Dielenboden dämmen

04.10.2019 Juli.a



Wir haben ein Fachwerk von 1880 gekauft. Grundsätzlich ist es in einem guten Zustand, so dass es sich bei vielen Arbeiten eher um Schönheitsreparaturen handelt.
An mehreren Stellen beschäftigen wir uns allerdings mit Fragen zur Dämmung.

1. Zimmerdecken: Die Elektrik wurde von einem Elektro Meister komplett neu gemacht, dazu musste er teilweise mit ganzen Bündeln durch die Decke zum DG. Diese besteht aktuell von oben nach unten aus Holzdielen, einer Füllung aus Lehm und Stroh, die mit länglichen Holzstäben befestigt wurde, etwas Lehmputz mit diversen Farbaufträgen, dann eine Lattung, darauf befand sich hässliches Holzpaneel, das durch Rigibs ersetzt werden soll. Bei den Durchbrüchen des Elektrikers zum Verteilerkasten im DG wurde diese Füllung nun großzügig entfernt und man schaut direkt unter die Bodendielen. Womit verfüllt man diese Hohlräume, idealerweise von unten, bevor der Rigibs angebracht wird?
(siehe Fotos)

2. Dielenboden im EG: Das Erdgeschoss ist komplett unterkellert, etwa 1,70m Deckenhöhe. Vom Keller blickt man direkt unter die Bodendielen, die auf den Eichenbalken liegen. Es gibt keinerlei Dämmung oder Zwischendecken zwischen EG und Keller. Dreck, der im Haus anfällt, rieselt seit der Entfernung des Laminats quasi ungebremst in den Keller!
Wir möchten die Dielen gern von unten dämmen. Der Keller selbst hat einen Betonboden und eine einfache Entwässerung (früher wurde dort gebadet und das Wasser durch kleine Gräben am Rand in den Straßengraben abgeleitet) , ist nicht wirklich feucht, aber kühl und unbeheizt. Wie baut man diese Dämmung idealerweise auf? Welche Materialien sind zu empfehlen?
Es geht uns nicht vorrangig darum, dass wir unsere Heizkosten drastisch minimiert werden (ist aber auch schön!), sondern vor allem um Wohnkomfort bzgl. Zugluft und Fußkälte . Außerdem hätten wir das EG gern so "dicht", dass etwaige kurzfristige tierische Untermieter nicht auf einfachsten Wege in den Wohnraum gelangen...

3. Badezimmerdecke: Über dem Badezimmer befindet sich ein nichtausgebautes und ungedämmtes Dachgeschoss. Nach Entfernung der alten (ungedämmten) Zwischendecken schaut man aus dem EG direkt unter die Dielen des Dachbodens. Die Badezimmerdecke soll mit Feuchtraumrigibs etwa 20 cm abgehangen werden. Der Dachboden wird eventuell irgendwann ausgebaut. Wir möchten hier eine Trittschalldämmung und Dämmung idealerweise von unten anbringen. Es wäre aber auch möglich von oben einzelne Dielen zu öffnen und vom DG aus zu arbeiten. Durch die abgehängte Schicht müssen außerdem zwei Heizingsrohre zu ausgebauten Räumen im DG laufen. Was verwenden wir idealerweise und wie bauen wir das auf?

Unsere aktuellen Handwerker sind toll, aber nicht auf Fachwerk spezialisiert und können uns demnach hier nicht umfassend besonders beraten. Sie würden "normale Rohstoffe und Ausführungen" wählen.
Gern nehmen wir auch eine persönliche Beratung vor Ort (Dortmund) - bezahlen diese natürlich! und vergeben ggf. einen Auftrag für Arbeiten, die für uns selbst oder unsere handwerklich begabten Freunde und Verwandten nicht machbar sind.

Freuen uns auf Antworten!



Der alte Zustand



... muss wiederhergestellt werden. Soweit ein Zwischenboden eingefügt wurde, muss dieser auch wieder hergestellt werden. Sie vermeiden so nicht nur das Schwingen der Decke. Für den Schallschutz muss Gewicht in die Decke gebracht werden. Am besten öffnen Sie von oben die Decke und installieren den Einschub neu. Minimale Minderung bringt auch das Abhängen mit einer Gipskartondecke mit auf Gummi gelagerten Halterungen. Zur Vermeidung des Trittschalls kann der Fußbodenbelag mit entsprechender Trittschalldämmung schwimmend verlegt werden. Den Raumschall zwischen den Zimmerdecken vermeiden Sie, in dem sie alle Löscher, Bohrungen für Kabel und Rohre, etc. verschließen.

Die Kellerdecke sollte sich ein Spezialist anschauen. Es ist riskant, gerade eine Holzdecke, die ständig unter Feuchtigkeitseintrag leidet, zusätzlich mit künstlichen Materialien zu verschließen. Zwar haben Sie für wenige Jahre vielleicht etwas mehr Wärmedämmung, schnell kann aber auch hier ein Feuchtigkeitseintrag erfolgen, der schlecht abtrocknet und binneb weniger Jahre zu einem Holzschädlingsbefall führt..



Danke, weitere Infos und Fragen...



Vielen Dank für die Antwort!
Heißt "muss wieder hergestellt werden", dass wir versuchen sollten den ehemaligen Zusand nachzubauen? Das ist ein Flickwerk aus Materialien, die zur Hand waren... Stroh, Heu, Lehm, kleine Steine, Holzreste - oder kann man die Löcher mit etwas moderneren Materialien füllen? Eine Verfüllung ist auch von oben möglich, es liegen oberhalb Dielen, die noch aufgearbeitet werden. Ein zusätzliche Bodenbelag darauf ist nicht gewünscht.

Die entfernte Zwischendecke im Bad bestand nur aus Rigibs mit Plastik-Müll darauf, Rohre waren teils in Lumpen eingewickelt. Dazwischen etwa 50cm Hohlraum zu den Dielen des DG, keine Füllung oder Dämmung. Der Stallanbau ist von 1905 und kein Fachwerk. 1965 wurden da Bäder eingebaut.

Wie und wo finde ich am besten einen Spezialisten? Gibt es irgendwo eine Adressliste oder ähnliches?



Holzbalkendecke sanieren



ungeeignete Altmaterialien wie Lumpen, Plastik etc entfernen, dann einigermaßen konsistent ausflicken- zB mmit Querlatten ergänzen, Strohlem dazwischen/darüber und dann mit Dämmstoff wie zB Zellulose, Hanf, Holzfaserplatten dämmen bzw Masse einbringen, wenn bessere Schalldämmung gewünscht wird.
Wo befindet sich dein Gebäude ?
Wenns nicht zu weit ist kann ichs mir ansehen und Hinweise auf Sanierungsmöglichkeiten geben
Du kannst mir gerne eine email schreiben