Fachwerksanierung "Kernsanierung"

02.08.2014 Arno



Guten Tag,

kurz zu meiner Situation:

Ich habe mir ein Fachwerkhaus gekauft welches ich es jetzt Kernsanieren will. Ein Paar Punkte sind mir jedoch nicht so ganz geläufig.

Aussendämmung: Der Wandaufbau soll mit Holzfaserplatten erfolgen und verputzt werden.
Preislich liegen die Anbieter da ja ziemlich dicht beiander soweit ich das jetzt rausgefunden habe. Welchen Hersteller würdet ihr mir denn nahe liegen?
Ob es eine Zwischendämmung werden soll oder direkt an die Wand montiert " Nut - Feder " bin ich mir noch nicht sicher. Welche Art da Preislich besser steht, werde ich wohl verbauen.

Das Dach wird mit dem "Bauder Pir Plus" System gedämmt und der übergang natürlich penibel gedämmt.
Der Fußboden soll ausgeschachtet werden und neue Fundamente/ Bodenplatte gegossen werden. Auch da wird die Dämmung direkt abschließen.

Bis hierhin ist ja alle soweit richtig!?

Balkenlage:
Aufgrund der geringen Deckenhöhe "2,00" würde ich gerne neue Deckenbalken einziehen. Querschnitt unbekannt.
Diese würde ich dann auf die Schwelle von dem ersten OG legen wollen "einteillug direkt neben die Ständer/ vorhanden Deckenbalken. Länge ca 8m. Dieses natürlich im oberen Geschoss auch. Das Untere Geschoss soll offen bleiben. Küche und Wohnzimmer. Da ist eine Tragende Wand mittig im Raum " einmal längsdurch", diese sollte möglichst weg. Auflage Deckenbalken mittig vom Haus
Meine Lösungsidee wäre ein Überzug zu verbauen.
liegt sowas im möglichen wenn der querschnitt der Deckenbalken stimmt?


Hoffentlich war das jetzt nicht zu viel.


Danke im voraus :)



Fachwerksanierung



Besser ist es Sie gehen mit Ihren Vorstellungen zu einem Architekten.
Einen Bauantrag müssen Sie ohnehin stellen.
Sie können ihm Ihre Vorstellungen als Wunschliste geben und sehen dann was davon gestalterisch, technisch und finanziell sinnvoll ist. In einem Forum so etwas zu diskutieren bringt nichts, dafür ist die Problematik zu komplex und der Input zu gering.





Das ein Architekt hinzugezogen werden muss, ist mir bewusst.
Mir geht es nur um die Möglichekeit der Idee um so die anfallenden Kosten grob zu kalkulieren.



Sanierung



Vergessen Sie es.
Hier ist so etwas, bei dieser Informationslage,
nicht möglich.



Kernsanierung



Ich muß Herrn Böttcher wiedersprechen.

Man kann soetwas schon überschlägig schätzen.

Nehmen Sie die Neubaukosten pro m² Wohnfläche in ihrer Region und multiplizieren sie dass mit den m² ihres Bauvorhabens.

Dann ziehen sie den Wert, von dem, was in ihrem Baubestand übrigbleibt, ab. Geben dann noch einen Zuschlag drauf, dafür, dass bei den Umbaumaßnahmen ihnen vieles im Weg steht. Dann haben sie die realen Baukosten.

Es geht auch einfacher. Nehmen sie einfach die Neubaukosten in ihrer Region. Ihr Umbau wird nach dem was sie an Informationen gegeben haben, das Selbe kosten............... oder noch etwas mehr!!!





Da ich gelernter Zimmermann bin und Maschinen sowie Fahrzeuge/Kran kostenfrei von der Firma nutzen kann und über einen bekannten Baustoffe zum EK kaufe, daktiere ich die Preise etwas anders aber ansonsten natürlich vollkommen richtig!

Die Möglichkeit die Deckenbalken zu tauschen, wie oben beschrieben, erscheint mir aber trotzdem im Bereich des möglichen. Wir hatten diesbezüglich schon einige diskussionen.

Aufgrund dessen das ich hier viel gelesen habe und sich viele qualifizierte kommentare darunter befanden, wollte ich das mal mit in die Runde werfen.

Ob soetwas statisch im möglichen befindet. Aussteifung könnte ja beispielsweise über eine Aussteifende verlegung der Schalung erfolgen auf der Balkenlage.



Kostenrahmen



"Dann ziehen sie den Wert, von dem, was in ihrem Baubestand übrigbleibt, ab."
Und wieviel ist das?
"Geben Sie noch einen Zuschlag drauf..."
Wie hoch ist der?
"Nichts genaues weiß man nicht" (Jaroslav Hasek, der brave Soldat Schweijk).



Hallo Arno,



im voraus: zu den Kosten kann ich Dir nichts sagen.

Aber zur Technik:

Bei einer Aufsparrendämmung ist es nicht leicht, einen vernünftigen Dampfsperrenanschluß herzustellen, bloß eine Bauder PIR draufzulegen bringt nichts.
Besser eine Zwischensparrendämmung machen.

Die Erhöhung der Balkenlage würde ich wie folgt ausführen:

An den Wänden innen eine Bohle in der Balkenebene anschrauben.
Den Mittelträger (vormals Unterzug) auch in die Balkenebene verlegen. Die neuen Deckenbalken dann mit Balkenschuhen zwischen Trägerbalken und Wandbohle einhängen.
Bitte die Dimensionen und Anschlüsse von einem Statiker rechnen lassen.



House hacking



Da bleibt wohl nicht viel vom Fachwerkcharakter erhalten. Wenn das in Ordnung geht - Denkmalpfleger und Lehmfundamentalisten bitte nicht weiterlesen.

Aussendämmung: Als Zimmermann sollten Sie natürlich auch an eine hinterlüftete Holzfassade denken.

- hinterlüftete Holzschalung
- Windpapier
- Holzfaserdämmplatten mit aussteifender Wirkung (z.B. Steico)
- bestehendes Fachwerk, in den Gefachen flexible Holzfaserdämmung oder Zellulose
- Dampfbremse
- Installationsebene
- Gipsfaserplatte (auch aussteifende Wirkung)

Dach: warum teure und energieintensive PIR Platten auf das Dach legen, wenn man zwischen den Sparren dämmen kann ?

Fussboden ausschachten: Das wäre eine gute Gelegenheit um Raumhöhe zu gewinnen, ohne die Deckenbalken und sonstige Statik anzugreifen.

Eine Möglichkeit wäre, das Haus erst auskernen und abdecken, dann als ganzes anheben:

http://www.greenbuildingadvisor.com/blogs/dept/guest-blogs/old-house-gets-new-thermomass-basement

Bei den Maulwurfsarbeiten ist Eigenleistung möglich, ansonsten ist das eine Arbeit für Fachleute.

Balkenlage: Erübrigt sich wenn man den Fussboden im EG etwas absenken kann.

Tragende Wand: Ich würde die Ständer stehen lassen, aber die Gefache öffnen. So wird der Raum geöffnet, ist aber gleichzeitig doch gegliedert, was bei immer noch bescheidener Raumhöhe wahrscheinlich schöner ist.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Statiker und Architekten...





Guten morgen,

@ Zimmerei Schobig:

Der Anschluss über Balkenschuhe kam mir natürlich auch schon in den Sinn. Raumgewinn wäre bei ca 20 cm " Deckenbalken Sichtbar". Lichte Raumhöhe lege dann zwischen 220 - 225 cm, welche dann schon ok wäre. Der Aufwand wäre vermutlich der Selbe.

@ yogumon:

Der Charakter geht wohl flöhten, das stimmt...

Jedoch habe ich mit dem Objekt ein sehr guten "schnapper" gemacht. Das Haus hat den Charm vor 25 jahren verloren als der Anbau dort gemacht wurde, siehe Foto.

Eine hinterlüftete Holzfassade kam auch in betracht aber passt weder ins Bild von der Wohngegend und der Pflegeaufwand ist mir zu hoch.

Anheben des Hauses ist leider nicht möglich da es sich um ein Zweifamilienhaus handelt " siehe Foto"





Zur Dämmung im Dachbereich:

Die Bauder Pir Plus für meine Meinung die Perfekte Dämmung im Dachbereich. "U-Wert: 0,14 W/(m2k" bei 160mm Dämmung. Hinzu kommt die einfache Verlegung durch Nut und Feder sowie die Wasserdichtigkeit. Eine Zwischendämmung wäre aufwendig da es sich um Kehlbalkendach handelt und die Sparrenstärke bei ... 6 / 10? Max liegt "Rundehölzer"... liegt.

Im Teil vom Fachwerkhaus werde ich den Dachstuhl neu richten und gleichzeitig Pfetten einziehen damit ich dort eine Gaube bauen kann zur Hofseite ( Dachboden ausbaue). Den anderen Teil vom Dach werde ich die Sparrem mit Bohlen verstärken. Dadurch bietet sich die Bauder an.

Für Lösungsansätze bin ich natürlich trotzdem offen.



Bauder PIR



Hallo Arno,

wie willst Du die Dampfsperre an den Giebeln und an der Traufwand anschließen, also von der Innenseite der Wand zu Unterseite der Dämmung?

Laut Verlegeanleitung muss unter der PIR eine Dampfsperre eingebaut sein. Ein dampfdichter Anschluß der Durchdringungen (Sparren usw. ) ist nicht möglich - Schäden in der Dämmung sind vorprogrammiert.





Die Dampfbremsfolie wird auf die Sparren verlegt und die Stöße verklebt. Der Abschluß erfolgt am Ortgang direkt auf der Fassade mit der BauderCroll " Kartuschenkleber. Dieser Abschluß wird auch an der Traufe verwendet vor dem Dachüberstand.

An der Traufe wird ein 6/16 verschraubt als abschluß für die Bauder.