wandaufbau vom fachwerk beim neubauen

25.09.2010



Hallo,

ich habe das forum schon seit tagen durchsucht aber zu meinem fall keine genauren infos gefunden.

wir wollen ein neues haus bauen und davor ein Fachwerk setzen.

mein vater würde gerne die Innenwand mit Kalksandstein mauern und mit Lehmputz schickmachen von außen soll das fachwerk gesetzt und der Zwischenraum mit isofloc ausblasen sodass es eine dicke gesamt Wand entsteht. ist dieser Wandaufbau sinnvoll und ratsam?? hat jemand eine bessere lösung und Erfahrung mit isofloc???

lg

kay



wandaufbau vom fachwerk beim neubauen



Hallo Kay,
mir ist unverständlich warum das Fachwerk nur vorgesetzt werden soll. Ein 14er Fachwerk ist doch voll tragfähig. Zum Ausmauern gibt es Leichtlehmsteine zu kaufen,nach innen wird die Wand dann ca. 30 cm dick (mit Lehmmörtel vermauern). Außen Kalkputz, innen Lehmputz und Du hast eine prima Bude.
Das vorgesetzte Fachwerk kann Setzprobleme ergeben, Du hast einen mehrschichtigen Wandaufbau, bei dem es Taupunktprobleme geben kann. Eigentlich ist das Fachwerk dann nur noch Dekoration und Du könntest auch Bretter an die Außenwand dübeln.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph



wandaufbau



wir haben letztes jahr ein altes haus ca aus dem 16. jh oder 17jh stück für stück abgerissen und wollen diese alten baumaterialien wieder verwenden... also auch das alte fachwerk und die gefächer werden dann wieder mit den alten steinen ausgemauert dieses ist dann aber leider nicht tragfähig genug für das gesamte haus und daher soll es vor eine gemauerte wand gesetzt werden.... es ist denn wirklich nur zur deko kann mann sagen....

und nu ist die schwierige frage wie wir den wand Aufbau gestalten um einen guten u wert zu erreichen und mit dem Taupunkt keine probleme zu kriegen...



Altes Fachwerk



Passen denn die Geschosshöhen?
Erst mal ist es sehr selten, das es aus dem 16.-17. Jhr. noch Fachwerkbauten gibt.
Da Sie so ein Haus abreißen? konnten, kann es sich nur um ein untergeordnetes Gebäude handeln. Da waren Geschosshöhen über 2,20 m schon selten.

Kommen Sie mit der Größe und der Fläche der Fensteröffnungen klar?
Immerhin entstehen erhebliche Laibungstiefen um die 50 cm. Da werden aus den niedrigen Zimmern dunkle Höhlen.

Kommen Sie mit der Bewitterung klar?
Sichtfachwerk sollte nur dann eingesetzt werden, wenn die Wetterexposition es erlaubt. Ein stark bewitterter Westgiebel ohne genügend Dachüberstand, eine abgeschattete Nordseite, Gegenden mit viel Regen und Sturm wie in Mittelgebirgslagen sind für Sichtfachwerk nicht geeignet. Schon gar nicht wenn der Trocknungseffekt durch Wärmeleitung von innen wegfällt.
Kondenswasserbildungen an der Innenseite des vorgestellten Fachwerks sind möglich, wenn die innere Gebäudehülle nicht 100%ig dicht ist.
Bei einer monolithischen Innenhülle z.B. aus Porenbeton ist eine dichte Hülle möglich. Allerdings sind alle Durchdringungen wie Fenster und Türen gefährdete Schwachstellen.
Kalksandstein als innere Gebäudehülle besitzt so gut wie keine Wärmedämmung, daher halte ich Porenbeton für geeigneter.
Die Dämmung durch Isofloc im Wandzwischenraum halte ich für falsch.
Die Dämmwirkung von ein paar cm ist begrenzt, dafür ist das Material der Feuchte ausgesetzt, da die Sichtfachwerkwand nicht schlagregensicher ist. Ein freier Luftspalt zur Innenwand wäre sicherer. Außerdem ist so eine lose Schüttung sehr wartungsunfreundlich. Bei Fachwerk muß man damit rechnen, das ab und an Bauteile ausgetauscht oder repariert werden müssen. Wenn man dann z.B. einen angefaulten Stiel austauschen will, rieselt einem die ganze Schüttung entgegen.

Zum Schluß noch eins:
da es sich hier um einen Neubau handelt, sind Sie an die Vorgaben der LBO und der EnEv gebunden.
Von dem finanziellen Mehraufwand, die Ihr Vorhaben kosten wird, will ich gar nicht erst anfangen.
Warum bauen Sie nicht ein modernes zeitgemäßes Haus und setzen gezielt dabei einige Materialien und Elemente des alten Abbruchhauses mit ein, statt eine Potemkin`sche Qualsymbiose zu versuchen?

Viele Grüße



wandaufbau



mit der bewitterung und allem kommen wir schon klar , wir wohnen in nvp in der nähe der ostsee.

ja die fläche passt und die fenster größeen auch...

ich halte von isofloc auch nichts hab aber keine erfahrung damit und bei unserem bauprojekt ist eh eine schwierige sache....

aber kann mir jemand denn einen alternativen vorschlag zum wandaufbau geben????

ich wollte eigentlich kalksamndstein mauern darauf eine mineralschaumplatte als dämmung setzten und denn einen luftspalt lassen und davor das fachwerk stellen... sodass die Feuchtigkeit durch die luft abtrocknet...
aber mein vater hat auf einer messe dieses isofloc aufgegabelt und die haben ihm wohl gesagt das man sein bauprojekt so dämmen kann...

und suchen wir rat ...



Wandaufbau



Den Rat den Sie suchen kann Ihnen nur ein Planer/Architekt vor Ort erteilen.
Suchen Sie sich jemand, dann können Sie im Rahmen der Vorplanung solche Details mit ihm besprechen.
Die Auslegung eines Bauteiles wie die Außenwand ist von vielen Faktoren abhängig; ohne eine ganzheitliche Betrachtung kommt man da nicht weiter. So spielt z.B. die Wahl des Heizungs- und Wärmeübertragungssytems eine Rolle, die Lage auf dem Grundstück, die Dachform...
Die metereologischen Gegebenheiten können Sie nicht so einfach vom Tisch wischen.

Meine generelle Meinung zu Ihrem Vorhaben kemnnen Sie bereits.
Ein Haus baut man nicht, indem man sich von sonstwo irgendwelche Details zusammenstückelt. Da ein Wandaufbau von der Messe, da ein Erkerchen aus einer Immobilienzeitschrift, da so eine schöne alte Tür wie im Nachbarort... Da fehlt nur noch das Elchgeweih vom kanadischen Blockhaus und ein paar Jodelarchitektur-Versatzstücke vom letzten Tirolurlaub.

Viele Grüße



Wandaufbau



Sorry, ich kanns mir nicht verkneifen auf der einfachen Lösung rumzureiten.Hat es seine Gründe warum Du glaubst die alten Balken wären statisch nicht belastbar?
Erfahrungsgemäß sind bei altem Fachwerk die Schwellen weggerottet und desgleichen die Stiele.Es gibt aber nix was nicht reparabel oder ersetzbar wäre. Diese Arbeit muss aber auch gemacht werden wenn Du das Fachwerk nur als Atrappe nimmst. Aber wenn sie gemacht wurde ist das Fachwerk auch wieder belastbar. Oder willst Du Dir das Innenfachwerk sparen?
Was eventuell gegen eine Ausfachung (und Aufdopplung nach innen) sprechen könnte, wäre ein Nichterreichen der aktuell geltenden Dämmnormen.
Da Du in NVP in der Nähe der Ostsee wohnst: In Krummenhagen bei Stralsund gibt es einen Betrieb der Lehmprodukte herstellt und vertreibt. Im gleichen Gebäude hat ein Bauingenieur sein Büro der Erfahrung mit Lehmbau, Fachwerk, aber auch mit konventionellem Bauen hat. Beide sind Mitglied bei Fachwerk.de.
Ich bin mir sicher dass sich da eine persönliche Beratung rentieren würde.
Von Cellulosedämmung halte ich von allen Dämmmaterialien am meisten. Es geht in alle Fugen, kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben,hat in der Regel noch Borsalz oder ähnliche Beimischungen die das Holz imprägnieren und dem Ungeziefer (Ratten und Mäuse) brennende Augen macht. Warum hat das bei Dir keinen guten Ruf?
Fall Du Dich mal bei Besitzern von Fachwerkhäusern mit Lehmwänden ( in NVP an der Ostsee) über ihre Erfahrungen erkundigen willst, könnte ich vermitteln.
Zwei Fachwerkhäuser sind mir bekannt bei denen verschiedene Baumaterialien eingesetzt wurden. Das eine ist bei Velgast (westlich von Stralsund)die Besitzer sind auch Mitglied bei Fachwerk. de, das andere bei Loitz in richtung Demmin.
Witterung:In NVP gibts traditionell Fachwerkhäuser mit Lehmausfachungen oder ausgemauert. Da habe ich gar keine Bedenken.
Ralph

Wenn Fachwerk nur als Attrappe dann gefällt mir die Porotonlösung eher als was anderes.