Holzverblendung im Innenbereich und Fenstereinbau ....

05.05.2012



Hallo, ich saniere seit ca. 2 Jahren mein kleines Fachwerkhaus. Das Erdgeschoss wurde aus rotem Sandstein errichtet, das 1. OG und das darauffolgende DG in Fachwerkbauweise.
Das Fachwerk habe ich aufwendig restauriert bzw. ersetzt. Eine Giebelwand wurde nahezu komplett erneuert. Das Gefache wurde mit Lehmziegeln neu aufgebaut und anschliessend im Aussenbereich mit Kalk verputzt. Der Innenbereich soll mit Lehm verputzt werden.
Nun zu meiner Frage: Die Wände des 1.OG waren bis auf Brüstungshöhe mit profilierten Kiefernbrettern verblendet.
Meine Vorstellung ist nun diesen "Originalzustand" wiederherzustellen, d.h. die Wände mit Lehm zu putzen und im
Bereich Fussboden bis Brüstunghöhe die ehemals vorhandene Holzverschalung anzubringen und diese anschliessend mit Leinöl zu behandeln.
Frage 2: Das 1.OG hat sich im Laufe der Jahrhunderte wie ein Parallelogramm verschoben d.h. die Traufseiten sind jeweils nicht mehr lotrecht. Die Fenster sollen nun aussenbündig eingebaut werden. Müssen oder sollen die neuen Fenster lotrecht eingebaut werden ? Die Alten, nicht mehr
restaurierfähigen Fenster waren aussenbündig und nicht lotrecht eingebaut.
Vielen Dank für ALLE begründeten Meinungen, Erfahrungen und
Hinweise. Fragen werde ich natürlich zeitnah beantworten...



Parallelogrammförmige Fenster...



baut sowieso keiner. Ich würde die Fenster lotrecht einbauen, das öffnen/ schließen und offenhalten wird sonst vermutlich schnell Schäden an den Teilen bewirken.

Grüße

Thomas



Fenstermontage



zum Einbau der Fenster im schiefen Fachwerk gab es schon mal (nicht nur) eine Runde: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/169085$.cfm

Am Ende muß man selber damit leben. Wie es am Ende aussehen kann/wird - blätter heir mal durch: http://www.panoramio.com/group/28221

Bei 1.) kann ich keine Frage erkennen, du willst es so machen.... Meine Frage: Wie original ist diese Verbretterung: 50 Jahre - weil der Putz bereits abfiel, ca. 200 Jahre - weil so gebaut ?



Zu Frage 1:



Die Verblendung schien älteren (?) Datums zu sein. Die befestigenden Nägel stammen nicht aus industrieller Produktion.Das Haus wurde 1721 gebaut.
Mein Wunsch ist es die alte Verblendung wiederherzustellen. Können so zukünftige Probleme entstehen? Ist eine Hinterlüftung notwendig? Kann eingetretene Feuchtigkeit wieder raus?



Wenn's so einfach wäre:



"Kann eingetretene Feuchtigkeit wieder raus?"

Je nach gegebenheiten nutzt oder schadet die Hinterlüftung. U.u. kann sie auch zu einer Kondensatanreicherung führen. So die Möglichkeit bestände, die Heizleitungen im Hohlraum zu verlegen, wärt Ihr auf der sicheren Seite.

Grüße

Thomas



Nägel



mein Opa, geb. 1900, hatte immer noch geschmiedete Nägel verwendet, wenn sich die Möglichkiet ergab, auch krumme Nägel wurde gerade gaklopft und wiederverwendet, nichts wurde weggeschnissen - er hat immerhin 2 WK mitgemacht. Somit sagt die Verwendung der Nägel nicht unbedingt was zum Alter. Aber eine Hinterlüftung (Bretter auf Sockel stellen, oben Abdeckbrett mit Lüftungsschlitz) oder die vorgeschlagen Heizungsführung reduzieren die Gefahr von Kondensat erheblich.