Ehemaliges Schlafzimmer in Bad umwandeln: Boden und Decke?

27.08.2010



Hallo,

da in meinem Haus (BJ 1927) bislang kein Badezimmer vorhanden ist, möchte ich ein ehemaliges Schlafzimmer im OG zum Bad umwandeln. Ein anderer Raum steht nicht zur Verfügung.

Die Decken sind in der üblichen Holzbalken-Fehlboden-Ausführung gehalten mit Schlackefüllung (bleibt drin) und Schilfmatte mit Gips drunter.

Ich habe 2 Anliegen:

a) die bisherigen Dielen würde ich nach Lesen hier im Forum gerne durch "FERMACELL Powerpanel TE" ersetzen. Allerdings kann ich nicht mit Schüttung etc. arbeiten, sondern muss mich aufgrund der Raumhöhe damit begnügen evtl. eine dünne Schicht aus Kork o.ä. zwischen Platte und Balken (keine Konterlattung) zu legen. Hat damit jemand Erfahrungen? Kann/soll ich unter die Platten eine Plastikfolie legen falls doch mal was durchgeht? Kann ich dann direkt Fliesen auf der Platte verkleben?

b) die Decke besteht wie oben erwähnt aus der klassischen Schilfrohrmatte mit Gipsbewurf. Sie sieht im Gegensatz zu der im EG noch in Ordnung aus, aber ich bin mir nicht sicher, wie gut sie auf den Wasserdampf im Bad reagieren wird. Runterreißen und gegen Gipskartonplatte ersetzen?

Danke und Grüße,
Micha



Badeinbau



So wird das nicht funktionieren.
Sie brauchen die Dielung oder OSB als tragfähigen, lastverteilenden Untergrund. Darauf dann eine Ausgleichsschüttung min. 15 mm, falls der Untergrund nicht exakt eben ist. Dann erst kommen die Trockenestrichelemente.
Darauf dann die Abdichtung und sicherheitshalber eine Entkopplungsmatte, darauf dann die Fliesen.
Alternative Varianten wären Schwalbenschwanzbleche auf Balkenlage, darauf Estrich oder Gußasphalt auf Dielung.
Oder einfach eine anständige Dielung.

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

danke für die Antwort. Ich würde das schon gerne so machen, wie Sie es empfohlen haben, allerdings kann ich - wie oben geschrieben - keinen erhöhten Fußbodenaufbau durchführen. Die Raumhöhe derzeit ist gerade so ausreichend und bei rund 2 Meter Körperlänge zählt für mich jeder cm.

Die Lewis-Bleche hatte ich mir auch schon angesehen, die bauen allerdings auch höher auf. Von der Dielung, wie ich sie ganz zu Anfangs einmal vorgesehen hatte, haben mir verschiedene Fußbodenfirmen abgeraten, da im Badezimmer mit Wasser auf dem Boden zu rechnen ist.

Was wäre denn zu befürchten, wenn ich den Fußbodenaufbau so durchführe, wie von mir beschrieben?

Danke und Grüße,
Micha



Badfußboden



Erst mal müssen Sie davon ausgehen das die Balkenlagen nicht in einer Ebene liegen. Die Estrichelemente können Sie darauf nicht verlegen, es würde kippeln, hohlliegen, die Fugen würden klaffen. Die Estrichplatten würden sich bewegen, unter Fliesen ist das nicht hinnehmbar.
Außerdem sind die Estrichplatten nicht als tragende, statisch wirksame Elemente gedacht.
Die Hersteller solcher Trockenestrichsysteme schreiben nicht umsonst Verlegeanleitungen.
Das betrifft auch Ausgleichsschüttung direkt auf den Einschub, es kann zu Setzungen, Auswanderung der Schüttung, Aufliegen der Platten auf den Balken kommen. Das macht kein Fliesenbelag mit.
Entweder Sie überlegen sich noch mal die Raumaufteilung oder verbleiben bei Dielung.
So was ist nicht ungewöhnlich im Altbau; den direkten Spritzwasserbereich kann man mit Kautschukbelag, Vorlegern o.ä. schützen, Duschen können spritzwasserdicht gebaut werden, eine Badewanne ist kein Muß.
Eine weitere Alternative wären 2 Lagen OSB auf die abgeglichene Balkenlage, darauf dann Entkopplungsmatten und Fliesenbelag. Die Aufbauhöhe ist allerdings nicht kleiner als bei den anderen Varianten.
Nehmen Sie den Einbau eines Bades im Altbau nicht auf die leichte Schulter, Dichtung, Leitungsführung, Wand- und Fußbodenbekleidung, Lüftung, Heizung sind sorgfältig zu planen und auszuführen. Eigentlich nichts für einen Laien.

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

abermals vielen Dank für die rasche Antwort. Ich war bei der Tragfähigkeit der Fermacell-Platten den Empfehlungen eines Sanitär-Installateurs gefolgt. Der Ausbau des Badezimmers soll durch eine Fachfirma erfolgen, lediglich Boden und Decke würde ich selbst übernehmen.

Können Sie eine bestimmte Dielensorte (Holzart etc.) empfehlen? Auch hier würde ich aus Gründen der Raumhöhe die Dielen, so wie jetzt bereits auch, direkt auf die Balken verlegen. Natürlich mit entsprechenden Unterleg-Hölzern zur Nivellierung. Eine Folie, falls doch einmal etwas spritzt, würde ich dennoch unterlegen.

Empfiehlt sich eine schwimmende Verlegung oder so wie jetzt mit fester Verbindung zu den Balken?

Danke und Grüße,
Micha



Fußboden Bad



Wenden Sie sich an unser Mitglied Thomas Böhme, Angaben finden Sie in seinem Profil.

Viele Grüße



Die Folie...



...können Sie getrost weglassen. Läuft tatsächlich mal Wasser unter die Dielung, kann es nicht weg, und es wird den Dielenboden schädigen. Ein paar Tröpfelein verteilen sich ohne Folie und verlassen die Decke als Dampf, ein fetter Schauer ist eh ein Fall für die Versicherung.

Zur Holzart: Wenn Sie richtig weit ausholen wollen, nehmen Sie Thermoholz (Thermoeiche, -buche, -esche...), das arbeitet am wenigsten. Weitere besonders geeignete Holzarten wären Eiche und Douglasie. In jedem Fall raumlang verlegen, mit 28mm Stärke sollten Sie bei Balkenabständen (Mitte - Mitte)bis 1m auf der sicheren seite sein.

Oberfläche: vorzugsweise oxydativ härtend geölt (Naturöle), dadurch bleibt die Fläche halbwegs dampfoffen.

Grüße

Thomas





Hallo Herr Böttcher, hallo Herr Böhme,

vielen Dank für die freundlichen und hilfreichen Antworten. Damit bin ich schon einmal ein gutes Stück weiter.

Nun muss ich nur noch das Problem mit der Schilfrohr-Decke klären und sehen, wo ich Thermoholz in 28mm Stärke finde. Bislang habe ich nur 13mm gefunden. Allerdings liegen die Balken in meinem Haus nur etwa 40-50 cm auseinander.

Ein schönes Wochenende wünscht
Micha



Ich habe...



...soeben einen Link (Fa. Hagensiecker) geschickt, die m.E. erstklassige Thermoholzprodukte anbieten.

Dünner als 25mm würde ich die Dielen nicht wählen, sie stehen so besser in den stärkeren Feuchteschwankungen des Bades.

Grüße

Thomas