwasser etc.) abgegraben und mit Dernoton abgedichtet werden. Wer hat damit eigene Erfahrungen gemacht? Gibt es dafür Händler in meiner Nähe bzw. gibt es ein vergleichbar gutes Produkt/Verfahren?



Moin,



1. Es gibt keinen Grund ein Fundament abzudichten.
2. Sie begeben sich auf sehr dünnes Eis wenn Sie das Fundament bis zur Sohle freigraben --> Grundbruchgefahr





Danke für die schnelle Antwort. Aber ich grabe ja nicht extra frei - wie gesagt muß sowieso aufgegraben werden und dann nur partiell. Es ging mir auch eher um das Produkt und Erfahrungen damit. Dernoton ist nichts weiter, als quasi weiterentwickelter Ton - und der wurde schon zu Urzeiten als Fundamentabdichtung verwendet. Ausserdem stabilisiert der Eintrag von eben diesem Dernoton das Fundament zudem. Von Drainage und Schotteraufbau halte ich dagegen rein garnichts.



Tonabdichtung



Hallo
Ton oder Lehm sind nur "wasserdicht" wenn sie gebrannt (Geschirr) oder immer nass sind (Deponieabdichtung).
Im Randbereich wird das Zeug gerne undicht - ist eine eher komplex und komplizierte Sache!
Habe schon und gerade bei Durchbrüchen mitbekommen, dass das nicht so einfach ist das "dicht" zu bekommen.
Evtl. die Fugen des Fundamentes mit Luftkalk (kein Trass, kein Zement, kein Kunsstoff ...) Ausfugen und evtl dann noch drüberputzen (mein Tip: www.solubel.de).
An sonsten mein Generalratschlag für alle Selbstbausanierer: erst schlüssiges Konzept erstellen lassen und kein Flickwerk machen - erst dann kann und sollte man selbst Hand anlegen!
Vielleicht sucht sich ein Haus seine Bewohner aus - aber das Haus ist wehrlos gegen falsche Handwerker und unerfahrene Sanierer.

trotzdem frohes Schaffen und Gelingen

FK





Erstens kurzer Nachtrag von mir zum Grundproblem: Fundament ist vielleicht zuviel gesagt, wenn nicht sogar falsch ausgedrückt. Ich meine die erdberührten Teile der Bruchstein-Aussenwand (Schiefergestein - ich glaube, es nennt sich - zumindest umgangssprachlich - Grauwacke???) Daß Ton bei Austrocknung zu Rißbildung und somit Undichtheit neigt, ist mir bekannt. Aber es handelt sich um die erdberührten und somit immer einer gewissen Feuchtigkeit ausgesetzten Teile der Mauer. Dernoton (www.dernoton.de) ist eine Spezialmischung aus Ton und anderen Bestandteilen, die eine vollkommene Austrocknung bzw.Rissbildung verhindern. Da sich das Material durch die erforderliche Verdichtung und das leichte Aufquellen im Kontakt mit der Erdfeuchte vollkommen in die Unebenheiten der Wand einbringt, ist außer Säubern auch kein Verputzen vorher nötig.
Das mit dem Gesamtkonzept sehe ich genauso. Konzeptionell ist eine Bauhüllentemperierung vorgesehen und genau daher rührt meine Absicht, daß Mauerwerk im Sockelbereich vor neu eindringender Erdfeuchte zu bewahren. (Als Spritzwasserschutz ist rund ums Haus ein schmaler schräg abfallender Pflasterstreifen geplant)
Das Haus ist allerdings mindestens genauso wehrlos gegen Handwerker und Sanierer, die konsumgläubig die momentan gängigen Methoden nicht hinterfragen. Dein Motto läßt mich erkennen, daß Du nicht dazugehörst.

Habe grade neugierigerweise die website von Dir angeschaut, und muß betonen, daß Du definitiv nicht dazugehörst - im Gegenteil, die Philosophie entspricht ganz der meinen.



Aussenwand in der Erde



Hallo

"…immer einer gewissen Feuchtigkeit ausgesetzten Teile der Mauer…"
Kann sein, dass es auch mal trocken wird - Sommer??

Was die Firma in Ihren Unterlagen führ, kann ja richtig sein. Würden Sie die Schwächen des Produktes denn veröffentlichen????
Ich kenn einen Fall, bei dem es nicht funktioniert hat - ob da nun ein Planungs-, Einschätzungs-, Verarbeitungs oder sonst ein Fehler die Ursache war und ist kann ich nicht beurteilen - möchte ich auch nicht.
Ich kenne eben nur diesen Fall und mache mir halt Gedanken über alle möglichen Baustoffe, deren Verkaufsversprechen, deren Verarbeitbarkeit und deren nachhaltige Langlebigkeit!

"Das mit dem Gesamtkonzept sehe ich genauso."
Wer hat das erstellt?
Was steht darin?

"Konzeptionell ist eine Bauhüllentemperierung vorgesehen und genau daher rührt meine Absicht, daß Mauerwerk im Sockelbereich vor neu eindringender Erdfeuchte zu bewahren."
Das geht mit anderen Mitteln besser, denke ich!

(Als Spritzwasserschutz ist rund ums Haus ein schmaler schräg abfallender Pflasterstreifen geplant) - könnte sich als Bummerang herausstellen!

mfG

FK





Gut - da sind wir doch da, wo ich hin wollte mit meiner anfänglichen Frage: "Wer hat mit Dernoton eigene Erfahrungen gemacht? Gibt es dafür Händler in meiner Nähe bzw. gibt es ein vergleichbar gutes Produkt/Verfahren?" Eben weil ich nicht alles Veröffentlichte für wahr halte und den persönlichen Erfahrungen von Menschen im Allgemeinen eher vertraue.

"Das geht mit anderen Mitteln besser", an welche denken Sie denn da im Speziellen?

"Als Spritzwasserschutz ist rund ums Haus ein schmaler schräg abfallender Pflasterstreifen geplant - könnte sich als Bummerang herausstellen!"
Für diese Aussage besteht Erklärungsbedarf!





Hallo
Überlegen Sie sich das gut mit der Dämmerei!
Die Subvention kann sich nachträglich als Kuckucksei herausstellen!
Denken Sie ans Konzept!
Schriftlich und vor allem "fundiert"!
"… wer kann sich denn das leisten?"

Grüsse aus Nürnberg
Florian Kurz

Danke auch für diese Antwort. Das ist ja ein reger Gedankenaustausch auf mehreren Ebenen.
Vielleicht wollen Sie mein Konzept überarbeiten?



Eins oder Keins!



Hallo
Sie schreiben doch: "Das mit dem Gesamtkonzept sehe ich genauso."
Das müssten Sie ja dann auch haben - das müsste doch einer erarbeitet oder aufgestellt haben.
Da sollten dann alle Dinge, Bauteile, Materialien, Farben etc. darin enthalten sein und auf einander abgestimmt sein.
Ein Gesamtsystem muss aufeinander abgestimmt sein!
Alles andere ist Flickwerk! ... und bringt nicht viel oder nichts!

Zur Frage 1: sihe meinen ersten Beitrag hier

Zur Frage 2: Schotter oder Kiesstreifen - aber den mögen Sie ja nicht
dazu dann - Gesamtkonzept!!

FK





Na, nun aber....
Soll ich das Gesamtkonzept hier veröffentlichen ???
Und ist es nicht gestattet, dennoch Fragen hier in die offene Runde zu stellen?

Ums rein persönliche "Mögen" geht es mir bei der ganzen Sache natürlich nicht. Da müssen schon nachvollziebare Argumente dahinterstehen - dann kann man sich streiten und dann lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren.



Bruchsteinfundament abdichten



Hallo Kathrin,
aus Ihren Antworten spürt man förmlich Ihre Begeisterung für das Material.
Trotzdem sollten Sie die Argumente von Olaf Bernhard und Florian Kurz noch einmal überdenken.
Eine solche Wand wie von Ihnen beschrieben braucht keine Abdichtung gegen Bodenfeuchte, die Steine sind praktisch wasserdicht und nicht kapillar. Ein Deponieton wie das beschriebene Material wird immer erdfeucht sein, solch eine Tonabdichtung ist gegen eindringendes Wasser und nicht gegen normale Erdfeuchte gedacht.
Bei massiven Wänden ist oft Kondenswasser innen das größere Problem.
Daher glaube ich nicht, das Sie mit dem Einbau eine signifikante Trocknung der erdberührten Teile der Wand erreichen werden.

Und was den Selbsteinbau betrifft:
Vom Hersteller wird eine Verdichtung der Baugrubenverfüllung und der Tonabdichtung von 97% Proctor gefordert.
Fühlen Sie sich in der Lage, das zu erreichen?

Viele Grüße
Georg Böttcher



Fundament abgraben gegen Feuchtigkeit?



Hallo Frau Albert,


ist denn das überhaupt notwendig? Gibt es keine elegantere Lösung.

Mit freundlichen Grüssen.

Andrea Cyba



Fundament der Arbeit



Hallo
Haben Sie mittlerweile mehr gelernt und gelesen in den unendlichen Tiefen des Forums?
Wie weit sind Sie vorgedrungen?
Sie fragen:
"Vielleicht wollen Sie mein Konzept überarbeiten?"
Gegenfrage: "Soll ich?"
Sie sehen und lesen schon über diese Frage gehen die Meinungen recht weit auseinander - wie bei allen anderen.

Wenn ich helfen soll mailen Sie!
Wenn nicht, dann nicht!

Frohes Schaffen und gutes Gelingen

FK





Hallo FK
kann im Moment leider nicht mailen, weil mit meinem Mail-Ausgangsserver - oder wie das Ding heißt - irgendetwas nicht stimmt. Sonst gerne.
Habe bereits vor meiner "Mitsprache" hier lange Zeit in den Tiefen dieses Forums geforscht und viel für mich dazugelernt und eben auch festgestellt, daß die Meinungen auch hier innerhalb dieses doch insgesamt auf gleicher Wellenlänge liegenden Kreises zu verschiedenen Fragen doch sehr weit auseinander gehen. Aber das macht ja nichts. Im Gegenteil.
Allerdings erscheint mir - nennen Sie mich unbelehrbar - eine Tonabdichtung nach wie vor als die "eleganteste" (siehe Ihre Vorrednerin) Lösung. Wenn denn das angegebene Produkt das halten sollte, was es verspricht bzw. wenn es gleichwertige Alternativen auf dem Markt geben sollte und ich irgenwann mal positive Erfahrungsberichte aus erster Hand bekommen sollte. Ansonsten lasse ich alles so wie es im Moment ist und nur im Bereich der Neuanschlüsse halt klassisch: Lose Fugen auskratzen, Luftkalkmörtel und wieder zu.
Was mir mehr Kopfzerbrechen macht im Moment ist allerdings das Dach. Es steht die Entscheidung: vollflächiger Dachausbau ja oder nein. Denn Vorrang für mich hat folgendes: "neue" Dacheindeckung mit historischen Handstrichbibern (falls ich sie denn "zusammenkriege" :-)in Kronendeckung. Wenn das einmal liegt werde ich ganz bestimmt nichts mehr von innen dämmen. Deswegen meine Frage nach der Aufsparrendämmung. Aber selbst da bin ich mir nach wie vor nicht sicher genug wie und ob das auf längeren Zeitraum mit der historischen Deckung funktioniert, wie das dann mit Wartungsarbeiten gehen soll etc. Die Frage nach dem Produkt stellt sich eigentlich erst, wenn ich mir über diese grundlegenden Fragen im Klaren bin.
Sonst bleibt zugunsten des Hauses der Dachboden eben kuhl.
Das Haus steht über 200 Jahre und mit allem Engagement und durchaus auch Interesse an neuen Erkenntnissen, Materialien und Techniken - oberstes Gebot ist (nach Bestandserhaltung); nichts zu unternehmen, was es innerhalb kürzester Zeit (und das sind im Vgl. zum Alter des Hauses bereits 30 oder 50 Jahre) in irgendeiner Weise schädigen könnte.
Also hab´ich auf jeden Fall noch ein paar Monate Zeit, mir alles reiflich zu überlegen :-)
Gruß
KA



Fundament jeder Massnahme



Hallo KA

"…eine Tonabdichtung nach wie vor als die "eleganteste" Lösung…"
Erlauben Sie mir einen Vergleich?
Ein knappes schwarzes Abendkleid ist auch "elegant" - aber doch für den Zweck der Baustellenarbeit nicht geeignet!
Wenn Sie's denn machen wollen - Viel Spass!

"… lasse ich alles so … halt klassisch: Lose Fugen auskratzen, Luftkalkmörtel und wieder zu.…"
das sollte auch "unklassisch" ausreichen

" … "neue" Dacheindeckung mit historischen Handstrichbibern … in Kronendeckung…"
Mit dem Material nicht gut zu machen - zu uneben!

" … diese grundlegenden Fragen im Klaren bin … "
Da sind wir wieder beim "Gesamtkonzept"!
Abwägen der verschiedenen Möglichkeiten - Vor und Nachteile erkennen - abwägen - entscheiden im Gesamtzusammenhang!

" … Das Haus steht über 200 Jahre … "
Wäre schade, wenn es ab "heute" keine 200 Jahre mehr schaffen würde!

" … durchaus auch Interesse an neuen Erkenntnissen, Materialien und Techniken … "
Schauen Sie sich doch diese Sachen an! Keine Erfahrung, Bauschäden ohne Ende! Und wer wird denn schon bei seinen Entscheidungen im Nachhinein zugeben, dass er sich was falsches hat andrehen lassen und falsch entschieden zu haben - das macht doch keiner. Da wird geschönt und verallgemeinert und die Schuld hat dann der eine und der andere aber nie das Ding und die Entscheidung an sich! (Psychologie der Entscheidung)

" … oberstes Gebot ist … nichts zu unternehmen, was … in irgendeiner Weise schädigen könnte … "
Das seh ich ebenso! Deshalb vergleiche ich eben mitlerweile die alten Konstruktionen und die Neuen und stelle fest, dass …!

" … Also hab´ich auf jeden Fall noch ein paar Monate Zeit, mir alles reiflich zu überlegen :-) …"
Am Anfang steht die PLANUNG, wie Sie wissen - das bauliche "aus der Hüfte schiessen ist zwar vor Ort noch immer notwendig, sollte aber nicht die gesamtkonzeptionelle Betrachtung und Planung ersetzen.
Das ist bei Leibe nicht einfach und es braucht viel Schmalz und Zeit und Erfahrung bis das steht.
Und in dem Bereich bin ich - sagen wir mal - nicht schlecht!

auch Gruss

FK





Hallo Florian
...den Begriff "elegant" wählte ich wie gesagt wegen Ihrer Schleichwerbungs-Vorrednerin im vorhergehenden Beitrag. Bis ich im Schwarzen engen Abendkleid im Haus stehen kann, um zu sagen: Freunde kommt, es wird eingeweiht werden wohl noch ein paar Jährchen vergehen. (Wenn ichs denn dann überhaupt noch tragen kann) Bis dahin ist die Baustellen-Kluft doch allemal recht gemütlich.

- Abwägen der verschiedenen Möglichkeiten - Vor und Nachteile erkennen - abwägen - entscheiden im Gesamtzusammenhang -
das tue ich unentwegt.

mit "Interesse an neuen Erkenntnissen, Materialien und Techniken" meine ich selbstverständlich nicht die Überflut an Informationen zum "modernen Bauen", aber ich denke, man kann auch an den bewährten alten Konstruktionen, Materialien, Verfahren etc., sofern man sie denn achtet und deren Wert erkannt hat, u.U. in Einzelfällen neue Erkenntnisse einfliessen lassen. Im Grunde sind wir ja nicht dümmer als unsere Vorfahren.
Die Verantwortung für alles, was ich (auch an dem Haus) tue oder in Auftrag gebe möchte ich ganz allein übernehmen können, also möchte ich mir selbst auch in allem ganz sicher sein - zumindest im Moment der Entscheidung.
Dazu vielleicht noch ein schönes Zitat von A.Eisenschink: Am Ende aber macht es zufriedener, gegen den Strom die Quelle zu erreichen, als sich von einer ausufernden Informationsflut ins Meer der Dummen spülen zu lassen."