Dämmung oberste Geschossdecke: Holzdecke

18.02.2012



Moin moin,

ich möchte gerne die oberste Geschossdecke unseres Einfamilienhauses von 1878 dämmen. Die oberste Geschossdecke ist eine Holzdecke (Von unten nach oben: Putz, Schilfmatte, Schalungsbretter, luftgefüllter Fehlboden, Einschubbretter, offene Schüttung). Darüber ist ein 1,6m hoher Kaltboden mit Flachdach (Schalungsbretter und Dachpappe). Der Boden soll nur selten zu Inspektionszwecken begangen werden (Dichtheit prüfen z.B.). Derzeit habe ich ein paar Dielen aufgelegt, bzw. lauf auf den tragenden Balken. Anbei ein Foto. Die Untersteite der obersten Geschossdecke ist "fertig", es könnte also keine Dampfbremsfolie raumseitig aufgebracht werden.

Folgende Möglichkeiten sehe ich als sinnvoll an:
- Decke belassen und Holzfaserdämmung (Inspektionsweg z.b. Steico therm, Rest z.B. Steico flex) aufbringen. Dämmstärke ca. 2 mal 100mm.

- Alte Schüttung raus und bisher leerer Fehlboden mit Zelluloseflocken füllen, Einschubbretter wieder rein und oberhalb auch mit Flocken füllen. Wäre ca. 160mm Dämmstärke Flocken. ALTERNATIV luftgefüllten Fehlboden lassen und nur die alte Schüttung ersetzen mit Flocken, dann nur 80mm Dämmstärke, aber keine Belastung auf den untersten Schalungsbrettern und der Stuck bleibt wo er ist...
Ich würde als Weg wieder einige Schalungsbretter mit viel Spaltmaß verschrauben, um Luft durchzulassen.

- Eine Firma hat noch angeboten, den Boden so zu lassen und 220mm Flocken oben drauf einzubringen. Nachteil ist, ich kann nicht mehr auf dem Boden laufen. Tipp der Firma, mit Schneeschieben die Balken des Wegs Freilegen und danach wieder zu schieben. Proffesioneller wären wohl 220mm Leisten und ein Weg aus Schalungsbrettern, also "höherlegen".

Eigentlich müsste es doch zu der Situation eine "Standardlösung" geben, ist ja nichts ungewöhliches..., aber irgendwie habe ich im Netz verschiedenste Umsetzungen gefunden. Gerade für das Thema Dampfsperre "ja/nein" habe bei den Varianten auch beide Möglichkeiten gefunden.

Was sind eure Erfahrungen, welche Lösung ist die beste?
Danke und viele Grüße
Jan Heinke



Guten Morgen Jan,



meiner Ansicht nach ist die erste Lösung mit der Steico die Beste. da zu Revisionszwecken die Decke begehbar sein muß.

Grüße, Gerhard



Varianten



Hallo Gerhard,
die Varianten 2 und 3 bieten auch die Begehbarkeit. Bei der ersten und dritten reduziere ich nochmals die Höhe (Gebückt laufen ist o.k., aber noch gebückter laufen = anstrengender...) und packe noch einiges an Gewicht drauf.
Die 2. Variante reduziert das Gewicht, das ich in der obersten Geschossdecke auch nicht als Schallschutz brauche. Ich kann aber nicht beurteilen, wie sich die von unten angebrachte Lattung verhält, wenn 8cm Holz/Zelluloseflocken auf ihr lasten...
Bei der 3. Variante wäre das Höherlegen auch kein großes Thema.

Verstanden aus allen möglichen Forenbeiträgen habe ich, dass nach oben diffusionsoffenheit gegeben sein muss und dass als Dämmstoff Holz- oder Zelluloseflocken und Holzfasermatten mit Fechtigkeit besser als MiWo umgehen können.
Immer noch nicht sicher bin beim Thema Dampfbremse ja/nein... Aber bei den vielen Balken gibt es so viele Möglichkeiten, eine "dichte Ebene" eben gar nicht hinzubekommen...





Hallo Jan,



im Wesentlichen funktionieren die beschriebenen Alternativen. Hinsichtlich Preis / Aufwand / Effekt würde ich wohl die bestehende Decke belassen und darauf mit einer Schüttung aufbauen.

Eine Damfbremse ist - wenn überhaupt - nur auf der wärmeren Raumseite anzubringen. Da dieses wg. der erfolgten Fertigstellung nicht möglich ist, erzwingt dies einen nach oben hin immer diffusionsoffener werdenden Deckenaufbau. Hier sollte entweder das Material tatsächlich offen liegen, oder die begehbare Schicht ausreichend hinterlüftet sein. Eine Aufdopplung der Balken mittels Rahmenhölzer in ausreichender Höhe ermöglicht auch eine ggf. partielle Begehbarkeit / Errichtung einer begehbaren (hinterlüfteten) Ebene.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Jan,



wie schon gesagt, gefällt mir die Variante nicht der Holzfaserplatte am Besten.
Auf diesen kann man leichter drüberkriechen und man sieht an den Wasserflecken einen Wassereinbruch vom Dach sofort.

Eine Dampfbremse würde ich auf jeden Fall Verlegen mit exakter Verklebung an den Außenwänden und aufgehenden Bauteilen. Ansonsten kann es zum Tauwaserausfall in den oberen Dämmschichten kommen.


Viele Grüße, Gerhard