Neue Diele auf alter Diele... welche Verlegerichtung

30.06.2005



Hallo zusammen.
Ich renoviere z.Zt. unser Haus Bj. 1924. Dabei einferne ich den alten Fußboden und lege die alte Diele wieder frei. Diese ist auch soweit in Ordnung, nur sind die Bretter mit der Zeit so weit geschrumpft, daß die Feder (nur 3 mm) nicht mehr in der Nut der nächsten Diele ist. Das hat zur Folge, daß sich die EINZELNEN Dielen bei Belastung dann biegen, da ja keine Verbindung mehr zur nächsten besteht.

Eigentlich wollte ich die schöne alte Diele Abschleifen und Ölen. Ein Wippen stört auch nicht. Ist ja ein altes Haus. Mich "stört" jetzt nur noch, daß die Dielen (2cm dick, ca. 15cm breit) eben nicht mehr durch die Feder miteinenander verbunden sind und dadurch eben biegen.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, die Dielen trotzdem abzuschleifen, oder neue Diele auf die alte zu legen.

Jetzt meine Fragen hierzu:

1. Falls ich die alte Diele lasse (2cm dick, ca. 15cm breit), gibt es ausser dem durchbiegen der einzelnen Dielenbretter noch Nachteile?

2. Falls ich neue Diele aufbringe: Besser die alte Diele entfernen, oder belassen und darauf die neue legen? Wenn belassen, kann ich die neue Diele auch MIT der Laufrichtung der alten verlegen? Oder muss ich um 90° gedreht verlegen?

3. Kann die Diele direkt auf der alten Diele verlegt werden, oder muss eine Konterlattung dazwischen? Darauf würde ich gerne verzichten.

4. Muss sonst etwas zwischen die beiden Schichten gelegt werden?

5. Wenn die alte Diele entfernt wird, würde ich die neue gerne genauso auf die Balken nageln. Ist das in Ordnung, oder worauf muss ich da noch achten bei einem Balkenabstand von 90cm Mitte/Mitte?

Die alten Dielen knarren nicht, sind doppelt genagelt. Die neue möchte ich auch wieder sichtbar nageln.

So. Genug Fragen. Genug Antworten habe ich auch schon gefunden, so soll die Diele geölt werden, ich benutze Flachs als Dämmstoff usw usw....

Vielen Dank vorab für Eure Antworten !!

Gruß, Christian



Alte Dielen erhalten



Wenn die alten Dielen schön und noch gut erhalten sind, würde ich sie unbedingt erhalten!
Man kann sie z.B. vorsichtig lösen, also an einer Seite beginnend (Das erste Dielenbrett geht dabei meistens kaputt)die Dielen vorsichtig mit dem kuhfuß vom Balken heben und damit die Nägel etwas herausziehen, dann das Brett wieder auf den Balken schlagen, sodass dann nur die Nagelköpfe etwas hervorstehen und sie dann mit dem Kuhfuß ganz herausziehen. Vorsicht: Zulage unter den Kuhfuß, sonst gibt es unschöne Druckstellen im Holz. Wenn mal ein Nagel drin bleibt und der Kopf durch das Brett gezogen wird, ist das auch nicht schlimm. So kann man vorsichtig aber zügig Brett für Brett die ganze Fläche lösen, die Nuten und Federn ausbürsten, ggf. reparieren und dann den Boden wieder neu und dicht verlegen. Balkenlage prüfen, ggf. mit neuen Zulagenstreifen eben ausrichten. Nägel versenken. Alte Nagellöcher nutzen, mit Wachs schliessen oder wenn zu gross und ausgefranzt ausbohren und Querholzplättchen einleimen.
Ein oder zwei neue Dielen (vom Tischler in gleicher Holzart und gleicher Nut/Feder anfertigen lassen)passen dann am Rand dazu. Leicht überschleifen - ölen - wachsen - fertig.

Diese Methode spart die Kosten für einen neuen Dielenboden, ist naturschonend (weil weniger Holz verbraucht und keines weggeschmissen wird)und ist im Ergebnis am schönsten.



Ahoi ,



die Dielen hochnehmen , sprich mittels Körner oder splintentreiber die Nägel durchschlagen , neu verlegen (ggfls. "halbschwimmend" ,d.h. auf die Balken / Boden Trennlage verlegen , Brettstreifen oder Verlegeplatte ohne Schrauben oder nägel verelgen , darauf die dielen wieder aufnageln/schrauben ) , Schleifen , ölen , gut is !
Gruss Jürgen kube



Danke..



für eure Antworten.

Ich bin jetzt soweit, daß ich die Dielen hochnehmen möchte und etwas drunterlege (OSB o.Ä.), damit das Federn der "dünnen" Dielen bei dem Balkenabstand etwas verringert wird. Darauf möchte ich dann die alte Diele wieder legen.

Nimmt man dann am besten OSB Platten oder Rauhspunt? Gibt es OSB Platten ohne Giftstoffe?

Warum legt man halbschwimmend? Soll/kann/darf man die Platten nicht vorher auch nageln / schrauben?



Alte Dielen erhalten oder was tun ...



Hallo Christian,

es ist beruhigend, dass auch andere Leute ähnliche Probleme haben und sich lange damit herumschlagen.

In meinem alten Bauernhaus sind auch schöne, aber arg strapazierte Eichendielen (ca. 100 Jahre alt) und ich habe mit mir gerungen, ob man die erhalten und sanieren soll. Ohne Hochnehmen und Untergrunddämmung würde das nicht gehen, zumal leider auch in einigen Zimmern stellenweise Renovierungsversuche mittels drübergenagelten Spanplatten (!!!) versaubeutelt wurden. Das wäre ein Riesenaufwand!

Nun habe ich mich zu deiner erstgenannten Lösung entschlossen, nämlich auf die vorhandenen Dielen neue Dielen zu verlegen. Da die alten Dielen leicht wellig sind, werde ich die neuen quer dazu verlegen. Grundsätzlich könnte man sicherlich auch die selbe Verlegerichtung wählen. Dazwischen kommt eine Ausgleichsschicht aus selbstliegendem Rollenkork (Trittschall- und Wärmedämmung).
Auf diese Weise bilden die alten Dielen die Unterkonstruktion und durch die zweite Auflage hat man auch eine gewisse Fußbodendämmung erreicht. Die Gesamthöhe ist dann auch noch so, dass nicht Türschwellen etc. erhöht werden müssen.

Unterm Strich ist das ganze weniger aufwendig als das Herausnehmen, dämmen und Aufarbeiten der alten Dielen. Wenn unter die alten Dielen zusätzlich noch OSB Platten sollen, wird das ganze doch auch immens teuer. Abgesehen davon würde ich OSB Platten nicht nehmen (Chemie!)
Ich habe die neuen Dielen aus Lärchenholz günstig in ebay erstanden - billiger als Rauspund aus dem Baumarkt, dazu auch das Dämmmaterial.





Hallo Regina,

ich habe mich jedoch jetzt für die aufwändigere Methode entschieden. Ich nehme die alten Dielen raus, verstärke an manchen Stellen die Balken duch seitliche U-Profile. Dann werden die Balken mit Rispenband statisch verstärkt. Auf die Balken kommt dann Moosgummi o.Ä. alt Trittschallschutz, darauf 2,5 cm OSB Platte. Damit versuche ich den doch breiten Balkenabstand von 80 cm auszugleichen, sodass die Diele dann ein komplettes Auflager hat. Auf Chemie wollte ich auch verzichten soweit es geht. Habe aber keinen anderen Weg gefunden OSB Platten zu ersetzen. Rauhspund wäre zu "nass" gewesen und die Verlegerichtung der alten Dielen wäre auch dieselbe. Also auch schlecht.