Innenvorfenster - Kondensat?

20.10.2011



Mein Hexenhäusle hat kleine einfache Fenster ca. 90 x 120 cm. Die Rahmen scheinen noch einigermaßen in Ordnung zu sein, mich stört aber, daß die Scheiben innen immer naß werden und das Wasser herunterläuft (Ofenheizung). Ließe sich das mit Innenvorfenstern vermeiden?

Und wären die Innenfenster immer noch so undicht (erwünscht), daß für die Ofenheizung genug Sauerstoff hereinkommt?

Welches Glas soll ich nehmen? Durch die kleine Fensterfläche geht, glaube ich, nicht so viel Wärme verloren.

Die Fenster auf der Giebelseite wurden vom Vorbesitzer durch inzwischen kaputte Kunstoff-Fenster ersetzt. Kann ich diese durch neue Doppelfenster (also Kastenfenster aus Holz mit zwei Scheiben) ersetzen? Ich hätte dann in Küche und Stube jeweils verschiedene Fenster. Oder ist das blöd?

Ich muß sowieso erst sparen und mit dem Denkmalschutz abklären, möchte mir aber eine eigene Meinung bilden.



Hallo Beate



Zunächst mal ist das Wasser was an den Scheiben herabläuft Kondensat und ein deutliches Zeichen dafür, wie viel Energie dir durch die Fenster verloren geht.

Das läßt sich sicher mit einem Innenfenster verbessern, ist aber sicher keine "mal eben" Aktion, wenn sie eine gewissen Zeit erfolgreich sein soll und nicht weitere Schäden am Haus hervorrufen soll.

Bei der Ausführungen des Anschlusses (Fenster - Bau) sollte vereinfacht gesagt, die Fensterfuge raumseitig dichter sein als außenseitig. Die Außenseite (das alte Fenster) sollte aber witterungs- und schlagregenfest sein.
Damit Feuchtigkeit in der Fuge (Fenster zum Bauwerk)entweichen kann, soll diese außen diffussionsoffener als innen ausgeführt werden. Das gilt sowohl für deine angesprochenen zusätzlichen Innenfenster als auch die alten Außenfenster.
Je weiter außen desto offener.

Ich bin kein Freund immer alles neu machen zu müssen und alles absolut dicht zu machen aber ehrlich gesagt sind im Fensterbereich so viele Stolperfallen, die auch nachhaltig den gesamten Bau schädigen können, das ich mit solchen undefinierten Aktionen sehr vorsichtig wäre. Auch deine erwünschte Undichtheit, was im Grunde nichts anderes als ein unkontrollierter Feuchtigkeitsausgleich ist, würde ich lieber durch ein kontrolliertes Lüften ersetzen.

Das Gespräch mit dem Denkmalschutz solltest du auf jeden Fall führen. Bei Fenstern sind die eigentlich meist recht konkret mit ihren Vorgaben.

Kommt halt darauf an, wie lange du noch sparen mußt, aber die zusätzlichen Innenfenster kosten auch Geld. Da würde ich ggf lieber die Fenster in den meistgenutzten Räumen direkt richtig machen und in den anderen solange du sparen mußt die Nutzung, soweit möglich, zu reduzieren.



Wir



haben bei uns innenseitig ein Kastenfenster vorgesetzt da die alten Fenster historisch wertvoll für uns waren bzw. sind.

Stell doch mal eine genaueres Foto der Fenster rein.

Anbei eine Foto unserer Lösung.

Grüße aus Koblenz



...



Die Lage ist recht einfach!

Zugluft (die Sie ja haben wollen) ist mit ein Grund dafür, daß sich Kondensat bildet, da sie angrenzende Bauteile auskühlt. Ein anderer, welche Oberflächentemperaturen sich aus dem "Dämmvermögen" der verbauten Werkstoffe ergibt.

Kondensat läßt sich durch entsprechendes Heizen und Lüften bei entsprechendem Zustand der Fenster vermeiden. Daß muß dann nicht wirklich super Dämmstandard sein, hilft aber dabei. Es gibt auch hochdämmende Fenster mit eingebauten Ventilen, die eine Ofenheizung ermöglichen.

Reden Sie vielleicht einfach mal mit Ihrem Fensterbauer. Aber nehmen sie nicht den erst billigsten! Der hat meist die von Herrn Mattonet angesprochenen Zusammenhänge nicht wirklich verstanden. Aber vieles klingt komplizierter als es am Ende ist.

Gruß aus Berlin,



Voraussichtliche Marschrichtung



Vielen Dank für Eure Ratschläge! Ich werde wohl die alten Kunstoff-Fenster durch neue Holz-Kastenfenster ersetzen lassen, wenn ich das Geld habe. Die guten alten Holzfenster werde ich wohl abbeizen/-schleifen und neu Streichen und dann einen Fensterbauer suchen, der sie wieder richtig einstellt.

Entweder ich gebe mich dann mit dicken Vorhängen zufrieden, oder ich lasse doch noch Innenvorfenster machen. Fotos kann ich erst in ein paar Tagen machen, weil ich erst am Sonntag in den Frankenwald fahre.

Nach meinem Gefühl - ich kann es nicht beweisen - braucht man mit Ofenheizung weniger Energie. Ich heize immer vorsichtig mit viel Gefühl: es ist mollig warm und meine Heizkosten halten sich trotzdem sehr im Rahmen.

Leider habe ich noch keinen Fensterbauer, mangels Nachfrage gibt es nicht überall Handwerker, die sich mit alten Techniken auskennen.

Vom kontrollierten Lüften halte ich wenig. Ich bin doch nicht der Sklave meiner Wohnung - es reicht, wenn ich heizen muß. Zudem muß der Sauerstoff auch über Nacht fürs Feuer reichen, sonst wird es gefährlich.

In meiner Stuttgarter Wohnung habe ich eine gute, neue Kunstoff-Terrassentür mit Zwangsbelüftung. Damit bin ich auch zufrieden (neueres Haus), es kommt immer ein wenig frische Luft herein, aber so wenig, daß es nicht zieht und die Temperatur nicht absinkt.

Durch den Beitrag von Stephan ist mir wieder eingefallen, daß Küche und Stube in der dem Ofen diagonal gegenüber liegenden Ecke ungefähr 30 cm unter der Decke ein ca. 5x5 cm großes Loch in der Wand hatten (also nicht genau in der Ecke). Dieses Loch konnte mit einem Holzschieber verschlossen werden. Es wurde "Seelenloch" genannt, da die Seelen der Verstorbenen durch dieses Loch die Stube verlassen haben (sagt der Volksglaube).

Kurzes Nachschauen auf google hat nicht viel gebracht, aber das Thema werde ich bei mehr Zeit nochmal aufgreifen. Es wäre doch interessant, weshalb man das so gemacht hat. Weil so viele Leute in der Stube waren und man den Sauerstoff (zusätzlich zum Sauerstoffbedarf des Ofens) brauchte? Oder weil der Ofen auf diese Weise am besten Luft bekam? Die Öfen waren immer im Inneren des Hauses, damit die Strahlungswäre gut an die Außenwände gelangt ist, man konnte direkt am Ofen nicht für Frischluft sorgen. Fragen über Fragen...

LG Beate