Dielenboden auf Kellerdecke

03.06.2010 ihoffmann



Hallo,

Mein Haus ist ca. Baujahr 1930. der Anbau in welchem sich die Küche befindet ist unterkellert (Betondecke) und leider recht feucht. Darüber befindet sich eine etwa 30-60cm hohe Kiesschicht, danach folgt ein Balkengerüst, Dielenbretter und oben drauf Verlegeplatten. Nach aufnehmen des alten Belages (PVC) fielen mit riesige „Gammellöcher“(Wurmfraß durch Dielen und Verlegeplatten) auf.

Meine Idee ist nun: Kiesschicht aus und mit einer art Dämmung /Schüttung auffüllen, PE-Folie auf Balkenkonstruktion und 22er Verlegeplatte. ?!?!



Fußbodenaufbau



Hallo Ivo,
die Feuchtigkeit kommt nicht von unten, sondern von oben.
Hohe Luftfeuchte in der Küche, Planschwasser, ein relativ kühler Hohlraum unter der Dielung- das alles begünstigt Kondenswasser, das an der Unterseite der Dielung, am Konstruktionsholz und an der Schüttung kondensiert.
Die warme Küchenluft gelangt durch die Pumpwirkung beim Laufen über Ritzen im Randbereich unter die Dielung. Die mit Feuchte gesättigte Luft im Hohlraum führt zu hohen Holzfeuchten, zusammen mit der Dunkelheit und dem nahezu zugfreien Hohlraum sind das ideale Bedingungen zum Wachstum von Pilzen und Bakterien.
Abhilfe schafft hier der Einbau eines gedämmten, hohlraumfreien Fußbodenaufbaues, entweder als Dielung oder massiv als Estrich.

Viele Grüße



@Georg,



dass die Raumfeuchte am Boden kondensiert, kenn ich nur aus alten Bädern im EG, wo man immer feudeln musste auch wenn man nicht rumgeplanscht hat.....aber durch PVC durch?

Will mir nicht so ganz in den Kopp...

Gruss, Boris



Fußbodenaufbau



Nicht durch das PVC, sondern am PVC vorbei.
An den Wänden wo der Belag endet befinden sich Lücken, hier kann warme Raumluft durch die Pumpwirkung unter die Dielung gelangen.
Der dichte PVC- Belag auf der federnden Dielung wirkt wie eine Membranpumpe, Zu- und Ablauf erfolgen über die Ritzen an den Wänden.
Bei normaler Dielung macht das nicht so viel aus, da über die Holzoberfläche und die Dielenritzen das Holz abtrocknen kann, die vielen Dielenritzen mindern den Druckunterschied und damit den Pumpeffekt.
Unter dem PVC nicht.
Die Pumpwirkung fördert warme Luft nach unten und abgekühlte, abgetrocknete Luft wieder nach oben.
Die überschüssige Feuchte bleibt unten und akkumuliert sich.
Das beiliegende Bild zeigt die typischen Muster an der Dielung, die dann auftreten: sich konkav aufwölbende Bretter, da die Unterseite durch die Feuchtigkeit quillt und sich ausdehnt.
Bei einer Durchfeuchtung von oben wölben sich auch die Dielen konvex nach oben.

Viele Grüße



Ein bewährter Aufbau...



wäre ein dämmender Leichbeton (ca. 10cm), Dichtungsbahn, 5cm Holzweichfaserplatte mit zwischenliegenden Lagerhölzern, Dielung geölt.

Grüße

Thomas





Hallo,

hier würde ich die Schäden mehr den Verlegeplatten und dem PVC Belag zuschreiben. Diese verhindert den Feuchteausgleich derart, das es zu solchen Schäden kommen muss.
Die Richtung, in die sich die Dielen schüsseln hat weniger mit der Seite von der sie befeuchtet werden, als mehr damit zu tun auf welcher Seite der Kern liegt.
Die Dielen auf dem Bild von Herr Böttcher liegen mit der linken Seite nach oben (Kern nach unten).



Grüße aus Schönebeck



Nein,



die Richtung, nach der sich die Dielen krümmen, hat sehr wohl mit der Seite zu tun, auf der sie feuchter sind. Da, wo das Holz mehr Feuchtigkeit aufnimmt, quillt es stärker - das Brett krümmt sich, die Gegenseite des stärkeren Feuchteintrages wird hohl.

Falsch bzw. unwahrscheinlich ist auch folgende Aussage:

"Die Dielen auf dem Bild von Herr Böttcher liegen mit der linken Seite nach oben (Kern nach unten)."

Ein (ehemals) gerades Brett krümmt sich bei (allseitiger) Wasseraufnahme so, daß die Kernseite hohl wird. Die linke Seite quillt bei Wasseraufnahme stärker als die rechte Seite, weil sie weniger dicht ist und mehr Wasser aufnehmen kann. Somit liegt hier aller Wahrscheinlichkeit nach die rechte Seite oben, was bei industriell hergestellten Dielen jüngeren Datums recht oft vorkommt, die Holzausbeute der rechten Seite ist höher.

Hier überlagern sich somit 2 Effekte: ungleichmäßige Durchfeuchtung, und ungleichmäßiges Quellverhalten. Was die äußerst starke Schüsselung erklärt.

Grüße

Thomas



Falsch Herr Böhme



Die Quelle dieser Aussage würde mich doch brennend interessieren.

---“Ein (ehemals) gerades Brett krümmt sich bei (allseitiger) Wasseraufnahme so, dass die Kernseite hohl wird. Die linke Seite quillt bei Wasseraufnahme stärker als die rechte Seite, weil sie weniger dicht ist und mehr Wasser aufnehmen kann”---

Genau anders herum geschieht es Herr Böhme.


Wo weniger Holz ist kann auch nur weniger schwinden und Quellen.


Darum wird übrigens bei einer Boden- Deckenschalung das Bodenbrett mit der rechten Seite, und das Deckbrett mit der linken zur Wand montiert.
Dann schüsselt nämlich das Bodenbrett von der Wand weg, und das Deckbrett (deckelt) zu ihr hin und das obwohl beide Bretter nur von der Fassadenseite nass werden.

Konstruktiver Holzschutz!


PS.
Die Tinte ist trocken.

Grüße aus Schönebeck



Die Quelle, Herr Struve...



...ist das Holz. Legen Sie einfach 'mal ein gerades Dielenstück in's Wasser und beobachten Sie, was passiert.

Wenn Sie als Maurer ohne Meisterbrief keine Dielenreste zur Verfügung haben, ich schicke Ihnen gern ein paar Proben auf eigene Rechnung.

Grüße

Thomas





Hier haben Sie mal eine Quelle von mir:

“…Die Deckelschalungsbretter werden stets mit der Kernseite nach außen
befestigt. Bei Aufnahme von Feuchtigkeit wölben sich die Deckelbretter dann zur Wand hin…”

Ein Auszug aus diesem Link.

http://www.nibis.de/~bbsfbbt/u_hilfen/BGJ/lf6_boden_deckel.pdf

Nun beobachten Sie mal Ihre Dielen weiter.

Grüße an den Tischler ohne Meisterbrief!



Lustiges Werkheft!



Scheinbar von BONDEX gesponsort. Etwas lückenhaft, oder habe ich die Angabe der Verarbeitungsfeuchte des Holzes überlesen? "Getrocknet" bedeutet für Bauholz etwas anders als für Holz, das im Innenbereich eingesetzt wird. Wie auch immer, eine Schalung ist kein Fußboden. Wenn Sie Ihre Erkenntnisse immer auf diese Art gewinnen, ist Vorsicht geboten.

Zunächst wird die Schalung bei empfohlenen 16-18% eingebaut und, völlig richtig, mit der rechten Seite nach außen montiert. Trocknet das Holz weiter (was auf jeden Fall erfolgen kann), wird es relativ gleichmäßig (die Schalung muß gut hinterlüftet sein) auf Innen- und Außenseite trocknen - die nach innen montierte linke Seite wird sich, da weniger dichtes Holz, hohlziehen.

Wird die Schalung nun außen witterungsbedingt feucht, wird nur die rechte Seite nass, die linke wird allenfalls auf eine höhere Luftfeuchte reagieren. Was passiert? Die rechte Seite wird, weil nass, deutlich mehr quellen, als die linke, geschützte Seite. Das Brett wird somit weiter innen hohlziehen.

Das steht nun in keinem Widerspruch zu meiner obigen Darstellung bei der Dielung, nur die Bedingungen sind anders.

Und so sieht es praktisch aus: Bild 1 zeigt Dielungsreste aus Schwarzkiefer, HF um 10%, plangehobelt



Bild 2



zeigt das Seitenbrett, das mit der rechten Seite ca. 2mm hohl ist, nach 2 Tagen im Wasserbad



Bild 3



zeigt ein kernnahes Brett, das dieselbe Zeit geschwommen ist, und rund 4mm hohlgezogen ist. Das stärkere Hohlziehen erklärt sich aus den größeren Dichteunterschieden zwischen linker und rechter Seite im Vergleich zum vorhergehenden Seitenbrett.



Bild 4



zeigt ein interessantes Detail: Der äußerst harzreiche Kern der Schwarzkiefer hat bei der 2tägigen Quellung Harz aus der Fläche gepresst, kleine Tröpfchen sieht man aufliegend.

Grüße

Thomas