Eingesägter Eichenstamm als Alternative für Deckenbalken?

17.11.2015 Kai Gl.



Moin allerseits,

Ich habe schon viel herumgelesen in diesem Forum, und dabei viele nützliche Informationen gefunden.

Ich bewohne ein ziemlich normales Zweiständerhaus, es gibt also zwei in Längsrichtung verlaufende Ständerreihen mit quer darauf eine Balkenlage, die den Dachboden trägt. Die Ausnahme ist der frühere Wohnbereich, hier verlaufen die Deckenbalken vom Zwischenboden (bei uns Hiele genannt) parallel zur Ständerreihe, und zwar vom Giebel zu einer Innenwand. Ist logisch, weil die Wände eh da sind und die Balken mit ca. dreienhalb Meter Überspannung erheblich billiger sind als die Querbalken (Überspannung 6 Meter, Gesamtlänge 8 Meter, Querschnitt ca 280 x 230 mm).

Mein Vorhaben ist nun, besagte Innenwand vollständig zu entfernen. Dasselbe gilt für die Hiele, der Dachboden soll also durch das ganze Haus hindurch auf einer Höhe verlaufen. Folglich können die kurze Deckenbalken sich nicht mehr auf der Innenwand abstützen. Deshalb soll in diesem Bereich die Balkenlage quer zu den Ständerreihen mit zwei Balken ergänzt werden. Die genaue Dimensionierung ist eine Frage für den Statiker, aber ich nehme an, dass die Balken mit vergleichbaren Dimensionen als die schon existierenden gefordert werden.

Problem: Eichenbalken (Gesamtlänge 8 Meter, Querschnitt ca 280 x 230 mm, zweiseitig eingesägt) sind schwer zu bekommen. Die Kombination von Länge und Querschnitt ist das Problem. Kantholz passt optisch nicht, weil die Balken zusammen mit den existierenden sichtbar bleiben. Altes Fachwerkholz gibt es in den Dimensionen kaum, hat oft Einstiche an kritischen Stellen, und kostet zudem ein kleines Vermögen. Nun kam die Idee, zwei Eichenstämme zweiseitig einsägen zu lassen und diese (natürlich entrindet) zu verwenden.

Nun zur 1. Frage: Muss das Splintholz entfernt werden? Der Balken wird sich im beheiztem Wohnraum befinden.

2. Frage: Wie lange abgelagert sollte das Holz sein (oder auch, wie trocken)? Für Eiche wird ein maximales Schwindmaß von 0,4 Prozent in Längsrichtung angegeben, bei einer Gesamtlänge von 8 Meter wären das 32 Milimeter. Ist das von der Konstruktion zu verkraften bzw. durch die Ausbildung der Verbindungen aufzufangen?

Schon mal dankeschön,

Kai



Eichenbalken



Ein Foto oder zumindest eine Zeichnung wären günstig.

Splint und Rinde muß bei Eiche immer entfernt werden, da sich darunter Schädlinge/Insekten befinden, die auch andere hölzer befallen könnten.

Worin besteht der Unterschied bei zweiseitigem Einsägen zu einem Balken? Außer dass 2 Schnitte gespart werden, was nicht wesentlich sein wird.
Balken in der Größe werden ohnehin nur nach Bestellung eingesägt.
Das Längenschwindmaß ist zu vernachlässigen- wesentlicher ist die stattfindende Setzung der aufgelegten Deckenbalken- sofern ich das richtig verstanden habe.
Entweder hat das Sägewerk einen mehrere jahre abgelagerten Stamm oder der wird in der Trockenkammer getrocknet oder du planst die Setzung ein, wenn er im eingebauten Zustand bei dir nachtrocknet.

Andreas Teich





Danke Andreas.

Schädlingen hatte ich vergessen zu erwähnen. Also kein Splint.

Der Grund für das nur zweiseitige Einsägen ist die, dass die übrige Balken auch nur zweiseitig Eingesägt sind. Optischer Angleich also. Von oben sehen die aus wie besoffene Regenwürmer, nur oben und unten (teilweise) sind sie flach.

Ja, Du hast Recht mit den aufgelegten Deckenbalken, die werden auf diese Querbalken aufgelegt. Siehe auch das angehängte Bild. Es geht um die rote (Quer-)Balken.

Wenn ich da von fasergesättigte Eiche 25% auf eine Holzfeuchte 12 % rechne, kommen da an Schwund so 10 mm für die Länge und 8 mm für die Höhe zusammen. In der Länge wird das dann wohl kein Problem sein, die Höhe ist da in der Tat nicht zu vernachlässigen.

Da werde ich mich mal bei de Sägewerken umhören. Vielen Dank für die Infos.

Gruss, Kai