Delenboden farbig ölen oder lackieren??

13.11.2011 Zemra



Hallo!

Wir sind gerade beim sanieren und mir scheint dass fast jeder Arbeitsschritt in einem Studium endet. Diesesmal geht es um meinen alten Dielenboden. Er ist über 100Jahre alt und wurde noch nie abgeschliffen, was ich persönlich ganz angenehm finde, weil er dadurch wellig erscheint :)
Der Boden wurde mit einer sehr hübschen Taubenbalu-Farbe gestrichen (darunter ist wie bei allen Altberliner Fussböden Ochsenblut). Ich würde sehr gerne den Boden so behalten wie er ist, bzw. würde ich gerne versuchen ihn mit der gleichen Farbe zu behandeln. Leider weiss ich nicht wie er behandelt worden ist. Der Boden sieht sehr Matt aus, und die Farbe deckt die Dielen sehr gut. Zuerst wollten wir den Boden Abschleifen und haben dummerweise während der Sanierung ihn nicht großartig geschützt, sodass er nun viele Flecken durch dass Anstreichen der Wände mit Sumpfkalk abbekommen hat und den übliche Dreck einer Baustelle.
Wurde der Boden mit pigmentierten Öl oder mit Lack behandelt? Was war früher üblich?
Bzw. wie kann ich den Boden färben, dass die Farbe gut deckt und der Boden matt wirkt?? Und wie kann ich ihn vorbehandeln??

Vielen lieben Dank im Voraus
Zeka



Früher:



Kamen Pigmentierte Öle für Nadelholzdielen kaum in Betracht.

Es wurde deckend lackiert. Sehr häufig wurde vor der breiten Einführung der Kunstharzlacke, also bis wenigstens 1920, ein Gemisch spirituslöslicher Harze mit hohem Kolophoniumanteil verwendet, das mit Eisenoxyden auf den "Ochsenblut" - Ton gebracht wurde. Ein Rezept dafür beschreibt zum Beispiel Wilhelm Schmidt, Weimar, 1891. Das Ganze wurde dann regelmäßig mit farbigem Wachs gebonert. Die Verwendung von Öllacken ist gleichfalls denkbar, wegen der langsamen Trocknung der Öllacke im Fußbodenbereich aber etwas problematisch.

Und auch Ihr habt ein Problem: Mit Sicherheit ist in die Schichtabfolge Eueres Anstriches auch reichlich Bohnerwachs mit eingebunden, was die Haftung der Schichten aufeinander verschlechtert.

Ich würde vor dem Neuanstrich in jedem Fall kräftig überlaugen, um eine Haftung so gut als möglich zu fördern. Dafür sollte eine 2%ige Salmiaklösung die beste Wahl sein, auch wenn's etwas stinkt. Fenster dazu weit auf! Ich halte weder einen Spirituslack der Altvorderen (wegen der aufwendigen Pflege) noch einen (Lein)Öllack (der langsamen Trocknung und der eher weicheren Konsistenz wegen) für das Mittel der Wahl. Ich würde im beschriebenen Fall zu einem hochwertigen Kunstharzlack auf Lösemittelbasis, 2x aufgerollt, greifen. Ich kann mir aber trotzdem die Anmerkung nicht verkneifen, daß ich jederzeit einen sauber geschliffenen und (vielleicht ja auch farbig) geölten Holzboden vorziehen würde.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

Danke für die schnelle Antwort ;)

Gibt es auch Kunstharzlack in matt, alles was ich gesehen habe ist hochglänzend.

Gruß
Zeka



Ja,



es gibt auch die matte Variante. Und lasst Euch nicht vom "Blauen Engel" auf's Glatteis führen. Mit einem Wasserlack seid Ihr in diesem Falle nicht gut bedient.

Grüße

Th.





hallo thomas,

wir haben uns nochmal umgeschaut und haben die Standölfarben-Halbfett von Kreidezeit entdeckt :) sie sind deckend und beim einmaligen Anstrich auch matt ;)

Danke nochmal und lieben gruß
zeka