Riss in Außenwand um Ecke herum




Guten Tag,

wir überlegen ja derzeit wieder einen Hauskauf (nachdem der letzte geplatzt war). Sorgen macht uns nun ein Riss in der Außenwand. Der Riss ist an der Oberkante der beiden Fenster im OG zu sehen und zieht sich bis um die Ecke herum. Siehe Foto.

Das Haus ist Baujahr 1998, 30er Poroton-Mauerwerk, nicht gedämmt.

Kann mir jemand etwas zu diesen Rissen sagen?
Harmlos? Unbedingt vom Fachmann näher begutachten lassen?

...evtl. etwas mit dem Ringanker nicht in Ordnung? Setzrisse? Dachstuhl-Auflast...?

Ich danke schon einmal!

Imke



Doppelhaushälfte



...es ist übrigens ein Doppelhaus, dessen beide Hälften ein wenig versetzt zueinander sind. Bei der anderen zurückversetzten Haushälfte ist der Riss an der gleichen Stelle an der Oberkante der beiden Fenster zu sehen.

An den anderen Außenwänden sind keine Risse zu sehen.
Das Haus steht auf Sandboden (Mainz-Gonsenheim, falls das jemandem etwas sagt).

Hier noch ein Bild von der Hausecke. Dort ist noch ein komischer Fleck zu sehen, der mir aussieht, als sei da mal etwas dagegengeflogen oder so.

Ich hoffe, die Bilder lassen sich ausreichend vergrößern.



das



könnte aufgrund unzureichender Rückverankerung der Betondecke gegen das "Aufschüsseln" entstanden sein. Gründungsprobleme würde ich hier nicht sehen.



Risse



Dieses Aufschüsseln ist eine häufige Erscheinung, es entsteht durch das Schwinden von Betonbauteilen wie Decke oder Ringanker und durch thermische Längenänderungen.
Es ist nichts Dramatisches, man kann damit leben.
Die Risse können relativ einfach geschlossen werden.
Falls der Hausverkäufer keine Ahnung davon hat ist es ein gutes Argument beim Feilschen den Kaufpreis zu drücken.

Viele Grüße
p.s. Ich habe mir noch mal in Ruhe auch den Rest der Bilder angeschaut, nicht nur den Riss. Eventuelle Probleme sehe ich bei der Terrasse auf dem Erker, solche Konstruktionen stellen immer ein gewisses Schadensrisiko dar. Das dünne Röhrchen des Wasserspeiers der einfach auf den Weg entwässert zeigt so eine potentielle Schwachstelle- Innenentwässerung. Die umständliche Lösung der verdeckten Rolläden, die in Rundbögen gequält wurden wären mir auch nicht ganz geheuer. Ich kann mir nicht vorstellen das es eine wärmetechnisch ordentliche Lösung gibt die auch noch wartungsfreundlich zum Rolladen ist.
Die Betonsteingewände der Fenster und die Balustrade des Balkons machen nur aus der Ferne etwas her.



Danke!



Vielen Dank Ihnen, Olaf, und vor allem Ihnen, Herr Böttcher, für die genauere Inaugenscheinnahme der Bilder!

Bei den Rissen handelt es sich also um ein sog. Aufschüsseln.
Gehe ich dann richtig davon aus, dass diese Risse sich wahrscheinlich nicht weiter bewegen werden bzw. nach einem Ausbessern nicht neu entstehen werden?

Beim Ausbessern wird ein Teil des Putzes entfernt und Gewebeband eingelegt, oder?

Man wird doch aber das gesamte Haus streichen, da es ansonsten nach räudigem Flickwerk aussieht? Dann wird es also doch teuer.

Ich gehe davon aus, dass der Verkäufer Ahnung hat. Er ist der Bauherr von dreien dieser gleichartigen Häuser (stehen verstreut in der Nachbarschaft) und außerdem der Bauherr vieler weiterer Immobilien, auch Sanierer vieler Altbauten. Den Preis noch runterhandeln wird schwierig.

Der Balkon über dem Erker: Der ist ja recht klein, und teilweise überdacht, ich denke, da wird sich nicht allzu viel Regenwasser ansammeln. An der Frontseite des Hauses ist noch ein solcher, größerer Balkon. Mehr Sorgen macht mir dort das Grünzeug, das munter am Abflussrohr wächst. Siehe Bild.

Merkwürdig finde ich noch das Fallrohr zwischen den Fenstern - warum ist das (wie bei den anderen gleichartigen Häusern) nicht an der Hausecke? Doof, wenn man eine Markise montieren möchte.

Die Jalousien - nunja. Das ganze Haus ist eh eine Geschmacksfrage. Ich mag auch die Pseudosprossenfenster gar nicht. Da ich aber sehr gern in dieser besonderen Straße wohnen würde, und mich ansonsten dort nicht einkaufen kann, muß ich wohl Kompromisse eingehen. Wenigstens ist das Dach mit Schiefer eingedeckt.

Viele Grüße!

Imke



Hauskauf



Hallo Imke,
ich empfehle ihnen vor dem Hauskauf zu versuchen mit Ihren zukünftigen Nachbarn ein Gespräch zu führen. Wenn sie das geschickt anstellen können sie eine Menge von dem erfahren was ihnen der Verkäufer garantiert nicht erzählen wird.
Das mit dem Rissausbessern geht auch einfacher, ich habe das schon bei ein paar Freunden von mir vor dem Hausverkauf selber in einer Partisanenaktion ohne Aufstemmen, Rissaufweiten und dem ganzen Gedöns gemacht. Nach ein paar Stunden konnte man den Riss nicht mehr erkennen.
Mit Fassade malern werden sie sich anfreunden müssen, die Fenstergewände und die Balkonbrüstung werden durch die ungünstige Ausbildung von Tropfkanten immer Ablaufspuren von Regenwasser zeigen. Jetzt wurde wahrscheinlich noch mal schnell mit dem Pinsel nachgebessert.

Viele Grüße



Wenn Dich das...



Grünzeugs ärgert, dann reiss' es raus...
Aber ich habe davon jede Menge im Garten ;-)

Ein Guter Maler kann sowohl die Reparatur, als auch die Farbgestaltung einigermaßen punktuell vornehmen, sooooo schlimm wird es also schon nicht werden...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Nix ausgebessert



Hallo Herr Böttcher,

an dem Haus wurde noch nix gestrichen, nix ausgebessert, man sieht hie und da kleine Spuren (die man leicht hätte beseitigen können). Siehe Bild.

Das Haus ist seit ca. 10 Jahren vermietet, der Verkäufer hat nie drin gewohnt. Der Nachbar hat die andere Hälfte erst letztes Jahr gekauft - zu einem deutlich höheren Preis, und hat dabei Zicken gemacht.

Wir vertrauen dem Verkäufer. Der kennt glaube ich den jetzigen Zustand des Hauses gar nicht, der muss mal gucken gehen. Das Haus ist nicht auf dem Markt, wird nur uns aufgrund besonderer Umstände angeboten.

Das mit dem einfachen Rissausbessern - würden Sie verraten, wie das geht?

Wir würden ganz gernz den Pinsel selber schwingen. Müssen wir hier eine komplette Fassadensanierung bezahlen, können bzw. wollen wir uns das Haus gar nicht leisten. Wir hätten ohnehin einiges vor, was nicht gemacht werden muss, wir aber gern machen würden (neuer Boden rein etc.). Irgendwo ist aber die Grenze - müssen wir zu viel machen, bis das Haus uns gefällt und top aussieht, verzichten wir vielleicht besser.

Hallo Herr Hausleithner,

ich liebe Farn - aber dort, wo er hingehört.

Also vielleicht doch ausbessern? Offensichtlich kein Unding.

Viele Grüße

Imke



Übrigens hat auch der Erker



... einen Riss.



Fassade



Eine Beschreibung der Rissanierung würde ihnen nicht viel nützen; die handwerklichen Techniken dazu fehlen Ihnen. Genauso könnte ich Ihnen eine Instruktion zum Seillaufen schicken. Wenn ich da rein schreibe das es ganz einfach ist und Sie nur den Körperschwerpunkt senkrecht über der Mittelachse des Seils halten müssen wissen Sie zwar wie aber fallen trotzdem runter.
Ich bin gelernter Maurer und beschäftige mich damit schon eine ganze Weile mit solchen Rissanierungen.

Auf dem letzten Foto sehe ich endlich wozu der Bärenzwinger gebaut wurde: es gibt noch einen Aufenthaltsraum im Keller darunter. Das ebenerdige Fenster ist für sie auch ein Grund den Preis zu drücken, eine konstruktiv sehr ungünstige Lösung.

Viele Grüße



Hallo Herr Böttcher,



darf ich nochmal nachfragen: Weshalb soll diese Kellerfensterlösung so ungünstig sein?

Immerhin hat sich hier jemand die Mühe gemacht, nicht nur einen Schacht anzulegen, sondern es wurde ein richtiges "Amphitheater" angelegt und ausgekleidet. Was ist daran schlechter als an einem bloßen Lichtschacht mit Gitter, wie er üblicherweise an einem Kellerfenster zu finden ist?

Es handelt sich um einen der Wohnfläche nicht zugerechneten Kellerraum mit Erker und diesen drei Fenstern, der recht hell und wohnlich ist.

Dass Sie mir nicht eben erklären können, wie ich den Riss selber "flicke", ist klar. Vielleicht hätten Sie aber kurz erklären können, was Sie meinen, damit ich einem Handwerker einen entsprechenden Auftrag erteilen könnte.

Viele Grüße

Imke



Hauskauf



Das mit dem Handwerker erklären kann ich eben nicht, sowas muß man LERNEN, dazu gehört praktische Erfahrung. Die Theorie allein nützt nichts, das hatte ich versucht ihnen zu erläutern. Ich habe eine ganze Weile und etliche Fehlversuche gebraucht um das System zu entwickeln und Fehler auszumerzen. Ich glaube kaum der der Mann mit Injektionsspritzen, Pinseln verschiedener borstenstärke und Weichheit, plasto- elastischer Fugenmasse, Lösungsmitteln und Abtönpasten klarkommt, nur weil er Maurer ist.
Was das Kellerfenster betrifft: Das Fenster kann nur bei gutem Wetter geöffnet werden. Bei Regen, Treibschnee usw. haben Sie Wasser im Zimmer. Ob die Lage im Spritzwasserbereich dem Fenster gut bekommt bleibt abzuwarten.
Der größte Schwachpunkt ist die Außenfensterbank, unter dem Blech kann Wasser unter das Fenster in die Mauer einsickern.

Viele Grüße