Drainage trotz Pumpensumpf

09.11.2009


Guten Tag,
mein Fachwerkhaus mit Bruchsteinkeller hat am Boden der Kellerwände eine Rinne, in der sich Wasser sammelt und von dort in einen Pumpensumpf geleitet wird. Nun haben wir im Zimmer darüber Feuchtigkeit, die Kellerwände sind aber nur oberflächlich leicht feucht, haben wenig Ausblühungen. Ein Gutachter empfiehlt eine Drainage. Bringt dies überhaupt etwas, ist die Wasserrinne nicht im Prinzip schon eine Drainage? Wer hat Erfahrungen dazu? Von außen ist bis an die Kellerwände mit Verbundsteinen gepflastert, dürfte die Feuchte nicht eher durch Oberflächenwasser kommen?
Danke für eine Antwort.



bitte genauer beschreiben



"Nun haben wir im Zimmer darüber Feuchtigkeit"

Du schreibst zwar, daß Ihr ein Fachwerhaus habt, aber betrifft die Nässe schon das Fachwerk im EG oder ist das massiv aus Bruchstein oder Ziegel ?

Wie macht sich die Feuchtigkeit bemerkbar ?

Fotos vom Haus ?



Drainage trotz Pumpensumpf



Danke für die Nachfrage. Das EG hat Fachwerk. Die Feuchte ist an einer Außenwand bis auf ca. 1 Meter Höhe von außen in den Balken (6 % Holzfeuchte), vor allem aber in den Holzdielen des Fußbodens (auch bis 6 % entlang der Außenwände), in einer Zimmerecke leider wegen unsachgemäßer Abdichtung der Dielen (Metallplatte auf Dielen) bis zur Durchfeuchtung der Dielen.
Viele Grüße



feuchter Keller



Hallo Wolfgang,
einen komischen "Gutachter" hast Du Dir da geholt.

Falls Du sein Honorar noch nicht bezahlt hast- schreib ihm erst eine Mängelanzeige und bitte ihn um Nachbesserung seines Gutachtens, da folgende Zweifel an seiner (gutachterlichen) Aussage vorliegen:
1. Er möge den kausalen Zusammenhang zwischen der fehlenden Dränung und der angeblichen Durchfeuchtung der Außenwand darlegen.
2. Er möge andere Ursachen der Durchfeuchtung an der Außenwand (Schlagregen, Spritzwasser...) ausschließen.
3. Er möge beweisen, das eine Bauteilfeuchte von 5 bzw. 6% bei Holz nicht den Regeln der Technik entspricht und zu Schäden führen kann.
4. Er möge darlegen, das seine vorgeschlagene Sanierung die effektivste und billigste ist.

Falls sein Honorar schon bezahlt ist, schick sie ihm trotzdem mit der Bitte um Stellungnahme und Nachbesserung seines Gutachtens.
Falls er nicht reagiert, beschwere Dich bei der Zulassungsstelle, die ihn zum Gutachter ernannt hat.

Falls er weder bestallt noch ernannt noch zertifiziert ist und nicht auf Deine Mängelanzeige reagiert, kannst Du ihn wegen Urkundenfälschung und Führen eines unzulässigen Titels verklagen.

Viele Grüße





Hallo Herr Bader,

vielleicht können Sie ein paar Bilder vom betroffenen Bereich (Innen und außen(Sockel), Rinne und Pumpensumpf, Kellerdecke, Metallplatte) einstellen), das hilft oft weiter.

Aus welchen Materialien sind
- Kellerboden, Rinne, Pumpensumpf
- Aufbau der Kellerdecke
- Fußbodenaufbau darüber
- Bodenbeschaffenheit
- Ist der Keller belüftet und wie wird er zur Zeit genutzt?

Ich mutmaße, dass der sog. Gutachter die Drainarbeiten auch selbst anbietet? Die Aussagen erscheinen tatsächlich unvollständig, eine Klage wegen Urkundenfälschung bzw. führen eines unzulässigen Titels würde ich aber als erfolglos einstufen – doch dass wissen Sie möglicherweise besser als wir alle zusammen :-))

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Drainage



Hallo,

Gutachter oder Sachverständiger ist immer noch eine Selbstbezichtigung und keine geschützte Berufsbezeichnung, anders als Architekt z.B. :-)
Ja, und das Gerede von der Drainage: Sie haben völlig recht, stellen Sie ihm die von Gerorg Böttcher empfohlenen Fragen.

Grüße vom Niederrhein



Drainage trotz Pumpensumpf



Hallo zusammen und danke für die bisherigen Beiträge. Der Gutachter wurde beim Erwerb des Hauses von beiden Seiten bezahlt. Telefonisch teilte er mir mit, er würde auf eine Drainage zunächst verzichten und abwarten, ob es nach einer Sanierung wieder Feuchteprobleme gäbe. Unser Bauhandwerker empfiehlt lediglich eine Erneuerung des Putzes auf dem Sockel und eine bessere Ableitung von Oberflächenwasser. Die Bilder zeigen die betroffene Ecke von außen, im Keller und im Wohnraum darüber. Der Schaden am Holz des Wohnraums ist auf ca. 1qm begrenzt, hier war es unter einer Metallplatte sehr nass, dort hat sich lokal auch ein Kellerschwamm aufgesetzt. Wegen des Kellerschwamms liegt mir an einer deutlichen Trocknung, notfalls durch Drainage, aber wie gesagt, der Keller ist nicht sehr feucht. Ich danke für jeden Tipp.



Drainage trotz Pumpensumpf



2.Bild



Drainage trotz Pumpensumpf



3. Bild



Drainage trotz Pumpensumpf



Gerne mache ich noch ein paar Angaben zur Bausubstanz: Kellerboden ist aus Beton, Rinne liegt am Rand der Kellerwände quasi im "Dreck", Pumpensumpf ist mit Bruchstein gemauert, wirkt im oberen Bereich sehr trocken, Decke ist preußisches Gewölbe mit Stahlträgern, ich vermute verputzten Bruchstein, darüber liegen Holzbalken für den Dielenboden, dazwischen eine Schüttung aus Geröll und andern Massen, der Keller ist nur mit zwei Fenstern gelüftet, Feuchte liegt in der Regel um 85 %. Schöne Grüße an alle Leser von Wolfgang.



Feuchter Keller



Hallo Wolfgang,
das ist ja schon mal interessant, das der Gutachter plötzlich nicht mehr auf der Dränung besteht.
Mit dieser Aussage können Sie besser leben, eine Dränung einzubauen ist ein teurer Spass. So was sollte man nur machen, wenn es wirklich erforderlich ist.
Ihr Keller ist so trocken wie ein Keller sein sollte, die Sicherung mit dem Pumpensumpf ist ausreichend.

Das Foto von der Gebäudeecke sieht ernst aus.
Hier ist Oberflächenwasser in unterirdische Hohlräume gelaufen und hat Bodenteilchen ausgewaschen. Das sieht aus wie ein undichtes Entwässerungsrohr, ein altes, offenes Standrohr von der Dachentwässerung oder eine fehlerhaft gebaute Dränung.
Da keine Dränung vorliegt, muß dort unten etwas sein, das Wasser, Sand und Kies fortspülen kann.
Ich habe auch schon unterirdische Rattengänge gesehen, die von Entwässerungsleitungen ausgingen und wie Saugleitungen einer Dränung wirkten.
Ich empfehle Ihnen, dort eine Suchschachtung zu starten, vielleicht können Sie uns ja über den Befund informieren.
Eigentlich hätte der Gutachter dieser Sache schon auf den Grund gehen müssen.

Unabhängig davon muß das Gelände ums Haus so profiliert werden, das kein Wasser ans Haus heranlaufen kann.

Die Feuchtespuren unter dem Blech sind typisch für diffusionsdicht abgedeckte Dielung. Mit einer fehlenden Dränung hat dies nichts zu tun.
Hier sollten Sie über eine Erneuerung des Erdgeschossfußbodens nachdenken.

Den Sockelbereich neu zu gestalten ist ein guter Tipp gewesen,leider kam der auch nicht von Ihrem Gutachter.
Vor allem dieser Vorsprung unmittelbar unter der Grundschwelle ist ein kritischer Punkt.
Hier schlage ich vor, zur Untersuchung einen Teil der Grundschwelle, die anscheinend ein paar cm eingemauert ist, freizulegen- eigentlich auch eine Sache Ihres Gutachters.
Ich hoffe, das keine allzugroßen Schäden zum Vorschein kommen.
Das mindeste, was man dann tun sollte ist die Schräge deutlich stärker anzufasen, damit kein Spritzwasser und vor allem kein Schnee auf dem Sockel Schaden am Holz anrichten kann.
Das dann der Sockelputz neu aufgebaut werden muß und mindestens 30 cm unterhalb des Geländes geführt werden sollte, ist wohl klar.


Viele Grüße



Drainage trotz Pumpensumpf



Zunächst danke ich herzlich für die guten Auskünfte zur Sache. Den Putz lassen wir aufbauen, die Balken prüfen und den Fußboden erneuern, wird aber noch etwas dauern.
Inzwischen habe ich bemerkt, dass es unerhalb des Dielenbodens eine direkte Verbindung zum Bruchsteinkeller gibt, über die ein Luftaustausch erfolgt (hier ist ein schuhkartongroßes Loch im Schacht des Kellerfensters nach oben unter den Dielenboden vorhanden, ist vom Keller aus nicht leicht einzusehen). Meine Frage: Kann die Feuchtigkeit unter dem Dielenboden auch aus dem Keller gekommen sein, dort ist im Sommer hohe Feuchte, die sich evtl. in der kältesten Zimmerecke unter dem Boden gesammelt haben könnte. Oder ist eine Lüftung zum Keller nicht unüblich?
Danke für eine Auskunft sagt Wolfgang Bader



Durchaus möglich,



das die Luftfeuchtigkeit aus dem Keller über diesen Weg an den Außenwänden, wenn diese etwas kälter sind als die Raumluft im Keller, dort kondensiert.