Nachträglich Zwischensparrendämmung aus Hanf (hinterlüftet)

21.02.2005



Wir haben ein RMH, in dem das Dach bereits ausgebaut ist.
Allerdings ist dies meiner Meinung nach nicht gut durchgeführt.
Unter den Dachziegeln ist eine Art Teerpappe aufgebracht, dann Holzlattung. Unter dieser ist jetzt eine Glasfaserdämmung mit aluminiumkaschiertem Karton. Darunter ist nur noch eine Holzdecke. Die Sparrentiefe ist 16 cm. Momentan zieht es bei Wind ziemlich durch. Wir wollten mind. 16 cm Hanfdämmung und eine innenliegende Folie einbringen (also Sparren verstärken).
Wieviel hinterlüfteter Spalt muss hinter der Dämmung bleiben, dass nichts feucht wird? Bzw. geht das überhaupt?
Reicht es, wenn ich unten am Kniestock einen 1-cm-Spalt habe und oben im Dachspitz einige Lüfterziegel?

Vielen Dank,
Christian Wiedemann



Dachlüftung



Guten Tag,

Dämmstoff quillt unter (fast unvermeidbarer) Feuchtigkeitseinwirkung immer, weshalb die Rücktrocknung und die Hinterlüftung gewährleistet sein sollte. Bei einem konventionellen älteren Aufbau, ab etwa Ende der 60er Jahre, sollte eine Lüftungsebene zwischen dem Notdach (der Pappe) und der Dämmung liegen. 4 bis 5 cm sind ausreichend aber auch notwendig. Die Lüftung erfolgt hier über die Traufe, über Traufenzuluftelemente und/oder über eingebaute Lüfterziegel.
Ihre innenliegende Folie sollte Membranwirkung haben, also Dampf von innen nach außen sperren aber umgekehrt durchlassen.



Feuchtigkeit in Hanf-Einblasdämmung



Guten tag, habe folgende Frage:
Habe im Herbst 2004 in meinem Altbau EFH eine Zwischensparren-Hanf-Einblasdämmung durchführen lassen
Aufbau: Damfbremspappe - mind. 20cm Dämmung - Unterspannbahn
Sd ca. 0,02 (dachdeckerseitig). Stelle jetzt zufällig fest,
dass an der Unterspannbahn erhebliche Durchfeuchtungen in der Dämmwolle und den Sparren! ( ca. 2-3cm) vorhanden sind.
Der Dachraum ist noch unbeheizt. Ursache fehlende Hinterlüftung?? Welche Vorschrift/Norm regelt das? Wie Schaden beheben? Bitte um unverbindlichen Rat.



Durchfeuchtungen



Guten Tag,

der Wasserdampf hat eben seine Kondensationsebene in der Dämmung. Soweit zur physikalischen Ursache.
Die baulich-konstruktive Ursache kann
1. in der unzureichenden "Dampfbremspappe"
2. fehlender Beheizung und/oder fehlender Durchlüftung
des Dachraumes liegen,
aber auch mit dem "Zelteffekt" zusammenhängen:
3. Beim unvermeidlichen Quellen kommt es zur Berührung mit der Unterspannbahn, die daraufhin wasserdurchlässig wird. Das aber hängt sehr vom Fabrikat dieser Unterspannbahn ab.
Bei Vollsparrendämmungen ohne festen oberen Abschluß - z.B. eine bituminierte Weichfaserplatte - ist das gut möglich.

Schnellabhilfe: Fenster zum Dachboden öffnen und gut durchziehen lassen. Das verringert den Wasserdampfgehalt der Luft. (hilft aber nur gegen Ursachen 1 und 2)

Auf Dauer: In der warmen Jahreszeit die "Dampfbremse" entfernen und vor dem nächsten Herbst eine Membrane aufbringen (erlaubt Rücktrocknung, sperrt aber effektiv Wasserdampf von innen). Bei der Gelegenheit auch mal kontrollieren, ob denn die Dachdämmung wirklich ausreichend ist, Kondensat spricht eher dagegen.

Nicht auszuschließen ist aber auch
4.konvektiver Wasserdampftransport durch Undichtigkeiten (nimmt in der Regel größeres Schadensausmaß an)
5. ein falscher Anschluß der Folie an durchdringende Bauteile oder Risse.

Kurz: man kann sich vieles vorstellen, beurteilen kann es aber nur ein Sachverständiger vor Ort.

Grüße

Grüße