Fußbodenaufbau

03.04.2009



Hallo,
es eilt leider sehr......................

wir möchten an einem ca.100 Jahre alten Haus einen kleinen Anbau errichten, um die Zimmer auf der Gibelseite zu vergrößern, d.h. der Giebel wird um 3m verlängert inkl. neuen Dachstuhl. Im alten Haus auf der Seite des Anbaus befindet sich ein kleiner Gewölbekeller.
Unser Problem ist der ökologische Fußbodenaufbau.
Wir haben schon das Streifenfundament fertig.

Ich habe kein gutes Gefühl, wenn ich höre mit "Folie" und" Schweißbahn" das Erdreich abdichten.

Gibt es andere Möglichkeiten und Materialien, vorallem schadstoffreie, um eine gute, jedoch diffussionsoffene Abdichtung im Erdgeschoss zu erreichen ?
Obenauf soll eine Holzdielung verlegt werden.

Ich bin Ihnen sehr dankbar für Informationen.

Liebe Grüße aus Dresden sendet Ihnen
Rosita Sterzing



Fußbodenaufbau



Eine diffusionsoffene Abdichtung macht gegen Bodenfeuchte keinen Sinn, dann können Sie die auch gleich weglassen.
Übrigens glaube ich kaum, das es dem Erdreich unter Ihrer Gründung schadet, wenn es das bleibt, was es immer war, nämlich erdfeucht.
Ob eine PE- Folie Ihr Haus mit Schadstoffen belastet, sei mal dahingestellt.
Komisch finde ich nur, das Sie Angst vor einer Folie unter dem Fußboden haben, Ihre Lebensmittel aber genau in solchem Material lagern.
Schauen Sie mal in Ihren Kühlschrank!

Viele Grüße

p.s. Ich hoffe, das neue Streifenfundament des Anbaues ist bis auf die vorhandene Tiefe des Altbaufundamentes abgetreppt!



"abgetreppt ???"



Hallo,
nein nein, Angst vor der Folie habe ich nicht so wie sie denken. Mir ging es nur darum, wenn mit Folie abgedichtet wird, ob dann die Feuchtigkeit andere Wege geht....
Ich möchte aber auf keinen Fall die Schweißbahn haben,kennen sie da eine bessere Lösung ?

Was halten die von Mineralschlemme ? Gibt es da verschiedene ?

Und bitte was heißt "abgetreppt "???

Vielen Dank ! Gruß Rosita



"abgetreppt ???"



Hallo,lieber Herr Böttcher,

bitte können sie mir das mit dem "abgetreppt" erklären.

Wir haben die Schalung für das Faundament fertig und es soll am Montag der Beton kommen.
Vielleicht kann ich noch was retten über das Wochenende...

Viele Grüße
R.Sterzing



Kein Treppenwitz



Hallo Frau Sterzing,

wenn der Bestand einen Keller besitzt sollte das Fundament des nicht unterkellerten Anbaus auf die Gründungsebene des Bestandes gebracht werden. Hier wird das Fundament zum bestehenden Gründungsniveau hin abgetreppt.

Bei solchen Maßnahmen ist davon auszugehen, dass die ehemalige Baugrube des Bestandes nicht so stark verdichtet wurde, dass keine Setzungen zu erwarten wären. Eine Alternative wären vielleicht noch eingegossene Konsolen, aber das muss ebenso fachgerecht erstellt werden. Die Abtreppung wäre wohl der kostengünstigere Weg um Setzungen zu vermeiden.

In welchem Winkel die Abtreppung erfolgt ist bodenabhängig. Einfach auf Verdacht abtreppen wird nichts. Machen Sie (schriftlich) Ihren Statiker auf Ihre Bedenken aufmerksam! Er ist verantwortlich und und haftet nicht nur mit der Ehre sondern auch mit Haus und Hof. Sie haben doch einen und die Maßnahme ist genehmigt und das Fundament bemessen? Wer beim Planen spart, zahlt beim Bauen drauf.

Auf dem Bild ist der Verlauf einer Abtreppung eingezeichnet (unten rechts). Nicht das beste Bild, aber war gerade zur Hand. Auch im Neubau wird abgetreppt.



Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Gründung



Hallo Rosita,
erst mal zu Ihrer Angst, die Feuchtigkeit "...könnte andere Wege gehen." Das macht sie nur, wenn ein Grund vorliegt. Der wäre ein angrenzendes wärmeres Bauteil oder eine wärmere Schicht Luft. Damit würde sich der angrenzende Boden und die Luft, die sich in den Bodenporen befindet, erwärmen. Erwärmte Luft kann mehr Wasser aufnehmen. Wenn diese erwärmte, feuchtere Luft durch Diffusion oder Konvektion in Bauteile des Fußbodens eintritt, kann sie dort bei Abkühlung punktuell wieder auskondensieren oder sie befeuchtet einfach nur die Raumluft. Auf jeden Fall erhöht sie die Bauteilfeuchte beim Holz.
Wenn ich diese Möglichkeiten- Konvektion und Diffusion- ausschließe, bleibt die Bodenfeuchte wo sie ist.
Falls kapillare Leitung in anderen Bauteilen stattfindet, wird sie davon auch nicht berührt. Der Boden kann nur eine bestimmte Feuchte haben, die Bauteile materialbedingt nur eine bestimmte Transportleistung.
Sie sehen, Ihre Angst ist unbegründet, auch die etwas seltsame Logik:
- damit sich die Feuchte "keine anderen Wege sucht" lasse ich sie lieber gleich in die Dielung-.

Zum Abtreppen:
Ich vermute, das Ihr Anbau nicht unterkellert ist.
Nach den Regeln der Technik (die hier ist bereits ein paar tausend Jahre alt)ist der Anbau auf dem selben Höhenniveau zu gründen wie der unterkellerte Bestand.
Deshalb führt man bei Streifenfundamenten das neue Fundament bis auf die Höhe des Bestandes und dann stufenförmig bis auf normale Höhe zum gewachsenen Boden.
Warum?
Beim Bau des vorhandenen Hauses gab es eine Baugrube, um den Keller zu errichten. Die wurde wieder verfüllt. Dieser Bereich der ehemaligen Baugrube ist weniger tragfähig als der gewachsene Boden daneben. Wenn Sie das Fundament zum Teil auf gewachsenen und zu Teil auf aufgefüllten Boden gründen, setzt sich der verfüllte Teil stärker als der auf dem gewachsenen Boden. Die Folge sind Schiefstellungen und Abrisse zwischen Alt- und Anbau und/oder Risse im Anbau.
Die Abtreppung überbrückt den aufgefüllten Teil, da sie immer auf gewachsenem Boden steht.
Ersparen kann man sich das in bestimmten Fällen übrigens durch eine Flächengründung, eine Bodenplatte aus Stahlbeton.

Viele Grüße