Schwitzwasser an Dachfenstern Nordseite

11.02.2005



Hallo,
wir haben ein altes Fachwerkhaus renoviert, die Fenster sind alle neu, das Haus hat Wandheizung und ist mit Lehm verputzt. Diesen Winter sind wir eingezogen und stellen fest, dass vor allem die neuen Dachfenster der Nordseite unglaublich schwitzen, es sind große Feuchte Flecken um die Fenster herum. Teilweise hat die angebrachte Dichtmasse zwischen Fenster und Folie angefangen zu schimmeln, vor allem bei dem Badfenster, das als einziges ein Plastikfenster ist. Im Bad wird bisher noch nicht geduscht, es gibt also keine große Feuchtigkeit durchs wohnen. Die Fenster sind noch nicht verkleidet, das Dach um die Fenter herum ist mit Hanf gedämmt. Natürlich heizen und Lüften wir (2 mal täglich stoßlüften), aber das Problem ist so nicht zu beheben. Weiss jemand einen Rat? Und gibt es da überhaupt eine Lösung, da wir ja keine Heizkörper unter den Fenstern anbringen können, die die Fenster erwärmen? Wir haben Angst, dass es um die Fenster herum weiter schimmelt und sich der Schimmel ausbreitet.





Hallo Nick, auch hier wieder das Problem: Ungesehen läßt es sich nur schwer Rat geben.
Das Schwitzen entsteht durch die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen.
Das mit dem Stoßlüften ist so wohl in Ordnung. Aber noch mehr heizen wollen bringt gerade das Gegenteil, weil damit der Temperaturunterschied zwischen drin und draußen noch größer wird, also sich noch mehr Kondenswasser an den kalten Teilen (Fenster und Laibung) absetzen würde.
Nachdenkliche Grüße
D.Fr.



Bautrocknung



Hallo Nick,
durch eure Renovierung habt ihr viel Wasser in euer Haus geholt, dass müsst ihr nun wieder loswerden.
Wie feucht ist die Raumluft? Wenn sie über ca.50% liegt, ist das Problem durch zweimaliges Lüften nicht zu lösen.
Ihr solltet euch einen Bautrockner ausleihen und so die Feuchtigkeit herausholen. Bei einem relative frischem Verputz können das einige hundert Liter Wasser sein.
Falls es nicht an der Luftfeuchtigkeit liegt, müsste der Einbau des Fenster überprüft werden.
Viel erfolg
A. Klüber



Schwitzwasser an Dachfenstern Nordseite



Danke erst mal für die schnelle Antwort! Puh, hab mir schon so was gedacht...wir lassen die Fenster erst einmal unverkleidet, um die Sache besser beobachten zu können. Ein bekannter Architekt meinte, vielleicht könnte so eine Art "Heckscheibenheizung" für die Dachfenster Besserung bringen, um die kalten Fenster zu erwärmen. Ich kann mir zwar schwer vorstellen, wie das in der Praxis aussieht, klingt aber vom Prinzip her logisch. Haben Sie Erfahrung mit so was?



Bautrocknung



Zum Thema Bautrocknung: Vielen Dank erst mal für die Antwort. Die Verputzarbeiten sind mittlerweile fast 3 Monate her, habe die Luftfeuchtigkeit zwar nicht gemessen, aber ich denke, dass die "Bau-Feuchtigkeit" sich mittlerweile verzogen hat, da die anderen Fenster und die Dachfenster auf der Südseite wesentlich weniger betroffen sind als die Nord-Dachfenster. Mit dem Verputzen weiterer Räume warten wir, bis es wieder etwas wärmer ist und der Putz schneller trocknet. Wer könnte den sachgemäßen Einbau eines Dachfensters überprüfen? Ein Bausachverständiger?





Hallo Nick,
nicht ohne Messen das Thema Bautrocknung abhaken.
3 Monate ist keine grose Zeitspanne.
Messung natürlich nicht nach sondern vor dem Lüften.
Gruß
A.Klüber



Einkaufstip



Schau mal unter www.luftdicht.de auf die website von Herbert Trauernicht. Dort gibt es einen sogenannten Lüftungstrainer zu kaufen. Angezeigt wird, über ein kleines Gerät Luftfeuchte und Temperatur. Steigt die Luftfeuchte über 65% fängt eine kleine Leuchtdiode an zu blinken. Ist ein nettes kleines Gimmick um seinen Blick für solche Dinge zu schulen. Außerdem gibts auf der Seite umfangreiche Infos zu diesem Thema.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Bautrocknung



Das Feuchtigkeitsproblem am Fenster tritt hauptsächlich bei extremer Kälte auf, was, finde ich, gegen die Baufeuchtigkeits-These spricht. Bei den momentanen Temperaturen ist es ok. Aber danke erst mal für die vielen Tipps!





wieso?
natürlich kondensiert das wasser hauptsächlich bei großer kälte - aber wo kommt es her? nur weil bei höheren außentemperaturen kein kondensat auftritt, heißt doch nicht, dass die feuchtigkeit nicht da ist. ohne feuchtemessung wird sich das kaum beurteilen lassen.
was sie beschreiben, ist lediglich die wirkung, der ursache kommen sie so nicht auf den grund.



Ähnliches Problem



Hallo,

wir haben ein ähnliches Problem, allerdings nicht so ausgeprägt...
Bei uns bildet sich am Rand der Verglasung (Alu-Steg als Wärmebrücke) ständig Kondenswasser, welches dann irgendwann abläuft, wenn man es nicht rechtzeitig wegwischt. Die Holzrahmen fangen bereits an, sich zu verfärben... trotz sehr sorgfältigem und fachgerechtem Einbau, Wärmedämmrahmen u.s.w.

Ursache ist die exponierte Lage der Dachfenster, bei uns kommt eine sehr große Laibungstiefe bei sehr kleinem Fenster hinzu.
Der Dämmwert der Fenster ist halt einfach geringer als der der anderen Bauteile, hinzu kommt die ungünstige Einbauposition, zwangsläufig kühlt die Raumluft hier am stärksten ab. Dieser Umstand macht sich besonders bemerkbar, wenn unter den Fenstern keine Heizkörper angeordnet werden.
Konnte das jetzt bereits bei mehreren Objekten beobachten. Mit Heizung siehts stehts besser aus... fachgerechter Einbau der Fenster vorausgesetzt, insbesondere was Luftdichtigkeit, Isolierung, Dampfbremse angeht (oder auch Restfeuchte).

Ein Fenster ist über unserem Bett, man spührt richtig, wie die kalte Luft bei extremer Kälte "herunterfällt".
Garantiert keine Zugluft, bei Sturm im Sommer flackert nicht mal eine Kerze, Nebelmaschine hab ich auch schon ausprobiert... nix

Für mich gilt: nie mehr ohne Heizung unterm Dachfenster, so schön Fußleisten- oder Wandheizung auch sein mag.
Wie bei der Wandheizung gilt auch beim Fenster: Ich muß den Bauteilen so viel Energie von innen zuführen, wie sie nach außen abgeben, sonst wird es ungemütlich, geht halt hier nur mit kleinen, konventionellen Heizkörpern...
Außerdem verringert sich hierdurch die Umwälzung der Raumluft. Denn Fuß- und Wandheizung sollen ja auch wegen der geringeren Staubaufwirbelung gesünder sein - aber eine sehr kalte Stelle im Haus hat die gleiche Wirkung wie eine sehr warme (Heizkörper), nur mit anderer "Drehrichtung", ein zusätzlicher Heizkörper unter dem Fenster sollte also so bemessen sein, das er "nur" die Wirkung des Fensters aufhebt...

Alternative für wäre noch, die Dachfenster zu Kastenfenstern umzubauen, indem man in der Ebene der Dachinnenschräge ein Schiebefenster anbringt. Damit könnte man evtl. verhindern, das ständig warme, feuchte Raumluft am Fenster vorbeistreicht und Wasser auskondensiert. Müsste aber sehr sorgfältig und rel. Luftdicht ausgeführt werden. Hab es probeweise mit einer Plexiglasscheibe und VKP-Band probiert. Größere Tauwassermengen gab es nicht mehr, aber es war häßlich und unpraktisch... aber besser als Schimmel und Wasserflecken auf dem Boden

Ich lese gerade: Innenverkleidung fehlt noch... Dampfbremse ist aber bereits verlegt? Oder strömt Raumluft in die Dämmung?





Hallo,
ja, Dampfbremse ist bereits verlegt. Unsere Holzdachfenster haben sich auch bereits verfärbt, das Plastikfenster im Bad natürlich nicht, trotzdem habe ich den Eindruck dass wir auch im Bad lieber auch ein Holzfenster eingebaut hätten. Der Zimmermann hatte uns damals zu einen Plastikfenster im Bad geraten. Seitdem wir die Dichtmasse zwischen Fenster und Folie am Plastikfenster entfernt haben schimmelt es nicht mehr, das ist immerhin schon ein Fortschritt. Bei den momentanen Temperaturen ist es ok, das Problem tritt, wie gesagt, hauptsächlich bei extremer Kälte auf. Da es ja nicht so viele extrem kalte Tage / Nächte gibt, werden wir wohl damit leben müssen. Mittlerweile haben wir auch die Luftfeuchte gemessen, sie ist vor dem Lüften so um die 50% und nach dem Lüften um 40%, sollte also ok sein.
Grüße, Nick