Fachwerkscheune retten...

11.06.2020 Rudelos

Fachwerkscheune retten...

Nachdem ich für mein letztes Projekt hier viele gute Tipps bekommen habe, würde ich für mein neues Projekt mir auch wieder gerne hier Hinweise holen.

Und zwar habe ich auf meinem Grundstück eine alte fachwerkscheune, die ich gerne wieder herrichten möchte.

Problem: voreigentümer hat schadhaften Fachwerk entfernt und mit den verschiedensten Materialien Mal was gemauert und Mal irgendwo geflickt, hat teilweise nichts mehr mit Fachwerk zu tun.

Idee: ich nehme die Ziegel runter, Stütze alles ab und entferne alle ausgemauerten gefache. Vom Zimmermann würde ich das schadhafte Fachwerk wieder in den Stand setzen lassen (1-2 schwellen müssen neu, eine Seite ziemlich komplett neu aufgebaut werden und ein Deckenbalken ist hinüber) die reinen Fachwerkarbeiten muss ich vergeben, das kann ich nicht. Ständerwerk ist Eiche und es soll auch wieder Eiche verbaut werden.

Das Fachwerk würde ich dann nicht behandeln oder streichen. War es bislang auch nicht und ist 170 Jahre alt geworden, darf auch gerne grau werden.

Die gefache möchte ich dann mit Dreiecksleisten ausstatten und mit Lehm Ziegel und Lehmmörtel ausmauern. Verputzen möchte ich eigentlich nicht.

Frage 1: wie ist die generelle Meinung zum fehlenden Putz? Habe zwar gute Erfahrungen bei meinem letzten Projekt mit Kalkputz gemacht und könnte das auch mit kalkputz verputzen und Kalkfarbe streichen, tendiere aber eher dazu die Ziegel sichtbar zu lassen.

Frage 2: gibt es irgendwas, was euch direkt auffällt woran ich denken muss? Sprich habe ich irgendwo einen naiven Denkfehler?

Vielen Dank fürs lesen und ich lade gleich ein paar Fotos zum besseren Verständnis hoch

...Nachtrag: wie kann ich mehrere Bilder auf einmal hochladen?



Weitere Fotos



geht nicht, für jedes neue Foto eine neue "Antwort" generieren. Warum willst Du die Ziegel entfernen? Der Dachüberstand scheint für Lehmmauerwerk ausreichend zu sein - wenn es wirklich nicht bewittert wird.



Antwort pope



Hallo Pope,
Danke für die Antwort.

...weil ich sowieso die Hälfte der gefache neu ausmauern muss. Viele sind der Vergangenheit ersetzt worden und ich habe bislang normale klinker, Porenbeton und als Putz immer Zementputz gefunden...



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Giebelseiten



da würde ich vorsichtig sein mit dem Lehmstein sichtig lassen. Wenn dann doch noch verputzt werden soll und Du hast die Steine bündig mit dem Balkenwerk gesetzt, kriegst Du den Putz nicht mehr drauf, ohne das kissenförmig zu machen.



Du treibst einen Riesenaufwand,



...und willst das Holz nicht schützen? Darüber solltest Du noch einmal schlafen.

Grüße

Thomas



Antwort pope und thomas



@pope: deswegen würden mich ja Erfahrungswerte interessieren, wie sich Lehmziegel und Lehmmörtel im Zeitablauf verhalten, wenn Sie Wind und Wetter ausgesetzt sind. Wenn sowas nie klappt, würde ich die gefache etwas versetzt ausmauern und halt Mit Kalk dann die gefache zusätzlich verputzen, sprich ohne "Kissen" :-)

@thomas: meinst du vor Feuchtigkeit? Solange die Feuchtigkeit ablaufen und abtrocknen kann, sehe ich das nicht kritisch. Am besten sieht bei mir das Eichenfachwerk aus, dass nie behandelt wurde. Wird grau, bildet kleine natürliche riefen und gibt die Feuchtigkeit wieder ab. Am schlimmsten sieht bei mir das Fachwerk aus, wo man noch irgendwelche Farbreste erkennen kann oder wo mit Zementputz gearbeitet wurde. Ich glaube bei Lehm und Lehmputz sollte ich keine Probleme bzgl. Feuchtigkeitstransport haben. In meiner Region gibt es viele alte Fachwerkhöfe und die ohne Farbanstrich fahren meinem Eindruck nach besser. Man muss halt mögen, dass es irgendwann grau wird, aber solange die Feuchtigkeit reguliert werden kann, kann das uralt werden...



Lehm wetterfest



es kommt drauf an, in welchen Zeiträumen Du denkst. In einem befreundeten Hof steht die Scheune ohne Dach seit 15 Jahren, 60 cm dicke Stampflehmwände oben ohne Abdeckung. Da sieht man deutlich die Erosion des Lehms. Bei senkrechten Wänden, zudem schlagregengeschützt, mag das besser ausgehen. Ich habe bei uns in der Gegend ( Erzgebirge) noch keine unverputzten Lehmgefache gesehen und wenn, dann in Abbruchhütten. Es ist Deine Entscheidung, ich halte es auch vom historischen Befund her, für unüblich, Lehmgefache nicht zu verputzen und würde es auch nicht tun. Wenn Du unbedingt Sichtmauerwerk willst, dann verwende gebrannte Ziegel, das ist in manchen Regionen durchaus typisch.



Aber bei Dir...



...ist es eben gerade nicht uralt geworden, Du must grundhaft an die Substanz 'ran.

Der Schutz des Holzes ist ohne Zweifel bei Deinen Dachüberständen nicht der allerwichtigste Punkt. Jedoch reduziert der Auftrag von Öl bzw. Öllasur die Aufnahme von Wasser und damit das Arbeiten des Holzes. Damit "steht" auch der Übergang Holz/ Lehm besser, und auch die Holzverbindungen bekommen weniger Wasser ab.

Eine pimentierte Öllasur reduziert zudem den Abbau des Holzes durch UV und böte auch die Möglichkeit, altes und neues Holz farblich etwas zusammenzuziehen. Farbkrusten wie von Dir beschrieben bilden sich dadurch nicht. Die Lasur bleibt elasisch, ist nur eine dünne Schicht und könnte später ohne Schleifen wieder mit Lasur überstrichen werden.

Grüße

Thomas



Kein Lehm ohne Wetterschutz



Hallo, Nach meiner Erfahrung hast du an einer reinen Lehmfassade ohne vernüftigen Wetterschutz max.4-5 Jahre freute dann fängst du von vorne an. Wenn ich das entscheiden müsste würde ich Alte Ziegel besorgen und mit reinem Kalkmörtel ausmauern auf Sicht.



Fachwerk Gestalltung



Oh Sorry, (vergessen) Die Fachwerkgestalltung würde ich mit Leinoel vornehmen ,Da hast du ewig ruhe.
Leinoel wird niemals abblättern und verliert erst nach 10-15 Jahren an Farbintensität,Was aber auch nicht schlimm ist.
Desweiteren ist Leinoel Diffusionsoffen und lässt das Holz Atmen so das es Wasser aufnehmen und wieder Abgeben kann.