Kellerausbau, Fußbodenaufbau mit Dämmung

23.03.2009



Hallo Zusammen und einen guten Abend,

ich habe mir nun schon einige Meinungen und Antworten im Forum zum Thema Dämmung und Kellerfußboden durchgelesen, und habe dazu dann doch noch mal eine Frage.
Würde mich über einige Meinungen und Erfahrungen freuen.

Ich möchte den Keller als Büro und Hobbyraum nutzen.
Hintergründe zum Haus: Stammt aus den 20iger Jahren, steht ohne Bodenplatte im Sand, feinster Kies und ist bis in den Keller komplett trocken.
Zudem liegt der benannte Keller auf der Wetter abgewandten Seite.
Vor 2 Jahren wurde die Außenseite komplett freigelegt, zur Abdichtung mit einem Teer ähnlichen Flüssigkeit bestrichen und mit Bitumenbahnen abgedichtet (alles mit Architekt und Statiker abgeklärt) zusätzlich habe ich auf der Außenwand eine Perimeterdämmung aufgebracht mit Überlappung zu den angrenzenden, nicht gedämmten Kellerwänden, um hier Kältebrücken weitgehenst zu vermeiden. Der alte Beton/ Estrichboden wurde entfernt ein wenig Erde abgetragen und eine neue dickere "Bodenplatte" gegossen, incl. darunterliegender Dampfsperre.

Vor einem Jahr haben wird dann die Fenster vergrößert mit einem Wert von Ug 0,7 und Heizkörper sollen auch unter die Fenster installiert werden, welche aber sicher nicht immer laufen werden. Die durchschnittliche Temperatur lag selbst bei Minusgraden und undichter Eingangstür bei 13-14 Grad und einer Luftfeutigkeit von 45%. Eigentlich optimale Bedingungen, vermute ich.

Nun zu meiner Frage: Ich würde gerne eine Rauchschutztür einbauen, was den Kellerraum dann wohl eher abdichtet, wegen Brand- und Schallschutz und eine einfache Dielung auf Lattengerüst einbringen. In den Zwischenraum wollte ich Isoself Perlit einstreuen.

Ist es dennoch ratsam eine Schweißbahn als unterste Schicht aufzubringen, dann die viel beschriebene, entkoppelte Lattung (warscheinlich im Kreuzformat) auflegen, die Perlite einzubringen und anschleißend noch eine Art Staubschutzfolie darüberlegen. Als Abschluss dann die Dielung aufschrauben und einölen.
Wie dick sollte die Perlit-Schicht als Minimum eingebracht werden. Ich hatte an 8 cm Schüttung gedacht und 28 mm Kiefern-Dielung.
Der jetzige Rohfußboden ist sehr "staubig" man könnte Stundenlang fegen, ist es erforderlich eine Grundierung vorzustreichen?
Ist eine Zwangsbelüftung notwendig, oder besitzen moderne Fenster eine solche Belüftung oder dienen die Öffnungen an der Unterseite der Fenster nur zum Ablaufen von Nässe durch Tau oder Regen?

So, das war nun eine ganze Menge. Ich hoffe Ihr könnt mir ein wenig Klarheit bringen. Dafür schon mal danke.

Ein Gruß aus Brandenburg

Pascal





Hallo,

Zwangsbelüftung würde ich einbauen.
Holz im Keller begegne ich mit Skepsis.
Da Sie keine unter der Platte liegende Dämmung eingebaut haben, wird Ihnen das Kondensatproblem treu bleiben. Abhilfe ist gutes Lüften.
Grundierung auf Beton ist bei sandenden Oberflächen angesagt.
8cm Perlit reichen.

Grüße



Habe nur noch eine abschlussklärende Frage hierzu.



Vielen Dank für die prompte Antwort.

Würde das benannte Kondensatproblem, mal abgesehen vom regelmäßigen Lüften, auch bestehen bleiben,
wenn ich Styrodur-Platten verwende mit Trockenestrich abschließe (verklebt und verschraubt) und dann einen wie auch immer gearteten Bodenbelag aufbringe?
Und ist bei der Grundierung eine Schicht mit Bitumen-Grundanstrich ausreichend vor der Verlegung der Styrodor-Platten oder sollte dennoch, quasi als "Wanne"
eine Schweißbahn aufgebracht werden?
Habe gestern nochmal die Wände unter die Lupe genommen, keine Feuchtigkeit an Fußboden und Wänden trotz geschlossener Fenster in den letzten 6 Monaten,selbst die Kellerassel sind vertrocknet.

Schon mal eine Danke für alle Antworten und weiterhin viel Spaß in diesem Forum.



Fußbodenaufbau über Kappe und Dämmung



Hallo Pascal,

Eine Kappe und auch ein ander Fußboden (Stahlsteindecke, Hohldielung usw.) über einen Keller haben immer eine bestimmte Feuchte, die gerade im Sommer zu nimmt. Der alte Fußbodenaufbau ist so, dass die Feuchte immer ausreichend über die Fugen der Dielung und Randleisten entweichen kann. Trotzdem ist hier im Erdgeschoss die Schädigung am Holz, besonders an den Lagerhölzern groß. Es liegt hier eine Holzfeuchte von 12 bis über 20 % vor. Damit sind gute Bedingungen für Holz zerstörende Insekten gegeben. Sehr viele ausgebaute Lagerhölzer zeigen einen Pilzbefall auf der Unterseite. Wenn eine Dielung eingebaut wird, dann muss unbedingt die Lüftung des Holzes über die Fugen gewährleistet sein. Ebenso darf das Holz auf der Oberfläche nicht versiegelt werden. Ober hier Holzöle und Wachse die beste Lösung sind, bin ich überfragt. Kenne hierzu keine Langzeiterfahrung. Da die Dielung früher mit Bohnerwachs gepflegt wurde, ist dies durch aus möglich. Die heutigen Wohnansprüche haben sich geändert und es werden glatte Fußböden gewünscht (wegen dem Aussehen und der Pflege). Wird ein Fußbodenbelag auf die Dielung aufgelegt, so kommt es in der Dielung und Schüttung zum Feuchtestau. Die Holzfeuchte steigt an und die Schädigung des Holzes erhöht sich und im ungünstigen Fall bekommt man einen massiven Pilzbefall, der vom rosaroten Saftporling bis zum Echten Hausschwamm reicht. Ein vorbeugender Holzschutz im Innenbereich ist nicht zulässig, siehe DIN 68800. Für eine langzeitliche Freiheit von Schäden ist daher nur ein mineralischer Fußbodenaufbau sinnvoll. Siehe auch unter www.ib-rauch.de/Beratung/wassers2.html Bild 3.

Viel Erfolg.
P. Rauch