Frage zu Wärmebrücken und DIN 4108-2 (Mindestanforderungen an den Wärmeschutz) im Bestandsobjekt

10.08.2018 Utopist



Ich habe vor kurzem noch in einer Mietwohnung des größten Vermieters in DE gelebt und dann Probleme mit Schimmel bekommen. Ich bin der Meinung, dass die Außenwände einfach zu dünn waren und frage mich nun wie ich hier Argumentieren kann, da die Vermietung bisher nicht dazu bereit war, hier zur Problemlösung mitzuwirken.

Daher stelle ich mir nun die Frage: Gilt die DIN 4108-2 (Mindestanforderungen an den Wärmeschutz) eigentlich immer für große Objekte, die vermietet werden oder nur im Rahmen einer Sanierung / Modernisierung? In dem alten Objekt haben über 30 Wohnungen existiert.

U-Wert 1.23 W/(m2.K)
Wärmedurchlasswiderstand R 0.81 (m2.K)/W

Grüße
Utopist :-)



Umfassendes Thema



Hallo, leider leider sind wir nicht auf dem besten Weg. Sicherlich ist der Wärmedurchgangswiderstand ein wichtiges Kriterium, aber die Berechnung hinkt, weil der Wärmeübergangswiderstand zwischen Wand und Raumluft eine Konstante ist, die im realen Leben keine ist, weil sie von vielen Faktoren abhängig ist. In den neuen Berechnungsmethoden zieht man nun schon verschiedene Bebauungsarten mit heran, offen, geschlossene Bebauung usw.. Meines Erachtens liegt ein weiteres Problem mehr an unserem Heizungssystem. weil ein kaltes Bauteil eher zur Einlagerung von Feuchtigkeit (Wasserdampfdiffusion/Kondensation) neigt als der gleiche Baustoff bei geringfügig höheren Temperaturen. Und dies ist das eigentliche Problem. Hinzu kommt das wir vom Störmungsverhalten der Gase keine Ahnung haben und denken die Luft würde überall zirkulieren. Tut sie aber nicht. Gerade in Ecken, die wir gern als Kältbrücken bezeichnen, kommt noch der Umstand hinzu, das sich hier nichts bewegt und zirkuliert und dies ist eigentlich die Hauptursache für den Kondenzwasserausfall. Erschwerend kommt hinzu, das wir ein Heizungssystem favorisieren, das fast ausschließlich das flüchtigste Medium in unserer Umgebung erwärmt, die Luft. Der Medikus hat auf den Grabstein seines Baders die Worte geschrieben: "Er hat nur blaue Luft verkauft" und anderes tun die Unternehmen in diesem speziellen Fall auch nicht, zum Leidwesen unserer Umwelt. In diesem Beitrag habe ich vorschtig versucht mich dem Problem anzunähern: //forum.derhausdoktor.net/#post6

Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt