Fußbodendämmung Dachkammer

22.09.2011



Hallo,

entschuldigt die Kürze. Ein geplantes Bauvorhaben ist plötzlich größer geworden als gedacht (aber das kennen sicherlich alle). Darum schnell andere Baustelle schließen. Deshalb eine Frage zur Fußbodendämmung unserer Dachkammmer. Sie soll nicht ausgebaut werden und nur als Lager-/Trockenraum dienen. Die Dachkammer hat ein Fenster zur Lüftung und die Dachplatten sind ungedämmt/frei zugänglich. Die Räume darunter sind nur Schlafräume!

Hier die aufgefundene Situation/Aufbau von unten nach oben.
1. Verputz (also in Schlafräume)
2. Sauerkrautplatten
3. Holhraum zwischen Balken 20 cm hoch. Waren gefüllt mit irgendeiner zerfallenen Mineralwolle, wahrscheinlich aus dem Jahr 1956, zirka 1 cm dick, wurde entfernt, Balken trocken und i. O.)
5. Holzfußboden (Rauspund)

Geplant ist die Ausdämmung des Balkenzwischenraumes mit Hanf und wieder Holzfußboden wie gehabt.

Nun die Frage: Kann in diesem Fall auf eine Dampfbremsfolie verzichtet werden? Die Aussagen sind bisher sehr unterschiedlich. Mir erscheint eine Folie kurzfristig als sinnvoll, aber über die Jahre gesehen eher als Gefahr (wird spröde, Verklebung löst sich, Entsorgung eben dieser, etc)

Freue mich über Eure Anregungen und Tipps.

Vielen Dank



Ohne Deine Situation...



...aus der Ferne flächendeckend einschätzen zu können, würde ich meinen, daß die Dämmung mit Hanf oder besser Holzweichfaserplatte (Homatherm) solange funktioniert, wie der darüberliegende Rauhspund unbehandelt oder geölt ist, ohne abgedeckt (FB-Belag) zu werden.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

danke für die schnelle Antwort. Genau wie du es erwähnst, soll der Rauhspund unbehandelt bleiben. Der Verputz auf der Sauerkrautplatte müßte ja die Funktion einer Dampfsperre zum Teil übernehmen?!

Viele Grüße

Jochen



Moin Jochen,



die bereits mit Glaswolle o.ä. gedämmten Dachböden (ohne DB), die ich bisher gesehen habe, waren alle schadensfrei.

Ich würde das an deiner Stelle so probieren, aber die Ecken nach ein paar Jahren auch mal kontrollieren - jedes Haus ist anders.

Wo der Taupunkt in den Schlafzimmern nach der Dämmung liegt, kannst du mit einem einfachen Oberflächenthermometer ermitteln.

Theoretische Werte kriegst du hier: www.u-wert.net

Gruss, Boris



mit der richtigen Wahl des Dämmstoffes,



kann auf eine Dampfbremse verzichtet werden.

Was die verputzten Heraklithplatten anbelangt.

Der Putz, sofern er rissfrei ist, bildet hier ein Luftdichtung und hat nicht die Funktion einer Dampfsperre/bremse.
Grüsse Thomas



Noch mehr Fragen



Hallo und Danke für die Antworten,

gleich noch mehrere Fragen zu dem Aufbau an Euch:

@ Thomas Böhme: Warum wäre bei diesem Aufbau eine Holzweichfaserplatte besser (ich denke da speziell an die holzflex protect von homatherm) als Hanf? Funktioniert laut u-wert.de (danke für den Tipp an Boris) besser als Hanf. Wo ist da der Unterschied?

@ Thomas Kehle: Welches Produkt wäre deiner Meinung nach die beste Wahl.

Und dann noch eine Frage zur Funktion der "Rauen Seite" beim Rauhspund. Welche Funktion hat sie bei der Feuchtigkeitsregulierung?
In unserem kleinen Sägewerk (die anderen sind große Industriesägewerke, die ich gerne meiden möchte) gibt es nämlich einen Vorrat an Fichtebrettern. Sie sind lange unter Dach gelagert, aus heimischen Wäldern, usw. Nur sind die bereits von beiden Seiten gehobelt. Wäre der Verlust der rauen Unterseite (sie hat je mehr Oberfläche, kann also mehr Feuchtigkeit aufnehmen) ausschlaggebend bei meinem Aufbau? Oder ist die Bedeutung eher gering.

Viele Grüße

Jochen



U-Werte...



...sind ein recht theoretisches Kapitel, solange kein homogener Aufbau der Dämmschicht sichergestellt ist. Und ich bin der Auffassung, daß ein halbwegs homogener Aufbau mit Dämmmatten weitaus besser hinzubekommen ist, als mit Stopfhanf.

Rauhspund ist nirgendwo rauh, sondern beidseitig gehobelt. Eine sägerauhe Unterseite böte Ihnen auch keinerlei Vorteile. Ob die Passgenauigkeit der beschriebenen Bretter Jahre nach dem Hobeln noch hinreichend gut ist, sollte geprüft werden. Waren Sie zum Zeitpunkt der Herstellung noch recht feucht, kann das Probleme geben.Ferner könnten Sie rund oder hohl gezogen sein.

Grüße

Thomas



Hanfmatten bzw. -rollen ...



... wären geplant. Kein Stopfhanf! Somit wäre doch ein homogener Aufbau möglich. Oder? Und danke für die Aufklärung meines Irrtums über Rauhspund!

Viele Grüße

Jochen



Na dann...



...Hanf und Hanf ist eben nicht dasselbe, sagte der Rastafari.

Grüße

Thomas