Durch Mauerwerk durchgehenden Balken wie abdichten?

26.03.2021 jmEgon

Durch Mauerwerk durchgehenden Balken wie abdichten?

Hallo zusammen,

Wir sind gerade an der Teilsanierung (1. Stock) unseres Elternhauses, der Baujahr um 1900.

Im Zuge der Sanierung der Holzbalkendecke ist uns aufgefallen, dass ein Balkenkopf im Mauerwerk verfault ist. Dabei handelt es sich um einen, der früher durchs Mauerwerk durchgeführt wurde, da es einen kleinen Balkon gab. Über diesen Balken befand sich die Tür.

Auf Anraten des Statikers wurde der Balken seitlich durch einen zusätzlichen, verschraubten und im Mauerwerk aufliegenden verstärkt.

An der Stelle der Tür wurde ein Fenster eingesetzt und der Rest gemauert. Die Mauer sitzt auf einem Brett und nicht direkt auf dem Balken, dazwischen ist ein Luftspalt, durch den Zugluft zu spüren ist.

Das Fenster soll weg und die Mauer vollständig geschlossen werden, bevor der Verputzer kommt.

Nun stellt sich die Frage, wie wir verhindern, dass in Zukunft Feuchtigkeit eintritt (Schlagregenschutz besteht, da die Außenfassade abgehängt ist).

Die Tipps von einem Maurer waren: mit Pu-Schaum ausschäumen oder Wolle reinstopfen, von einem Verputzer: Fugen mit Beton verschließen.
Beides Varianten, mit denen ich Bauchschmerzen habe, oder seht ihr das anders?

Es gibt keine Innedämmung. Naiv gedacht, wäre ein Abdichten ringsherum mit 3in1 Kompriband eine Lösung? Dann kommt keine warme Luft vom Raum durchs Mauerwerk und es ist innen dichter als außen. Oder müssen da aufwändigere Lösungen her?

Zur Ergänzung: auf den Dielenboden kommen Holzfasermatten zur Schalldämmung, darauf schwimmender Trockenestrich und dann der Bodenbelag, vrs. Vinylboden.

Die Außenfassade außen soll ggf in den nächsten 10 Jahren erneuert werden.

Ich hoffe ich finde ein paar hilfreiche Tipps, vielen Dank im Voraus. Ein paar Bilder sind beigefügt.

Viele Grüße

Jonas Müller



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Hier noch ein weiteres Bild



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Und hier nochmal eins



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Zur Ergänzung



Kalkputz



Mein Restaurator hat reinen Kalkputz an Fehlstellen am Balken vorgeschlagen. Die Ausgleichsfeuchte von Kalkputz ist niedriger als die von Holz und so kann der Balken austrocknen.

Bauschaum, Silikon oder Zementmörtel sind für solche Aufgaben kaum geeignet. Entsprechende Folgeschäden lassen sich im Internet leicht finden. Bei mir hatten sie einen Riss in einen Eichenbalken mit Silikon abgedichtet und den Zementputz vom Sockel an der Schwelle etwas höher gezogen. Damit verfaulte eine mehr als 400 Jahre alte Eichenschwelle in wenigen Jahre an den Enden :-(



Stopfhanf



Wenn man einen Spalt zwischen zwei Hölzer (oben Brett, unten Balken) "starr", d. h. mit Beton, Mörtel, Putz, o. ä., ausstopft, hat man innerhalb kürzester Zeit wieder einen Riss, da Holz arbeitet.
Solche Spalten/Fugen sollte man mit elastisch bleibendem Material ausstopfen.
Ein Kompriband kann man nehmen, hat aber das Porblem es in den Spalt reinzukriegen bevor es aufgequollen ist.
Ich mache sowas mit Stopfhanf. Den kann man sehr tief in solche Spalte rein schieben und darin auch gut verdichten. Stopfhanf ist eine extrem robuste Faser, die viel widerstandsfähiger als Holz ist. Von daher ist auch eine dauerhafte Abdichtung gegeben.



Danke!



Vielen Dank für die hilfreichen Tipps.
In der nächsten Woche kommt noch ein Zimmerer, der auch noch zwei weitere "Problemstellen" anschauen soll.
Dann werde ich mal die Vorschläge einbringen und die Ausführungsdetails vor Ort besprechen.
Aber das klingt ja schon mal gut machbar.

Viele Grüße




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