Massivholzdielen von Loevi (Bauhaus)

30.03.2012



Hallo allerseits,

wir wollen in unserem Haus Dielen Verlegen lassen. Dazu haben wir bisher ein Angebot, das inkl. Verlegung etwa 78€ pro Quadratmeter kosten soll (ohne Fußleisten). Dabei handelt es sich um massive Eichendielen von 15mm Stärke in der Sortierung "markant" und in einer Breite von 130mm. Die Längen sind fallend zwischen 400mm und 1800mm. Da ein zweites Angebot noch auf sich warten lässt, wäre meine erste Frage zunächst, ob der Preis angemessen ist. Die zweite wesentlichere Frage ist, ob jemand bereits Erfahrung mit den Massivholzdielen aus dem Bauhaus-Baumarkt (Marke Loevi) gemacht hat. Diese gibt es dort in farblos geölt und in etwa gleicher Stärke, Länge, Breite und Sortierung für rd. 40€ pro m². Da wir etwa 125m² verlegen lassen wollen, wäre nun die Überlegung, ob man nicht günstiger fährt, wenn ich die Dielen z.B. über den Bauhaus-Baumarkt selbt besorge und dann nur noch die Verlegekosten zahle. Oder hat jemand noch eine bessere Idee?

Grüße und vielen Dank schonmal im Voraus.



15mm Eichedielen geölt ...



... ich kenne die Qualität nicht von der genannten Marke. Aber ich kenne einen Bauherren der ca. 120m² Eichedielen 15mm in ähnlicher Breite hat verkleben lassen und die wurden wieder komplett rausgerissen. Hauptproblem: Schüsselung nach kürzester Zeit.

Wenn Du dennoch Dein Geld für so dünne Dinger verschwenden willst, dann würde ich es komplett von dem Handwerker abnehmen und ihm jetzt schon sagen, dass Du auf Gewährleistung nach BGB Wert legst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Mindeststärke



Hallo Frank,

das macht nicht gerade Mut. Uns wurden die 15mm starken Dielen empfohlen, um keine zu großen Stufen zu anderen Räumen zu erhalten. Was wäre denn deiner Meinung nach die Mindeststärke von Eichendielen? Ich könnte bei uns den vorhandenen Vollholzboden (10mm Stärke) vorher herausnehmen und so noch etwas Spielraum für die Höhe gewinnen. Da in einem Raum auch dann Fliesen herauszunehmen wären, wollte ich eigentlich darauf verzichten...

Grüße
Mattze



Von...



...gestelltem Material rate ich grundsätzlich ab, da die Gewährleistung dann nahezu entfällt.

Massivdielen schüsseln um so mehr, um so dünner sie sind. Vielleicht kam in Frank's Fall auch noch ungeeigneter Kleber, falsches Raumklima, Bauteilrestfeuchte etc. hinzu.

Was ist denn unter der 10mm-Dielung?

Grüße

Thomas



Der Boden



Unter dem Vollholzboden kommt zunächst die Trittschalldämmung und darunter direkt der Estrich.



Wenn ich es richtig gelesen habe, …



… ging es um ein Komplettangebot, also Dielen inkl. Verlegung aus einer Hand.



Komplettangebot oder Kaufen und verlegen lassen...



@ Christian

Es war die Frage, was von den beiden Varianten vorzuziehen wäre.

@Matze
Wie soll das gehen 10mm Vollholzboden und darunter Trittschalldämmung? Kannst Du mal beschreiben was für ein Vollholzboden das ist und wie die Trittschalldämmung aussieht?

Eine Alternative wären 15mm Dreischicht-Landhausdielen - aber dafür wirst Du ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen müssen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ökopan Vollholzboden



Der Boden ist von der Firma Ökopan und sieht aus wie eine OSB-Platte. Die Trittschalldämmung ist - soweit ich das bisher erkennen konnte - eine entsprechende Folie. (Ich habe, da ich das Haus erst kürzlich gekauft habe, keine Ahnung, wer den Boden wie verlegt hat.)

Grüße
Mattze



Auf eine schwimmende OSB-Platte von stattlichen 10mm Stärke ...



kann man keinen massiven Boden verkleben, noch nicht einmal ein Dreischichtparkett würde ich empfehlen für die Verklebung. So einfach ist das manchmal.

Entweder ein 15mm-Dreischichtparkett schwimmend, z.B. auf Rollkork, verlegen. Oder die OSB-Platte raus, und einen versierten Parkettleger für eine komplette Leistung beauftragen. Letzteres hält länger.

Grüße

Thomas

P.S. Oxydativ geölte Böden sind lackierten unbedingt vorzuziehen.



Schwimmender Untergrund



@Thomas: Beide Parkettleger haben von sich aus den Vorschlag gemacht, die Dielen direkt auf den Vollholzboden zu kleben. Einer der beiden würde zwar den Boden lieber vorher draußen haben, hier aber eher, um eine dickere Diele nehmen zu können.

Ich selbst tendiere mittlerweile auch immer mehr dazu zumindest den Holzboden rauszunehmen und die Dielen auf den Estrich Kleben zu lassen. (Allerdings hab ich dann in der Küche das Problem mit den Fliesen, die ich nur ungern rausnehmen wollen würde.)

Grüße
Mattze



Eine OSB- Platte...



...ist kein Vollholzboden. Nicht 'mal in etwa.

Warum nicht einfach am Übergang zu den Fliesen die Platte sauber schneiden? Dann bliebe der Fliesenboden unbeschädigt.

Im übrigen ist auch für die Küche eine Eichendiele deutlich besser geeignet als Fliesen (fußkalt, hart, empfindlich auf Bruch). Ich habe ein Eichenparkett in der Küche, daß vor ca. 5 Jahren das letzte Mal geölt wurde. Es sieht immer noch gut aus, trotz eher lässiger Pflege.

Grüße

Thomas



Fliesen in der Küche



Hehe, ja, für mich ist das auch kein Vollholzboden in dem Sinne. Ich habe nur die Bezeichnung des Herstellers übernommen. ;) Das ist ja auch einer der Gründe, weshalb er durch Dielen ersetzt werden soll.

In der Tat hätten wir auch gerne Dielen in der Küche, damit aber die Höhe der Räume gleich bleibt, müsste dort dann auch der Fliesenboden raus. Darauf habe ich allerdings nur wenig Lust, da ich auch fürchte, dass der Estrich beschädigt werden könnte. Dann müsste zusätzlich noch ausgeglichen werden, bevor die Dielen eingebaut werden könnten.

Grüße
Mattze



Ich verstehe nicht, warum...



sie immer wieder mit Ihren Fliesen angewürscht kommen.

Da die Fliesen ja nun scheinbar nicht auf der OSB-Platte verklebt sind (es wäre auch seltsam, aber nach vielen Jahren Bau überrascht mich nicht mehr viel), sind sie völlig isoliert zu betrachten.

Schmeißen Sie Ihren "Vollholzboden" aus OSB-Platte 'raus und lassen Sie eine Diele in der richtigen Höhe niveaugleich zur Küche einbauen. Oder verlegen Sie eine dünnere Mehrschichtdiele.

Und wenn Sie die Fliesen raushacken sollten, spachtelt Ihnen Ihr Bodenleger den angekratzten Estrich. Und klebt Dielen drauf. Fertsch.

Ein Niveausprung Küche-Rest der Wohnung könnte im Schwellenbereich auch ganz gut ausgeglichen bzw. überbrückt werden.

Grüße

Thomas



Zurück zum Thema



In der Tat hat der Fliesenboden nur indirekt etwas mit dem OSB-Boden zu tun. Es ist leider aber auch (kosten- und aufwandstechnisch) nicht so ohne weiteres möglich die Fliesen rauszunehmen noch ist es möglich das Niveau mit Fliesen anzugleichen, wenn man dort weiterhin auf Dielen setzen würde.

Kommen wir zu meiner eigentlichen Frage zurück: Ist der Preis von 78€ pro m² für die genannten Dielen inkl. Verlegung angemessen? Und hat jemand Erfahrungswerte mit den Loevi-Dielen aus dem Baumarkt (oder ähnlich teuren, evtl. im Internet erhältlichen Dielen) gemacht?

Grüße
Mattze



Bekommst …



… Du denn bei dem Komplettangebot auch vollumfängliche o.a. Gewährleistung nach BGB?



Gewährleistung



@Christian: Da das eine Parkettlege-Firma ist, gehe ich mal davon aus, im Falle eines Falles diese in Regress nehmen zu können. Tatsächlich habe ich da aber nicht nachgefragt (was ich noch nachholen werde).

Grüße



Der Preis...



...ist ganz unten am Laternenpfahl. Ich bezweifle, daß da ein gutes Material und ein guter Kleber an Bord sind, ferner ist es leicht möglich, daß jede Anbindung extra kostet. Auf Deutsch: Es ist zu billig.

Ich habe aber ehrlich gesagt keine Lust, über diesen Preis zu philosophieren, da Sie die 15mm Diele nicht einbauen sollten; jedenfalls nicht auf die dünne OSB-Platte geklebt. Damit würden Sie einen Gewährleistungsfall provozieren.

Was ich von einer "Parkettleger-Firma" halte, die Baumarkt-Produkte zum Einbau anbietet, schreibe ich hier erst gar nicht - Sonntags legt man ja allenthalben Wert auf Harmonie.

Was Sie auch immer beauftragen, schließen Sie einen Bauvertrag nach BGB. Das bedeutet eine Gewährleistung von 5 Jahren. Und vereinbaren Sie einen Sicherheitseinbehalt von 5% über die Gewährleistungsfrist.

Grüße

Thomas



Qualität der Dielen



@Thomas: Hm, ich glaube, da haben Sie mich falsch verstanden. Der Parkettleger würde schon sein eigenes Holz beziehen. Da weiß ich aber nicht woher er dies bezieht. Ich hatte nur darüber nachgedacht als Alternative die Dielen selbst vom Baumarkt zu organisieren. Das scheint dem Vernehmen nach aber wohl keine so gute Idee im Hinblick auf die Qualität zu sein. Der Kleber, den er verwenden will ist ein silanmodifizierter PU-Kleber (EC1+) von Stauf (SPU-460?). Ist das ein qualitativer Kleber?

Grüße
Mattze



Ob ein Parkettleger …



… wohl seine Quellen für Dielen offenbart?

Vielleicht bekommt er ja tatsächlich hochwertige Dielen zu einem EK-Preis, für den der depperte Baumarktkunde nur Schrott bekommt und ist so genügsam, dass er auch sonst mit der Kalkulation für sich klarkommt. Vielleicht ein Quereinsteiger à la Ich-AG.

Angebote z.B. von dieser Firma:
http://www.bieberstein.biz/de/pages/boeden.html
sehen anders aus.

Allein: Wir werden es wohl nie erfahren. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Dielen bei Dir nicht kacheln werden bzw. dass der Verleger im Schadensfall noch greifbar ist.



Denn...



...möge der Parkettleger auch vom Lieferanten seines Vertrauens beziehen dürfen. Wenn er für die gesamte Leistung garantieren soll, kann Kundenmaterial nicht eingesetzt werden. Der Kleber passt soweit.

Ich würde Kundenmaterial prinzipiell nur unter Ausschließung jeglicher Gewährleistung für das Material verbauen, und ferner u.U. nur auf Basis eines Stundennachweises. Beziehe ich Holz von meinen Lieferanten, weiß ich, was ich bekomme. Stellt mir der Kunde einen Haufen Bretter hin, weiß ich das nicht. Holz ist, trotz aller normativen Bemühungen, immer noch ein heterogener Werkstoff mit beträchtlichem Eigenleben. Wenn ich zum Beispiel eine Baustelle einrichte, habe ich einen beträchtlichen Aufwand. Dann kommt der Lieferwagen des Baumarktes "Geiziger Bieber" mit den von Bernd Billigheimer gekauften Dielen. Ich messe als erstes die Holzfeuchte, und stelle fest, die Bretter sind über- oder untertrocknet. Einbau unmöglich. Meinen Lieferanten (der mir sowas gar nicht lifern täte) würde ich mir unverzüglich zur Brust nehmen. Der Bauherr ist aber als Ersatzblitzableiter nicht geeignet-er hat sowieso von allem keine Ahnung und will ja nur Eiche auf den Boden. Mit den Baumarkt habe ich keinen Vertrag...

Vor lauter Sparfreude geht oft unter, daß als Primat doch das gute Ergebnis interessant sein sollte, und daß das Sparen an der falschen Stelle eben dieses verhindern kann. Hier passt 'mal wieder der gute alte Ruskin:

„Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.“
John Ruskin
(englischer Sozialkritiker, 1819 - 1900)

Manche Gedanken haben doch einen bleibenden Wert, oder?

Grüße

Thomas