DAMPFSPERRE oder DAMPFBREMSE

27.11.2011



nachdem ich in mein altes KUPFERDACH (10 Grad Neigung) eine Hinterlüftung ZWISCHEN den Sparren eingebaut habe (ca 5 bis 6 cm Höhe des Lüftungsraumes), und das Dach gedämmt habe, stehe ich nun vor der Frage: Dampfsperre oder DAMPFBREMSE. Die Dämmschicht unter der Hinterlüftung besteht aus 25 cm Mineralwolle (die Sparren wurden aufgedoppelt).
Nun rät mir mein Architekt zu einer DAMPFSPERRE. Meine Frage lautet jetzt. Warum Dampfsperre. Welche Vor- oder Nachteile bringt mir in diesem Fall eine Dampfsperre. Kann ich mich nicht zumindest dort, wo keine Feuchträume unters Dach kommen, mit einer Dampfbremse begnügen. Vielen Dank für Ihre Stellungnahmen!



Dachdämmung



Das mit der Dampfsperre ist prinzipiell richtig.
Es gibt eine Belüftungsebene, so kann vorhandene und eventuell eingedrungene Sorptionsfeuchte ablüften. Ob die Belüftung dafür ausreicht, bleibt abzuwarten; auf jeden Fall besser als nichts.
Dampfbremsen werden dort eingesetzt, wo es keine bzw. nur unzulängliche Belüftungsmöglichkeiten gibt. Der klassische Fall ist die Dachschräge, wo bis an die Unterspannbahn herangedämmt wird. Hier soll die Dampfbremse eine gewisse Fehlertoleranz bieten, da eine absolut dichte Verlegung sehr schwer ist. Ein paar kleine Undichtigkeiten können neben Wärmeverlusten auch zu Kondensatbildungen auf der Dampfsperre zw. -bremse führen. In so einem Fall kann die Dampfbremse eine gewisse Rücktrocknung nach innen sichern.
Das funktioniert aber nur, wenn Sie den jeweils passenden Typ einer Dampfbremse auswählen. Es gibt Hygrodioden, feuchteadaptive D. und solche mit moderatem sd- Wert. Die falsche Wahl kann zu Schimmelbildung und bakteriellem Befall auf der Oberseite führen.
Also:
Die Dampfsperre und Miwo ist möglich.
Weichholzfaser als Dämmung wären feuchtetechnisch gesehen sicherer, haben aber schlechtere Dämmwerte. Ihr sommerlicher Hitzeschutz ist dafür besser.
Um eine ordentliche , luftdichte Verlegung kommen sie nicht herum.
Zu denken ich nehme eine Dampfbremse und brauche nicht mehr auf jedes Löchlein zu achten kann böse nach hinten losgehen.

Viele Grüße



danke für Ihre STellungnahme



eine DampfBREMSE habe ich deshalb erwogen, da ich davon ausging, dass die Feuchtebsorption durch DampfBREMSE sich günstig auf das Raumklima auswirken würde. Um eine ordentliche lückenlose Verlegung komme ich ja da auch nicht umhin.
Habe allerdings aus der Stellungnahme von Herrn Böttcher verstanden, dass ich mit einer DampfSPERRE auf der sicheren Seite bin. Gut zu wissen, vielen Dank



Dampfbremse



Noch mal zu Verständnis:
Eine Dampfbremse ist NICHT dazu da, den feuchten Mief aus einem Innenraum in die Dachkonstruktion und speziell die Dämmung auszutrocknen! Gerade das soll verhindert werden.
Die Funktion ist genau gegenteilig. Eventuell in die Dämmung eingetretene oder vorhandene Feuchte soll die Möglichkeit haben, nach innen auszutrocknen, wenn es keine hinterlüftete äußere Ebene gibt (Prinzip Warmdach).

Regulieren Sie Ihre Raumluftfeuchte durch Lüften und nicht indem Sie damit Wände und Decken auffeuchten.

Viele Grüße