Dämmung Bruchsteinhaus (Innen- vs. Außendämmung)




Hallo!

Wir wohnen in einem ca. 100 Jahre alten Bruchsteinhaus
- 2 geschoßig
- Mauern massiv Bruchstein ca. 60cm dick
- im Erdgeschoss sind 3 von 5 Räumen innen isoliert mit einer Ziegelwand (ca. 30 Jahre alt)
- Obergeschoss keine Mauer-Isolierung
- Dachboden (Fehlbodenisolierun) --> Dachboden ist kalt
- Haus hat keinen Keller, 3 von 5 Räumen sind gegen Bodenkälte/-Feuchte isoliert (vor ca. 4 Jahren durchgeführt)

Da es im Obergeschoß bzw. im Treppenhaus sehr kalt ist, planen wir eine Isolierung von Mauerwerk und nochmal Dachboden durchzuführen.

Ich habe mich schon mal "durch das Forum gelesen", gerade die Isolierung von solchen Bruchsteinmauern wird ja sehr unterschiedlich diskutiert.

Ich habe -so wie ich das als Laie sehe- für die Mauer-Isolierung ja wohl 2 Alternativen:
1. komplette Außenisolierung von West- und Nordseite (ca. 200qm)
(Südseite geht nicht wegen Optik und sehr vielen Fenstern, an der Ostseite ist ein Anbau)

2. Innenisolierung:
- 2 Zimmer + Gang

Meine Fragen:
- Ist bei der Mauerdicke eine Außenisolierung überhaupt sinnvoll (Kosten/Nutzen-Verhältnis),
+ wegen der enormen Bruchsteinwand, die auch erstmal aufgeheizt werden muss
+ zumal ja schon 40%der Außenwände über eine Innendämmung verfügen,
- Falls nein, welche Arten von Innendämmung wären bei einer Bruchsteinwand zu empfehlen?
- ist Innendämmung wirklich so problematisch bzgl. Schimmel,...

Schon jetzt vielen DANK für Euere Antworten...



Dämmung Bruchsteinwand


Dämmung Bruchsteinwand

Hallo,
das Thema Dämmung ist an sich schon ein Reizwort. Dazu gibt es hier schon reichlich Einträge. Man sollte davon ausgehen, daß viele davon reine Meinungsäußerungen sind. Diese wiederum basieren auf gemachten Erfahrungen (guten und schlechten). Auch sind die Einzelmerkmale häufig sehr unterschiedlich (Gestein, Heizsystem, Putz innen und außen, Horizontalsperre (eigenes Kapitel!). Bis jetzt ist mir zu diesem Thema noch kein so sichtig evidenzbasierter Artikel untergekommen. Das sollte man bei der Bewertung beachten.
Wie haben wir es gemacht. Wir standen auch lange vor der Frage, ob eine 60er Bruchsteinwand (Basalt, Granit, schmale Mörtelfugen)einer Dämmung bedarf. Schlußendlich haben wir weder innen noch außen gedämmt. Wir haben innen eine 11er Liaporwand davorgeblendet. Der entstehende Hohlraum zwischen neuer und alter Wand wurde vermörtelt. Darauf Wandheizung in Lehm. Außenputz: Reiner Kalkputz.
Nun zu unserer Erfahrung in diesem Winter. Bei kontinuierlichen Nachttemperaturen von bis zu - 10° C wird es bei moderater Heizleistung schön warm. Wir haben bis jetzt keine Problemem mit irgendwelcher Feuchtigkeit.
Meine Empfehlung: Lassen Sie sich Zeit bei der Entscheidungsfindung. Hier im Forum tummeln sich kompetente Leute, die Sie auch sicher gern beraten. Lassen Sie sich bezüglich der Dämmung zu keinem Schnellschuß hinreißen.
Viel Spaß
Uwe Gießling



@ Uwe Giessling



Ich will der ausgeführten Variante nicht wiedersprechen, veilleicht ist sie sogar richtig (nicht nach EnEV), aber warm wird es immer, wenn die Heizung für die bauliche Situation richtig ausgelegt ist. Interessant wären Angaben über den Energieverbrauch/Jahr und m² Wohnfläche, Angaben über das beheizte Gebäudevolumen und einen kurzen Beschrieb der Lebenssituation (g.h. z.B. wie viele Personen leben auf der genannten Wohnfläche, wie sieht der Tagesablauf aus, werden alle Flächen geheizt, welcher Energieträger wurde gewählz, wird kontinuierlich geheizt oder abgesenkt, welche Raumlufttemperaturen werden eingehalten, ...)



Dämmung und ENEV



Hallo Herr Heim,

was ist schon richtig nach ENEV.

Bezüglich ENEV, Dämmung usw. stellt sich mir die Situation, diplomatisch ausgedrückt, sehr unübersichtlich dar.

Wer hat schon Häuser gleichen Bautyps gedämmt/ungedämmt verglichen bzw. berechnet? Auf welchen Grundlagen wird Dämmung überhaupt berechnet?

Wenn man sich die EnEv durchsieht, dann erkennt mann schon reichlich Interpretationsspielraum.

Beispiel:

ENEV§ 24 Ausnahmen

(1) Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen dieser Verordnung die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen, kann von den Anforderungen dieser Verordnung abgewichen werden.

Wir heizen ausschließlich Holz (Pellet/Scheitholz). Wohnfläche: 180 m², Raumhöhe ca. 2,30 m, wechselnd beheizt, nur nachts läuft die Heizung im Absenkbetrieb. Im Haus leben 3 Personen. Stoßgelüftet wird täglich.

Nach Ablauf der Heizperiode werde ich über den Heizmittelverbrauch berichten.


Schönes Wochenende
Uwe Gießling



Danke für die Infos,



es fehlen nur die Verbrachsdaten.
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Zur EnEv wäre zu sagen, dass sie eigendlich schon einigermaßen eindeutig ist. Es gibt den zitierten Absatz und das ist auch gut so. Aber die Entscheidung liegt natürlich nicht im eigenen Ermessen, sondern der Nachweis, dass diese Gründe zutreffend sind muss erbracht und eine Befreiung beantragt werden. Ich möchte auch nicht bezweifeln, dass es in ihrem Falle sinnvoll war, so zu arbeiten. Veralgemeinern kann man das natürlich nicht und dass tun sie ja auch nicht.
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Auch ich wünsche natürlich ein schönes Wochenende



Dämmung usw.



http://www.konrad-fischer-info.de/21312bau.htm#FhG

Bleiben Sie schön kritisch.

Uwe Gießling