Fliesenboden mit Fußbodenheißung auf Holzbalkendecke

23.02.2007


Hallo,
da ich Allergikerin bin (u.a. auf Chemikalien/Kunststoffe) möchte ich den Fußboden meiner Wohnung allergenarm sanieren. Die Wohnung befindet sich im 1. Stock in einem Haus (Baujahr 1920).
Der alte Fußbodenaufbau (Zwischendecke)sieht wie folgt aus:
- Fertigparkett
- Spanplatte (Emissionsklasse 3)
- Linolium auf Filz
- gestrichene Holzdielen
- Holzbalken mit Ascheschüttung
- ca. 2 cm Putz mit Dachlatten
- neu eingebaute Holzdecke vom Untermieter

Bis auf die Holzbalken wird der gesamte Fußboden entfernt inkl. Aschschüütung.

Geplant ist folgender Aufbau:
- Blähtonschüttung als Ersatz für die Ascheschüttung
- Dämmung wahrscheinlich aus Flachs (Andere Dämmungen sind wegen meiner Allergie nicht möglich)

Anschließend denke ich über 2 alternativen nach:
1.
- Holzdielung
- evtl. Celophanfolie
- Fußbodenheißung (entweder Estrich mit unbeschichteten Kuperrohren und Aluminiumplatten)
- Flex. - Fliesenkleber
- Flex. - Fugenmörtel mit Granitfliesen/Feinsteinzeug 30 X 60 cm

2.
- Lewis - Schalbenschwanzplatten
- Zementestrich (oder gibt es vielleicht Alternativen? z.B. aus Kalk oder Lehm? Vielleicht mit Flachs Schäben wegen der Elastizität?)
- Fußbodenheizung (s.o.)
- Fliesenkleber (Ist hierbei noch ein Flex. - Fliesenkleber/Flexfuge notwendig oder ginge auch ein Kasein-Fliesenkleber?)
- Granitfliesen

Welcher Aufbau ist besser für die Fußbodenheißung mit Fliesengeeignet? Ist eventuell auch ein Lithotherm-System mit den Lewis-Platten möglich? Wäre dann evetuell der Estrich durch Lehm zu ersetzen?

Da ich, wie schon erwähnt, viele Allergien habe möchte ich den Boden so "chemiearm" wie möglich aufbauen. Ich habe auch schon über eine Wandheizung aus Lehmplatten nachgedacht. Leider habe ich bisher aber keinen Anbieter für Lehmplatten gefunden die ausschließlich aus Lehm und Ton bestehen (Stroh und Holzspäne sind gesundheitlich problematisch.)

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Gruß,

Sonja Mohrholz



Klimaelemente



der Fa.WEM die wir anbieten und einbauen, werden mit einem Lehmfeinputz verspachtelt, in dem keine Strohpartikel sind.
Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung (01751620565)!


Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Fliesen auf Holz



Hallo !

Fliesen auf Holz halte ich grundsätzlich für kritisch, besonders solche Riesendinger, 30x60cm . Der Kleber mag ja noch irdendwie in gewissen Grenzen flexibel sein. Aber schonmal einen Biegeversuch mit einer 60cm lange Fliese und einem Holzbrett gemacht ?
Ein Estrich bringt erhebliches Gewicht, Statik bedacht ?

Viele Grüße,
Karsten



Fliesen und FB-heizung



Fußbodenheizungen freuen sich, um bei niedriger Temperatur betrieben zu werden, immer über ein wenig schwere Masse. Von daher wäre Estrich auf Lewis absolut korrekt, wenn die Randbedingungen stimmen:
Balkenabstand kleiner 55 cm
Durchbiegung Balken nachher rechnerisch unter l/300.

nach unten darf keine Wärme verschwinden, also mindestens Dämmung mit einem u-Wert von 0,35 oder besser darunter vorhsehen.

Grüße



Trockenestrichsysteme



Fußbodenheizungen freuen sich, um bei niedriger Temperatur betrieben zu werden, immer über ein wenig schwere Masse

@D.B.Vermutlich beziehen Sie sich auf die guten Wärmeleitungseigenschaften eines Zementestrichs, für einen verbesserten Trittschallschutz ist das sicher zuträglich, den sollte man hier auch im Auge behalten.

Gerade Trockensysteme mit wenig Masse sind hier die absoluten Renner, was Wärmeübergangswiderstand (beste Abgabeleistung W/m2, niedrigste Rücklauftemperaturen) und natürlich auch "Trägheit" angeht. Genannt seien hier Trockensysteme mit Estrichziegeln / Zementestrichplatten. Mit Gewichten um die 80kg/qm sind sie auch altbaugeeignet, und nach einem Tag begeh-/belegbar (allerdings hier: vorsicht, noch ein Kleber!).

Der Aufbau wäre hier: Blähtonschüttung / Trittschall-(darüber freut sich der Untermieter ;) /Wärmedämmung, Trocken-FBH-System (gibts auch als Holzfaser anstatt Styro), Estrichziegel (als Fertigfussboden).
Mit Lithotherm habe ich keine Erfahrung, dürfte aber aber vom Prinzip her ähnlich sein.
@Lewis: die FBH-Aufbauhöhe beträgt (ohne Wärme/Trittschalld. und ohne Belag) beachtliche 81mm, auf das Masseproblem hat D.B. schon hingewiesen.



Antwort



Erstmal vielen Dank für Ihre Antworten.

Mir wurde allerdings über Lewis Platten gesagt, dass der Balkenabstand bis zu 100 cm betragen darf und erst darüber hinaus eine Abstützung während der Trocknung erforderlich ist.
Ist bei einem Abstand von 70 cm bzw. teilweise 100 cm überhaupt möglich oder ist bei diesem großen Abstand nur die Gefahr von Rissen für den späteren Fliesenboden etc. größer?

Bei den "Holzfaser" Systemen habe ich wiederrum Bedenken wegen den Leim/Harz etc. Wie sieht es da mit dem Fromaldehytgehalt aus. Selbst Vollholz hat ja schon einen geringen Anteil davon und da ich außerdem Schwierigkeiten mit Nadelhölzern habe (aus denen die meines Wissens nach häufig hergestellt werden wegen der Kosten)denke ich nicht, dass ich dieses System vertrage. Diese war u.a. auch der Grund, warum ich z.B. auf magnesitgebundene Spanplatten verzichten muss.

Gruß,
Sonja Mohrholz



Holzweichfaserplatten



von Doser werden nur mit holzeigenen Inhaltsstoffen unter Wärmezufuhr verpresst, bei Gutex und Pavatex sollte das nicht anders sein - somit kein erkennbares Allergierisiko.

Zustimmung zu Markus Göb bezüglich Trockensysteme als Favorit, mit 2 Ergänzungen. Ganz ohne mineralische Elemente kommt das System von www.ripal.de aus, es reagiert sehr schnell und ist somit auch sparsamer. Das System ist unter Dielung sehr gut geeignet, die vollflächigen Wärmeleitbleche aus Aluminium werden auf Lagerhölzern montiert, auf denen dann auch die Dielen geschraubt werden - null Kleber (Vollholzdielen sollte man sowieso nie kleben)

Grüße

Thomas