Eichenbalken / Wasser in Schwindrisse

26.08.2020 Simon

Eichenbalken / Wasser in Schwindrisse

Hallo Experten,

Ich musste heute an unserer Remise feststellen, dass auf der Wetterseite soviel Feuchtigkeit durch Schwindrisse eindringt, dass innen die Balken feucht sind (die Wände sind innen nicht verschalt)
Ich befürchte, dass wir das selbe Problem am Haus haben.
Wir hatten einen Zimmerer zur Begehung da (ehrlich gesagt, hatten wir insgesamt drei Zimmerleute und eine Architektin da) und dieser meinte, dass die Risse nicht ausgespant werden müssen. (obwohl horizontal)
Er hatte bei optischem Missfallen vorgeschlagen Epoxidharz zu verwenden... Ein andermal sollten wir Compriband einlegen...
Ich habe nun ein wenig zu dem Thema gelesen und war bis heute der Meinung, "am besten erstmal alles so lassen wie es ist (ablüften).
Weiterhin habe ich das Bedürfnis, das Holz vor weiterer Feuchtigkeit zu schützen. Durch die Risse gelangt Wasser ins Balkeninnere...
Eine laienhafte Überlegung, war Spritzkork, oder das Ganze mit Leinölfirnis auszuspritzen.

Ehrlich gesagt, hätte ich gerne eine Einschätzung ob das jetzt wirklich so bleiben kann, oder nicht.

Vielen Dank und Grüße
Simon

Das Foto zeigt die Remise



Foto vom Haus


Foto vom Haus

...



Balkenrisse



ist das ein neuerer Bau? Was für eine Farbe ist auf den Balken? Es wäre zu überlegen, ob eine Verschalung der Wetterseite besser wäre, das war früher oft der Fall. Ansonsten wird rechts neben dem Beitrag unter schon gelesen vielleicht ein Link erscheinen, in dem in einem früheren Beitrag eine Vorgehensweise von Herrn Böhme beschrieben wird. Ausspänen halte ich bei größeren Rissen für das Mittel der Wahl.



Baujahr 2005



Danke für die Antwort.
Das Baujahr ist 2005. Wir haben das Haus im letzten Jahr gekauft.
Daher habe ich leider keine Ahnung welche Farbe auf den Balken ist, aber vermutlich keine diffusionsoffene Farbe.
Wir haben uns vorgenommen nächstes Jahr neu zu streichen, da die Farbe auch schon halb runter ist und überlegen sie vorher komplett zu entfernen.
Eine Schalung wäre optisch ziemlich mies, aber wenn es das Haus schützt, ziehen wir das wohl in Erwägung.
Leider finde ich hier keinen Zimmermann der Ausspanen will (oder kann?). Die schlimmsten Risse sind zum Glück in der Remise. Allerdings ist das Holz insgesamt sehr geschwungen. Wir haben auch große Fugen zwischen Balken und Gefache.
Zum Teil wurde schon Kompriband eingelegt.
Da sagt auch jeder etwas anderes...

Im Haus selbst ist alles trocken, aber wie es in den Balken aussieht kann ich natürlich nicht sagen. Vermutlich feucht... wie lange hält so ein Eichenbalken das überhaupt aus?

Den erwähnten Beitrag habe ich bisher leider nicht finden können.
Besteht die Möglichkeit einen Link zu senden?



Beiträge



wenn Du meinen Beitrag jetzt liest, wendest Du einfach Deinen Blick in den Kasten rechts neben dem Beitrag, etwas nach oben rollen, unter dem Werbebildchen: Schon gelesen ? Dort an 2. STelle : Schwindrisse in Balkensichtigen Ständerwerk
Normalerweise trocknet das Holz auch wieder aus, wenn es denn der Anstrich zuläßt. Ausspänen ist nicht so schwer, dass kann man auch lernen. Die Zimmermänner machen das nicht so gern - arbeitsintensiv und deshalb nicht billig, solche Angebote werden meist nicht bezuschlagt. Sicher gibt es Videos dazu, ansonsten kann ich Dir versuchen zu erklären, wie es geht. Das die Verschalung nicht der Hit ist, ist der komische Mode geschuldet, konstruktive Details eines Bauwerkes sichtbar zu machen, die eigentlich in der Regel früher geschützt worden sind, außer bei Repräsentationsbauten mit Balkenschnitzereien vielleicht.



Hallo



Wenn ich mir die paar Fotos ansehe, denke ich, dass die Schwundrisse des Balkens die kleinste Gefahr ist … 
Wissen Sie WARUM das Haus verkauft wurde?

Neben der Farbe der Balken ist das Foto mit den Gefachen für mich alarmierend … denn ich glaube da liegt die ganze Konstruktion im Argen … und bevor Sie da was zuspitzen oder verstopfen oder verschalen, sollten Sie der "Krankheit" auf den Grund gehen … 

Nicht nur das Wasser von aussen ist ein Feind der Holzkonstruktion, sondern die doofe Bauphysik, die nie das macht und will, was der Hausverkäufer will und auch nicht dem momentanen Hausbesitzer alles recht macht.

Da liegt m.E. der Hund begraben … 

Lassen Sie sich das mal wirklich "untersuchen" von einem Fachmann mit Sachverstand (nicht unbedingt die mit den meisten Diplomen und Zertifikaten der Bauindustrie)

Der kann das denke ich überblicken und die richtigen Ratschläge geben … 

Zur Beurteilung braucht man mehr als ein paar Fotos … kennen sie den gesamten Aufbau? … und die wirklichen Details … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Florian Kurz - ganz meine Meinung



Ich gebe Florian Kurz vollständig recht.
Auf den Punkt gebracht - das funktioniert aus vielen Gründen nicht dauerhaft.
- Zimmermannsarbeiten - lieblos und nicht fachgerecht (Schwellholz schlecht ausgewählt und falschrum)
- Lage der Schwelle auf dem Sockel & Sockelausführung
- Ausmauerung
- Knotenpunkte und Ausführung
- Farbbeschichtung
- usw.

Wir sehen nur einen kleinen Teil des Gebäudes, diese geben aber schon Anlass zum zweifeln. Lassen sie mal einen Fachmann drüber schauen - ich weiss sind schwer zu finden.
Trotzdem viel Glück - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land



Experte vor Ort



irgendwie ist die erste Version dieser Antwort verloren gegangen, daher in Kürze:

TT Bau hat das Haus als Musterhaus gebaut und es verblieb bis zum letzten Jahr bei der Frau des Firmeneigners.
https://www.tt-bau.de

Die Architektin vor Ort war zuvor angestellt für Denkmalpflege in Leipzig. Ich traue ihr grundsätzlich eine Menge zu.
Sie hat die Statik Unterlagen durchgesehen und fand alles soweit gut.

Fachlich kann ich keine weiteren Auskünfte geben. Ich habe schlicht keine Ahnung.

Wenn jemand einen Experten vor Ort (Raum Wesermarsch) kennt und mir Kontaktinformationen zukommen lassen kann, wäre ich sehr dankbar.
Denn wir haben, wie gesagt, bereits diverse Leute zur Begehung hier gehabt und ich kann letztendlich auch deren Expertise nicht beurteilen.

Insgesamt bedanke ich mich für die Mühe und die Antworten.
Grüße Simon




Feuchtigkeit-Webinar Auszug


Zu den Webinaren